Der kanadische Singer-Songwriter Jeff Beadle veröffentlichte am 01.08.2014 sein Debütalbum „The Huntings End“. Die acht Songs auf seinem Album sind aus simplen Ideen entstanden, die Jeff auf dem Weg zwischen seinen Jobs als Poolreiniger für die kanadische Elite als kurze Sprachnachrichten und unverständliche Notizen im Berufsverkehr von Toronto auf seinem Handy einspeicherte. Eine interessante Herangehensweise, die wir uns zum Anlass nehmen, dem Musiker unsere „10 Fragen an“ zu stellen – hier nun die Antworten.

1. Wie würdest Du den Erschaffensprozess Deines neuen Albums charakterisieren?

Ich habe viele Jahre in Bands gespielt und es wurde dann immer kompliziert, wenn bei Mitgliedern das Privatleben mehr in den Fokus rückte, da haben Bands oft aufgehört. Ich habe daher angefangen, selbst Musik zu machen und schreiben. Zu dem Zeitpunkt war ich nicht auf eine Karriere aus, aber habe beharrlich weiter Musik geschrieben. Ich wollte die Stücke für meine Frau und gute Freunde spielen, die mich dazu gebracht haben, eine Aufnahme von den Stücken zu machen, die ich auf meiner Akustik-Gitarre gespielt habe. Wir haben die Stücke auf dem Land auf der Farm der Eltern eines Freundes binnen eines Tages aufgenommen. Aus den Aufnahmen wurde dann “The Huntings End”.

2. Dein Album heißt „The Huntings End“. Welche Idee steckt hinter dem Namen?

Das ist der Name der Farm, auf der wir das Album aufgenommen haben. Das war ein weiträumiges Haus mit hohen Holzdecken, die auch ihren Anteil am Sound der Aufnahmen haben. Der Name der Farm schwirrte mir dann noch eine Weile im Hinterkopf herum und es wurde mir klar, dass der Name vieles reflektiert, um das es auf dem Album geht. Der Raum und die trostlosen Landschafte haben den Inhalt des Albums gut reflektiert. Der Name fühlte sich richtig an und es blieb dabei.

3. Wie ist Deine Erwartungshaltung mit dem neuen Album?

Das ist etwas seltsam, am Anfang hatte ich wirklich keine klaren Erwartungen. Das Album ist eine Sammlung von Stücken aus einer Phase des Wandels. Es sollte eine Sammlung von Ideen und Geschichten werden, um diese in Musik festzuhalten.

Ich habe mein Album in Toronto vorgestellt, bei Leuten und in Bars, wo ich spielen wollte. Anschließend hat sich das gut verbreitet, das war wirklich toll.

Meine Erwartungen für das Album haben sich geändert, seit Butterfly Collectors mich entdeckt haben. Ich denke, es ist ein Album, mit dessen Inhalten sich viele Leute irgendwie identifizieren können. Ich hoffe, sie fühlen es, teilen es und hören darin auch einen Teil ihres Lebens mit.

4. Wie kann man generell sagen, entsteht ein typischer Song von Dir, von der Inspiration bis hin zum fertigen Song?

Ich schreibe meist in einer Melodie-getriebenen Art. Ich spiele Akkorde, füge eine Melodie hinzu und dann warte ich, welche Art von Emotionen und Geschichten der Song an die Oberfläche befördert. Manchmal habe ich ein Stück sofort fertig, manchmal dauert es Monate.

Musik zu schreiben liegt mir im Blut, das ist eine tiefe Passion von mir und geschieht konstand, von der Idee bis zum finalen Produkt.

5. Warum sollte man Dich unbedingt live anschauen?

Ich denke, es läuft nach dem Motto “what you see is was you geht”. Ich habe die Stücke auf Sofas, in Autos und während eines Jobs als Pool-Reiniger geschrieben… eigentlich an allen Orten, wo ich in den letzten paar Jahren war.

Das ist eine sehr intime Erfahrung, als wenn ich die Stücke beim Zuschauer zuhause spiele. Ich hoffe, das können die Menschen fühlen und sich damit assoziieren, als wenn sie es wären, um die es geht.

6. Welche drei Dinge sollten Deiner Erfahrung nach auf keinem Fall im Tourgepäck fehlen?

iPhone
Boots, Sneakers, Runners
Advil

7. Welches Lied hättest Du gerne selbst geschrieben und warum?

“Sweet Carolina” von Ryan Adams. Das ist durch und durch hinreißend. Sentimental, textlich wunderschön und ehrlich. Es schmerzt, aber auf eine großartige Weise.

8. Mit wem würdest Du gerne mal zusammen ein Stück aufnehmen?

Ich würde liebend gerne ein Stück mit jemandem wie Jim James von My Morning Jacket aufnehmen. Ich verehre die Musik und die Energie dieser Band. Sein Songwriting und seine Texte strahlen für mich sehr zurück.

9. Wo siehst Du Dich und Deine Musik in 10 Jahren?

Das ist eine schwierige Frage. Ich hoffe, meine Familie ist glücklich und gesund und ich kann meine Musik machen… oder was mich auch immer beschäftigt in der Zeit. Bisher sehe ich meine Motivation und Hingabe für Musik nicht schwinden, daher sehe ich mich in zehn Jahren immer noch tief in der Musik, vielleicht noch tiefgreifender und konsequenter.

10. Vervollständige bitte den folgenden Satz: Musik ist für mich die Welt, weil …

… sie der Ort ist, wo ich mich am wohlsten fühle, um alles ehrlich auszudrücken, was ich drinnen fühle. Ich hatte immer Schwierigekeiten damit, mich zu öffnen, sogar zu den nahestehendsten Leuten. Musik ist meine Therapie und meine Liebe.

Weitere Artikel
News: Jeff Beadle – das Debüt-Album „The Huntings End“

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Twitter: www.twitter.com/jeffbeadle

Interview und Übersetzung: Marius Meyer (Einstieg bis „einspeicherte“: Pressefreigabe)
Bild: Mike Palmer