Clara Louise ist mit ihren selbstgeschriebenen Liedern zwar noch eine Newcomerin in der deutschsprachigen Musiklandschaft, mischt aber schon seit einigen Jahren in dieser Branche mit. So schreibt sie zum Beispiel 2010 den Weihnachtssong „Merry, Merry Christmas“ für Fabian Buch, der sich über sechs Wochen lang in den Top-100 der deutschen Media-Control Charts halten kann und verbucht im Teenageralter auch eigene Charterfolge (z.B „Until The End“ / 2009) mit den damals noch englischsprachigen Titeln. Doch seither ist einige Zeit vergangen und aus der jungen Sängerin ist eine gestandene Künstlerin geworden. Mit „Erde“ erschien nun ihr deutschsprachiges Debüt-Album, zu dem wir ihr unsere „10 Fragen an“ geschickt haben.

1. Wie würdest Du den Erschaffensprozess Deines neuen Albums charakterisieren?

Ich habe insgesamt drei Jahre lang an dem neuen Album gearbeitet. Ich habe sehr, sehr viele Lieder geschrieben, wovon die meisten in der Schublade gelandet sind. Es war für mich ein langer Findungsprozess, weil ich mich erst einmal wieder zurecht finden musste in der deutschen Sprache. Die Jahre davor habe ich auf Englisch geschrieben und gesungen. Als ich mit 13 Jahren begonnen habe, meine ersten Lieder zu schreiben, waren diese allerdings größtenteils auf Deutsch. Also wusste ich, dass es möglich ist, es brauchte nur seine Zeit. Die Aufnahmen waren hingegen sehr unkompliziert und wirklich entspannt. Wir haben die meisten Aufnahmen mit einem Toningenieur und ohne externen Produzenten im Mozarteum in Salzburg gemacht. Durch die Albumproduktion bin ich auch auf die Musiker gestoßen, die mittlerweile ein fixer Bestandteil meiner Live-Band sind. Es war eine super schöne Zeit und jetzt bin ich sehr glücklich mit dem Ergebnis!

2. Dein Album heißt „Erde“. Welche Idee steckt hinter dem Namen?

Erde war einer der ersten Titel, den ich für das Album geschrieben hatte. Ich habe den Song, in dem es um unseren Planeten und die Menschheit geht, gemeinsam mit meiner Gesangslehrerin, die außerdem eine bekannte Pianistin aus Salzburg ist, komponiert und aufgenommen. Erde ist außerdem ein sehr übergreifender Begriff, der alle Themen einschließt, um die es in meinen Liedern geht. Zudem finde ich auch, dass die Musik sehr „erdig“ klingt, da alles per Hand eingespielt ist und wir auf hoch-moderne Sounds bewusst verzichtet haben.

3. Wie ist Deine Erwartungshaltung mit dem neuen Album?

Jetzt bin ich einfach nur happy, dass das Album endlich draußen ist. Es steckt so viel Arbeit, Liebe und Herzblut in dieser Platte, dass es einfach befreiend ist, die Lieder jetzt mit allen teilen zu dürfen. Ich wünsche mir einfach, dass die Musik die Zuhörer berührt und dass sie sich in manchen Textzeilen wiederfinden. Ich schreibe über Gedanken, Fragen, Sorgen und Lösungen, die uns alle betreffen. Ich habe keine wirkliche Erwartungen, sondern wünsche mir einfach für mich selbst, dass ich weiterhin so viel Spaß und Leidenschaft für die Musik empfinde, wie ich es aktuell tue.

4. Wie kann man generell sagen, entsteht ein typischer Song von Dir, von der Inspiration bis hin zum fertigen Song?

Ich setze mich in Ruhe irgendwo hin und nehme meine Gitarre. Dann spiele ich ein paar Akkorde und singe eine Melodie. Das ganze nehme ich dann auf und schreibe erst dann den Text. Ich mache mir vorher keine Gedanken darum, worüber ich schreibe, das entsteht alles sehr spontan. Ich schreibe einfach drauf los und stelle erst später fest, was mich gerade selbst beschäftigt. Das ist immer sehr spannend und autobiographisch.

5. Warum sollte man Dich unbedingt live anschauen?

Weil ich Musik schon mein Leben lang im Blut habe. Ich genieße es Musik zu machen – erst dann fühle ich mich richtig frei. Ich möchte meine Musik, meine Seele und meine Gedanken gerne teilen!

6. Welche drei Dinge sollten Deiner Erfahrung nach auf keinem Fall im Tourgepäck fehlen?

1.) Ein Notizbuch für spontane Einfälle, Ideen, Liedertexte etc. 2.) Ein gutes Kissen, damit man überall mal die Augen zu machen kann. 3.) Gute Musik zum Abschalten! Am Liebsten von Joshua Radin oder Angus & Julia Stone.

7. Welches Lied hättest Du gerne selbst geschrieben und warum?

Ich hätte gerne „Georgia“ von Ray Charles geschrieben. Der Song ist einmalig und geht so tief unter die Haut. Ray Charles war einfach ein Genie und seine Kompositionen sind nicht von dieser Welt.

8. Mit wem würdest Du gerne mal zusammen ein Stück aufnehmen?

Unglaublich gerne mit Joshua Radin, weil ich seine Stimme so sehr liebe. Ich singe eher klar und laut und mag daher sehr gerne sanfte, rauchige Stimmen. Er ist einer meiner Lieblingskünstler und als ich zuletzt auf seinem Konzert in Köln war, war ich endgültig gefangen von seiner Musik. Ein zweistimmiges Duett wäre ein Traum.

9. Wo siehst Du Dich und Deine Musik in 10 Jahren?

So weit voraus schaue ich noch nicht. Ich habe aktuell schon wieder so viele gute Ideen für ein neues Album, dass ich mich jetzt erst einmal darauf konzentriere. Ich möchte mich einfach ständig weiterentwickeln und in Bewegung bleiben. Schreiben, singen und live spielen. Alles andere wird sich dann zeigen.

10. Vervollständige bitte den folgenden Satz: Musik ist für mich die Welt, weil …

… sie mir Geborgenheit und Freiheit schenkt. Nirgends kann ich mich so gut ausdrücken und zeigen wer ich bin, wie wenn ich singe. Ich schließe die Augen und singe drauf los, einfach das, was ich gerade fühle und genau dieses Gefühl ist unvergleichlich. Musik bedeutet mir alles und ohne sie könnte ich nicht überleben.

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Interview: Marius Meyer
Bilder: Pressefreigabe