Aufgewachsen auf einer Farm in Oregon stöberte Jarrod Lawson häufig in der Plattensammlung seines Vaters und stieß dabei auf Schätze von Donny Hathaway und Stevie Wonder. Musikalisch wandte sich Jarrod früh einem weiten Feld von Künstlern zu: Von Chopin über Chick Corea und Oscar Peterson zu Pastorius, von Errol Garner über Ravel und Paul Simon bis hin zu Bob Marley. Auf dem Washingtoner Capital Jazz Festival trat Jarrod Lawson auch bereits im Vorprogramm von John Legend und Erykah Badu auf. Zum selbstbetitelten Debüt-Album haben wir ihm unsere „10 Fragen an“ gestellt.

1. Wie würdest Du den Erschaffensprozess Deines neuen Albums charakterisieren?

Es hat Spaß gemacht, war eine Herausforderung, gleichzeitig anstrengend und erfüllend…

2. Dein Album heißt „Jarrod Lawson“. Welche Idee steckt hinter dem Namen?

Ich glaube, wenn du dich auf dem globalen Markt profilieren willst, musst du deinen Namen unter die Leute bringen, vor allem, wenn du wie ich erst ein Album veröffentlicht hast und den meisten Menschen unbekannt bist. Es ist ziemlich verbreitet, das erste Album nach sich selbst zu benennen, und ich fand es strategisch klug.

3. Wie ist Deine Erwartungshaltung mit dem neuen Album?

Erst hatte ich keine Erwartungen, aber nachdem mein Album jetzt seit fast einem Jahr erhältlich ist, und ich die Reaktionen aus aller Welt gesehen habe, hat sich das ein wenig geändert. Ich hoffe, dass dieses Album mir Türen öffnet und es mir ermöglicht, mit Künstlern zu arbeiten, die ich respektiere und bewundere. Es ist letzten Endes mein Resumé, das zeigt, wozu ich imstande bin, und ich hoffe, dass es mir in der Musikwelt weiterhilft.

4. Wie kann man generell sagen, entsteht ein typischer Song von Dir, von der Inspiration bis hin zum fertigen Song?

Ich lasse mich auf ganz verschiedene Arten inspirieren. Manchmal habe ich eine Textzeile im Kopf und arrangiere die musikalische Landschaft drumherum, und manchmal inspiriert mich eine neue Melodie, ein Basslauf oder eine Akkordfolge, und ich schreibe dann dazu einen Text. Ich will mich nicht auf eine Herangehensweise festlegen und probiere immer Neues aus, damit es für alle interessant bleibt.

5. Warum sollte man Dich unbedingt live anschauen?

Manche Künstler haben Schwierigkeiten, sich live auszudrücken. Dazu gehöre ich glücklicherweise nicht – meine Fans erzählen mir immer wieder, dass ich live noch beeindruckender klinge als auf dem Album. Ich mag es, mit dem Publikum eine Verbindung herzustellen, und ihre Energie treibt meine Show an.

6. Welche drei Dinge sollten Deiner Erfahrung nach auf keinem Fall im Tourgepäck fehlen?

Adapter, eine gute Kamera, Tabletten fürs Immunsystem. Und meine Sonnenbrille und Kopfhörer.

7. Welches Lied hättest Du gerne selbst geschrieben und warum?

Ganz schön schwierig, da nur einen zu nennen! Ich würde sagen… „Summersoft“ von Stevie Wonder. Es ist mein Lieblingssong von Stevie. Es hat die besten Akkordwechsel und die schönste Melodie, die ich je gehört habe, und dazu noch einen wunderbaren Text, der den Wechsel der Jahreszeiten als Metapher für eine Liebesbeziehung verwendet. Stevies Stimme ist makellos, und die chromatischen Modulationen am Ende sind herzzerreißend.

8. Mit wem würdest Du gerne mal zusammen ein Stück aufnehmen?

Erykah Badu, Omar, Lianne La Havas, Moonchild

9. Wo siehst Du Dich und Deine Musik in 10 Jahren?

Vielleicht lebe ich in Europa und arbeite mit einer Menge anderer Künstler zusammen, vielleicht schreibe und produziere ich auch FÜR andere Künstler, ohne dabei meine eigene Musik aus den Augen zu verlieren. Ich denke, ich werde viele verschiedene Stilrichtungen ausprobieren, aber immer mit Soul im Herzen.

10. Vervollständige bitte den folgenden Satz: Musik ist für mich die Welt, weil …

… es ein unglaublich ansteckendes, anregendes und zum Nachdenken aufforderendes Medium ist, durch das ich meine Botschaften senden kann. Es sind Botschaften von Einheit und brüderlicher Liebe, die soziales Unrecht und spirituelle Defizite ans Licht bringen. Das sind Themen, die in Soul und Jazz nicht oft auftauchen, aber ich denke, dass die Menschen sie hören wollen.

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Interview: Marius Meyer