2007 lösten sie sich zunächst auf, seit 2010 aber spielen sie wieder zusammen und merkten, wie sehr sie es vermisst haben. Logisch, dass da auch ein neues Album her musste. So nahm die Post-Hardcore-Band Boysetsfire im eigenen Studio das Album „While A Nation Sleeps“ auf, das nicht nur der Band hervorragend gefiel, sondern auch bei den Hörern sehr gut ankam. Wir nutzten die Gelegenheit, der Band anlässlich des neuen Albums unsere „10 Fragen an“ zu stellen, die uns Robert von Boysetsfire gerne beantwortete.

1. Wie würdet Ihr den Erschaffensprozess Eures neuen Albums charakterisieren?

Nach unserem Break haben wir probiert, wieder zusammen zu spielen und es fühlte sich direkt hervorragend an. Wir haben das mehr vermisst als wir dachten und es hat sich richtig angefühlt. Aber wir wussten, dass wir nicht als Band enden wollten, die fortan mit altem Material auf Tour geht. Wir wollten weiterhin Musik erschaffen, die uns etwas bedeutet und so wussten wir schnell, dass wir wieder etwas aufnehmen werden. Aber erst einmal haben wir unser ganzes „Universum“ wiedererfunden und –arrangiert. Wir haben ein eigenes Label gegründet, in unserem eigenen Studio aufgenommen und und und. Dieser sehr notwendige und befreiende Prozess führte uns zu diesem neuen Album, das wir lieben. Und die Leute scheinen das auch zu tun.

2. Euer Album heißt „While A Nation Sleeps“. Welche Idee steckt hinter dem Namen?

Dieser Slogan begleitet uns schon sehr lange. Er war auf dem Flyer von einer unserer ersten Shows und auch auf den Flyern für die Re-Union-Shows haben wir ihn genutzt. Wir sind ihm immer stärker verbunden geworden und so ergab es schlussendlich Sinn, ihn auch für das Album zu nutzen. Für mich bedeutet er, etwas Positives zu erschaffen, auch wenn die Umstände gerade negativ sind. Es wird immer wieder Menschen oder Gruppen geben, die sich um einen positiven Wandel bemühen.

3. Wie ist Eure Erwartungshaltung mit dem neuen Album?

Wir denken nicht wirklich über etwas außerhalb harter Arbeit daran, das beste Album, das uns möglich ist, zu erschaffen. Was passiert, passiert, aber wir müssen wissen, dass wir unseren eigenen Ansprüchen genügen – und die sind ziemlich hoch, haha. Auf dem Hintergrund wissen wir das ganze hervorragende Feedback sehr zu schätzen, das wir für das Album bekommen haben. Wir sind sehr glücklich, dass die Leute sich so intensiv damit befassen können. Danke!

4. Wie kann man generell sagen, entsteht ein typischer Song von Euch, von der Inspiration bis hin zum fertigen Song?

Das ist unterschiedlich, aber meist starten wir mit einem Riff, bauen die Musik drumrum und der Text folgt zum Schluss. Aber es kann auch ein akustisches Stück mit Texten sein und wir bauen den Rest herum. Da gibt es keinen festgelegten Weg, das ist sehr offen und alles ist möglich.

5. Warum sollte man Euch unbedingt live anschauen?

Ich weiß gar nicht, ob Ihr das wirklich tun solltet. Haha. Alles, was wir versprechen können, ist, dass fünf Freunde die Musik spielen, die sie wirklich lieben und dabei wirklich 100% geben. Das ist alles.

6. Welche drei Dinge sollten Eurer Erfahrung nach auf keinem Fall im Tourgepäck fehlen?

Die Bhagavad-Gita (ein historisches indisches Buch mit sehr weitgängigem Wissen), frische Socken (sehr viele!) und mein Telefon (um über Facetime mit meiner Frau und meinen Kindern zu kommunizieren).

7. Welches Lied hättet Ihr gerne selbst geschrieben und warum?

Ich persönlich hätte gerne „My Sweet Lord“ von George Harrison geschrieben, weil das ein erstaunlicher Song ist. Oder irgendeinen schlechten Nummer-1-Hit-Song, sodass ich immer noch von den Tantiemen leben könnte ohne zu arbeiten. Hahaha.

8. Mit wem würdet Ihr gerne mal zusammen ein Stück aufnehmen?

Kelly Clarkson oder Katy Perry. ;-)

9. Wo seht Ihr Euch und Eure Musik in 10 Jahren?

Nach wie vor bei Boysetsfire dabei, Musik mit meinen besten Freunden zu machen, bei der jeder Song anders als der andere auf irgendeinem Album klingt. Ich bin nie den ganzen Tag in einer Laune, warum sollte ein Album also nur eine Richtung haben? Ich hoffe, wir bleiben immer so unvorhersehbar.

10. Vervollständigt bitte den folgenden Satz: Musik ist für mich die Welt, weil …

… bewiesen ist, dass die Sound-Vibrationen uns tief berühren und ich nicht leben könnte ohne die positiven Wirkungen auf mein Herz und meine Seele. Ich verdanke der Musik fast alles. Und was ich nicht der Musik verdanke, verdanke ich meiner Familie. :)

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Interview und Übersetzung: Marius Meyer
Bilder: Pressefreigabe