Es ist Nacht und alles liegt im Nebel. Umrisse von Körpern tanzen an Schatten vorbei. Sie blitzen im Strobolicht auf. Julius Gale beobachtet diese Ekstase, die Menschen, den Club. Er nimmt alles wahr – in Zeitlupe. Der Produzent und Songwriter erschafft aus diesen Eindrücken den Soundtrack für den Moment zwischen Rausch und Ruhe. Elektronische Club-Musik ist „so mathematisch und kompromisslos“, dass Julius Gale genau davon immer wieder aufs Neue fasziniert ist. Mit dem Produzenten Leander Bauer vollendete Julius Gale jetzt sein Debüt: die *acapulco EP. Sie bildet seine Live-Energie und seine bedachte Art zu musizieren ab. Die träumerischen Songs trägt man mit in die reale Welt – so wie die Erinnerung an die Nacht, wenn die Clubtüren schließen.

1. Wie würdet Ihr den Erschaffensprozess Eures neuen Albums charakterisieren?

Im Sommer 2011 habe ich damit angefangen, die Songs für die *acapulco-EP aufzunehmen und zu mastern. Ich wollte mit Leander Bauer, großartiger Produzent und guter Freund, zur Abwechslung mal einen elektronischen Sound machen. Am Ende hatten wir ein paar Songs, die wir gut fanden, und die uns nach und nach immer wichtiger wurden. Also haben wir beschlossen, sie live zu spielen, aufzunehmen, und diese EP zu veröffentlichen.

2. Eure EP heißt „*acapulco“. Welche Idee steckt hinter dem Namen?

Wir haben ein bisschen rumagealbert, und Leander hatte die Idee mit acapulco. Für mich ist das aber nicht nur ein Witz. Acapulco, die Stadt in Mexiko, existiert ja wirklich, und für mich ist sie synonym mit Parties, Begeisterung, Freiheit und Anonymität. Aber gleichzeitig frage ich mich, ob sie wirklich existiert – ein bißchen wie Atlantis. Ich frage mich, ob diese Freiheit erreichbar ist, oder nur eine Illusion. Darüber habe ich nachgedacht, als ich die Songs für die EP geschrieben habe, also hat *acapulco gut gepasst.

3. Wie ist Eure Erwartungshaltung mit dem neuen Album?

Zuallererst habe ich diese EP aufgenommen, damit ich etwas habe, das ich den Leuten nach einer Liveshow mitgeben kann; etwas, das sie mit nach Hause nehmen können, um den Abend und die Show immer wieder erleben zu können. Außerdem hoffe ich natürlich, dass sie vielen Menschen etwas bedeutet.

4. Wie kann man generell sagen, entsteht ein typischer Song von Euch, von der Inspiration bis hin zum fertigen Song?

Normalerweise ist alles improvisiert. Ich sitze am Klavier oder Synthesizer oder im Studio und versuche, eine gewisse Atmosphäre herzustellen. Diese musikalische Konstruktion inspiriert mich dazu, Melodien zu schreiben, die diese Atmosphäre widerspiegeln. Es passiert alles ganz spontan.

5. Warum sollte man Euch unbedingt live anschauen?

Weil ich mich ganz in der Musik verliere. Und wenn ihr dazu bereit seid, könnt ihr das auch tun.

6. Welche drei Dinge sollten Eurer Erfahrung nach auf keinem Fall im Tourgepäck fehlen?

Das Lustige Taschenbuch, NPR-Podcasts auf meinem Handy oder iphone, und ein gutes Buch.

7. Welches Lied hättet Ihr gerne selbst geschrieben und warum?

„Wonderwall“ von Oasis, weil jeder überall immer den Text kann und mitsingt. Das muss ein tolles Gefühl sein. Zumindest die ersten paar Wochen lang.

8. Mit wem würdet Ihr gerne mal zusammen ein Stück aufnehmen?

Im Moment Pharrell Williams. Der Typ ist so ein Phänomen. Aber wahrscheinlich würde ich in Tränen ausbrechen.

9. Wo seht Ihr Euch und Eure Musik in 10 Jahren?

Das klingt irgendwie wie eine Frage im Vorstellungsgespräch. Aber wenn es eine Frage nach meinen Träumen ist, dann will ich genauso weitermachen wie bisher, und so viele Menschen wie möglich mit meiner Musik berühren.

10. Vervollständigt bitte den folgenden Satz: Musik ist für mich die Welt, weil …

… ich durch sie das Raumzeitgefüge vergessen kann.

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Interview: Marius Meyer (Einleitung: Pressefreigabe)
Bilder: Simon Schaller (Mitte), Pressefreigabe (Cover)