„Follow. Fail. Repeat.“ ist ein Zeugnis über das unvermeidlich wiederkehrende Scheitern. 11 Titel, die widerspiegeln, dass zwar alles dagegen spricht, eine Band mit Bock zu sein, man aber auch gar nicht anders kann. Man wird es wieder tun. So wie der stürzende Ikarus, der das Cover ziert, um sich später an einem neuen Fluggerät zu versuchen. „Jeder von uns hat während der Entstehung der Songs und des Albums persönlich eine schwere Zeit durchgemacht. Und jeder stand zu irgendeinem Zeitpunkt mal völlig aufgelöst in der Probe. Auf der anderen Seite ist uns während genau dieser Zeit unfassbar viel Gutes mit der Band widerfahren, dass wir uns immer wieder die Augen reiben mussten. Wir glauben, dass man den Songs die beiden Seiten auch anhört“, sagen sie selbst laut Presse-Info zum Album. Wir haben der Band daher unsere „10 Fragen an“ gestellt.

1. Wie würdet Ihr den Erschaffensprozess Eures neuen Albums charakterisieren?

Von der kreativen Seite her war es, wie Vieles bei uns, etwas, wo wir gar nicht so viel Kontrolle drüber haben. Nach ‚Battlesuits‘ standen wir auf einer Art Aussichtspunkt wo wir den Kopf wieder frei hatten und herunterschauten auf alles, was wir machen könnten. Und ab da hieß es einfach nur „laufen lassen“. Über die Produktion kann man wohl sagen, dass es ein sehr schmerzhafter Prozess war. Das Crowdfunding an sich war eine riesen Sause und so viel Resonanz zu bekommen ist äußerst ermutigend, doch die Aufnahmen, der Mix und die Produktion der Scheibe waren mit so viel Blut, Schweiß und Tränen verbunden, dass wir nicht wissen wie wir es anders beschreiben sollten. Es war ein bisschen wie Achterbahn fahren während Batman einem eine Wurzelbehandlung verpasst.

2. Euer Album heißt „Follow.Fail.Repeat“. Welche Idee steckt hinter dem Namen?

Das fatalistische im Titel beschreibt ganz gut den Kampf, den jede Band, die in sich mehr als eine Feierabendcombo sieht, austragen muss. Nicht nur mit widrigen Umständen wie horrende Proberaummieten, doofe Veranstalter und persönliche Kämpfe im Alltag, sondern auch mit sich selbst. Wir vier sind uns bewusst, dass wir keine virtuosen Überflieger sind, was uns aber auch auf der anderen Seite so dankbar gegenüber den Leuten macht, die uns unterstützen oder uns die Chance geben Dinge zu tun, die eigentlich unerreichbar scheinen. Um’s mal mit Popeye zu sagen: Wir sind was wir sind. Das ständige Scheitern ist für uns keinen Grund aufzugeben.

3. Wie ist Eure Erwartungshaltung mit dem neuen Album?

Eigentlich haben wir gar keine. Was mit einem Album geschieht liegt ja nie in den eigenen Händen. Wir freuen uns riesig, dass wir das Ding fertig haben und wir hoffen, das es den Leuten gefällt. Und es wäre schön, wenn wir dadurch die Möglichkeit bekommen mehr live zu spielen. VIEL mehr.

4. Wie kann man generell sagen, entsteht ein typischer Song von Euch, von der Inspiration bis hin zum fertigen Song?

Das Songwriting ist üblicherweise ein recht langer Prozess. Tim kommt mit einer Idee an, ein paar Riffs, die fürchterlich zusammen klingen. Dann diddeln wir damit rum, eine Idee kommt zum anderen und irgendwann ist ein Song im Instrumental fertig. Dann findet einer von uns das ganz fürchterlich, schneidet eine Aufnahme davon auseinander und arrangiert ihn um, woraufhin zwei vor Wut an die Decke gehen, während sich der Vierte einen Döner holt. Dann passiert etwas unerwartetes und ZACK ist der Song dann doch fertig. Als letztes stellt Tim sich völlig übermüdet Nachts in den Proberaum, schreibt Text und mach den Gesang.

5. Warum sollte man Euch unbedingt live anschauen?

Weil es das ist, was wir am allerliebsten tun. Wir freuen uns auch immer über unsere eigene Tölpelhaftigkeit auf der Bühne, weshalb wir, glauben wir zumindest, eine ehrliche Show machen. Und meistens überschütten wir die Zuschauer mit Liebe, weil wir uns so freuen, dass sie da sind.

6. Welche drei Dinge sollten Eurer Erfahrung nach auf keinem Fall im Tourgepäck fehlen?

a) Deo (OMFG, JA!)
b) Tetris-Soundtrack (zum Auto beladen)
c) Boonekamp

7. Welches Lied hättet Ihr gerne selbst geschrieben und warum?

„Everlong“ von den Foo Fighters. Er ist traurig, er ist leise, er ist sehnsüchtig, er ist laut und er hat eine der besten ersten Zeilen des Universums, inklusive vielsagender Wortneuschöpfung.

8. Mit wem würdet Ihr gerne mal zusammen ein Stück aufnehmen?

Wir würden gerne mal was mit Kurt Ebelhäuser machen. Wenn wir richtig groß denken sollten, dann wären Simon Neil oder Daryl Palumbo sicherlich Top-Kandidaten. Leider haben wir vor Mike Patton zu viel Angst.

9. Wo seht Ihr Euch und Eure Musik in 10 Jahren?

Wir wünschten, wir wüssten wo wir uns heute Abend sehen! Wir denken, wir werden irgendwo im Proberaum stehen, furchtbar laut sein und betrunken. Oder das gleiche Programm, nur auf einer Bühne in einem Club für 50 Leute, von denen 2/3 uns scheiße finden. Und wir werden es lieben.
Wo unsere Musik dann sein wird, können wir beim besten Willen nicht sagen. Auf jeden Fall werden wir sie so geschrieben haben wie sie dann ist, weil es sich richtig anfühlt und einfach irgendwie an die Oberfläche kam.

10. Vervollständigt bitte den folgenden Satz: Musik ist für mich die Welt, weil …

… es das einzige ist, was einem das Gefühl gibt, dass man doch keine Insel ist.

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Text: Marius Meyer (Ausnahme Einleitung: Pressefreigabe)
Bilder: Pressefreigabe