Wen könnte es Besseres geben, als Tobias Jundt aka Bonaparte, um den Film von Christian Ulmen, „Becks letzter Sommer“ zu vertonen. Ein Roadmovie über einen frustrierten Lehrer, der seine eigene Musikkariere zu Grabe tragen musste und der jetzt mit seinem Schüler, dem hochtalentierten jungen Gitarristen seine zweite Chance auf Ruhm und Erfolg im Musikbusiness wittert. Wir haben Tobias Jundt unsere berühmten 10 Fragen gestellt und das sind die Antworten des Eidgenossen, dessen Konzerte zu den besten des Landes gehören – und warum das so ist, das erfahrt ihr hier. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen, beim Kinobesuch und auch beim Soundtrack hören.

1. Wie würdest Du den Erschaffungsprozess des neuen Albums charakterisieren?

Wie die Tour-De-France. In kleinen und grossen Etappensiegen. Gerade bei den Bergstrecken.

2. Das Album heißt „Becks letzter Sommer“ und ist der Soundtrack zum neuen Film von Christian Ulmen. Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Ich bin sowohl als Solo-Artist endlos auf Tour um den Erdball, im Herzen aber gleichzeitig ein Liebhaber des bewegten Bildes und der Filmmusik. Da es bei der Verfilmung eines Musik-Romanes von beidem eine gute Dosierung braucht, war die Steilvorlage des Regisseurs natürlich kaltes Kalkül. Er wusste, dass zwei Seelen in meiner Brust schlagen: die Songs und der Score.

3. Wie ist Deine Erwartungshaltung bei dem neuen Album?

Grundsätzlich hat man in diesem konkreten Falle beim Machen ja nur eine Erwartungshaltung: die Szene muss funktionieren. Die Musik hat eine ganz bestimmte Funktion. Mir war es aber wichtig, dass sich daraus am Ende auch ein Bonaparte-Album in voller Länge ergibt. dass also die Musik auch alleine stehend das Kopfkino anwerfen kann für eigene Erfahrungen und Geschichten.

4. Wie kann man generell sagen, entsteht ein typischer Song von Bonaparte, von der Inspiration bis hin zum fertigen Song?

Das kommt ein wenig auf die Phase drauf an. bei “too much” und “my horse likes you” lebte ich mehr oder weniger im Club. Da hatte ich mir bereits beim Schreiben der Songs, das Publikum vorgestellt, wie es zu einem Beat oder eine Textzeile abgeht und sich fallen lassen kann. Also habe ich die Drum-Beats oder Bass-Linien auf diese Emotion hin geschrieben. Ich wollte den totalen Abriss. bei einem eher Song-basierten Album ist das natürlich eine andere Emotion, die ich da versuche anzuzapfen. aber das Empfinden ist wichtig, die Emotion und die Aussage. Ansonsten kann man nicht generell sagen, dass ich immer gleich vorgehe. Am Ende gibt es in einem Song eine Balance von Text und Melodie und auf einer zweiten Ebene rhythmischen Elementen und Harmonien – gepaart mit der Aussage des Textes ergibt sich daraus die Endstimmung.

5. Livekonzerte von Bonaparte werden in der Presse abgefeiert, woran liegt das deiner Meinung nach?

Weil sie sehr intensiv sind und die Macher alles geben und nur das Beste wollen und nicht gehen, bis die letzten Emotionen und Schweisstropfen aus den Besuchern herausgequetscht wurden?

6. Welche drei Dinge sollten Deiner Erfahrung nach auf keinem Fall im Tourgepäck fehlen?

Tolle Songs, tolle Band und eine Flasche Rum.

7. Welches Lied hättest Du gerne selbst geschrieben und warum?

Die Schweigeminute. Es hat so eine entspannte Melodie.

8. Mit wem würdest Du gerne mal zusammen ein Stück aufnehmen?

Ach, alle und keine. Wenn ich nun wirklich mit Freddie Mercury und Diplo zusammen im Studio stehe und Rick Rubin steht hinter der Glasscheibe und die Chicagoer Philharmonie ist bereit für den ersten Take, da mache ich mir doch in die Hose. Der Einfachheit halber ein Duett mit mir selber vielleicht?

9. Wo siehst Du Dich und die Musik von Bonaparte in 10 Jahren?

10 Jahre älter mit einem breiten Grinsen auf dem zerfurchten Gesicht auf Platz eines meiner persönlichen Charts!

10. Vervollständigt bitte den folgenden Satz: Musik ist für mich die Welt, weil …

… weil die Welt Klang ist.

Homepage: www.bonaparte.cc
Facebook: www.facebook.com/bonaparte
Twitter: www.twitter.com/etrapanob

Text: Dennis Kresse
Bilder: Melissa Jundt