Die Hamburger Desert-Noise-Rocker Łinie haben nach erfolgreicher Label-Suche Ende Juli ihr Debüt-Album „What We Make Our Demons Do“ veröffentlicht und sind seitdem dabei, der Musikwelt das gute um die Ohren zu hauen. Aufgenommen, produziert, gemischt und gemastert wurde das Album mit Timo Höcke im Hamburger141-Studio – Łinie folgen somit Acts wie Chäirwalk, The Moth oder den hoch gehandelten Mantar. Auch wenn das Album inzwischen bereits seit einer Weile auf dem Markt ist, haben wir es uns nicht nehmen lassen, der Band dazu unsere „10 Fragen an“ zu stellen. Hier nun die Antworten.

1. Wie würdet Ihr den Erschaffensprozess Eures neuen Albums charakterisieren?

Es ist das erste Album, das heißt wir hatten viel Zeit, um es so zu machen wie wir es wollten und wir haben zu fünft eine Menge Zeit und Gedanken investiert. Meistens waren wir einer Meinung und haben Riffs, Keys, Vocals wenig diskutiert und durchgewunken. Frei nach dem Motto: Der erste Impuls ist immer der Richtige. Ich glaube, wir sind ganz gut mit gefahren und haben die Dinge nicht unnötig kaputt wiederholt oder uns zu lange mit Kleinigkeiten aufgehalten.

2. Euer Album heißt „What We Make Our Demons Do“. Welche Idee steckt hinter dem Namen?

Wir haben uns mit dem Titel durchschnittlich schwer getan. Es gab noch weitere Vorschläge, aber bei dem waren wir uns dann doch schnell einig. Es ist sehr erstrebenswert sich nicht von seinen Dämonen leiten zu lassen. Es gibt natürlich genug Momente, in denen das nicht funktioniert und man sie einfach nicht in den Griff bekommt. Das Album handelt teilweise davon. Aber auch die Musik entsteht oft unterbewusst und man weiß nie so genau wer da jetzt am Werk war letztendlich. Der Titel fast es einfach sehr passend zusammen.

3. Wie ist Eure Erwartungshaltung mit dem neuen Album?

Wir erwarten nicht wirklich viel, außer den einen oder anderen Menschen damit glücklich zu machen, ggf. zusätzlich Leute zu erreichen und eventuell mit etwaigen Einnahmen ein zweites Album finanzieren zu können. Es ist schon eine große Sache überhaupt seine kreativen Spuren auf dem Planeten zu hinterlassen in Form von seiner Musik auf Vinyl, CD oder digitalen Medien. Ebenfalls ein großer Erfolg ist es jemanden mit einem gelungenen Gig eine schöne Zeit gemacht zu haben. Wir gucken dem ganzen sehr neugierig und entspannt entgegen.

4. Wie kann man generell sagen, entsteht ein typischer Song von Euch, von der Inspiration bis hin zum fertigen Song?

Das ist unterschiedlich, aber Ideen in Form von Riffs oder Part-Abfolgen werden ausgiebig geprobt und im Proberaum gespielt bis uns das so gut gefällt, das was daraus werden könnte. Passiert das, wird kurz aufgenommen, nachträglich bearbeitet und irgendwann wird dann aus dem Arbeitstitel ein Song oder auch nicht. Bei uns liegt noch so viel Material auf Halde, dass da noch ein Doppel-Album drin gewesen wäre. Die Entstehung von „Bearing Life“ zum Beispiel, basiert nur auf dem Text und einer groben Idee von unserem Drummer Alex, der den Song auch singt. „Chewing Gum“ ist ein sehr positiv ausgefallener Unfall von Iggi und hat seinen Ursprung in einem Gitarrenriff an das sich keiner mehr erinnert, das aber damals zu der EP-Session entstanden ist. Einzig Original ist nur die Gesangslinie. Es gibt keinen Masterplan, aber gute Ideen und Inspirationen haben wir und die gehen uns auch nicht so schnell aus.

5. Warum sollte man Euch unbedingt live anschauen?

Insgesamt sind wir Live noch eine Spur härter, kraftvoller und natürlicher. Wenn wir euch auf dem Album überzeugt haben oder ein gewisses Interesse geweckt haben, lohnt es sich definitiv das mal Live und direkt zu erleben, versprochen.

6. Welche drei Dinge sollten Eurer Erfahrung nach auf keinem Fall im Tourgepäck fehlen?

Boah, ganz fiese Frage und da wir nicht wissen ob dieses Interview nur von Erwachsenen oder den Bilderberger Regierungen gelesen wird müssen wir leider lügen und sagen: Die Biene Maja Pixi-Buch Sammlung unseres Drummers, die Chronik der Stuttgarter Kickers unseres Bassisten und der Begrüßungs-Hunni unseres Tastenfickers.

7. Welches Lied hättet Ihr gerne selbst geschrieben und warum?

Hmm, da gibt’s schon ein paar. Wir nehmen mal „Wellness“ von Marsimoto, weil wir uns da inhaltlich doch sehr einig sind. „Was ist denn mit der Realness?!“

8. Mit wem würdet Ihr gerne mal zusammen ein Stück aufnehmen?

Also Genre unabhängig kämen da schon einige Künstler in Frage. Es muss aber menschlich passen, weil wir da sehr viel Wert drauf legen. Somit stellt sich dann aber ja auch umgekehrt die Frage: Wer will mit uns ein Stück aufnehmen? Unser aller Favorit wäre wohl Jim Morrison gewesen, der aber leider viel zu früh von uns gegangen ist oder wir zu spät geboren sind.

9. Wo seht Ihr Euch und Eure Musik in 10 Jahren?

Das ist schwer zu sagen, weil 10 Jahre in die Zukunft blicken ist schon sehr gewagt. Meistens hat man die nächste Woche noch nicht mal geplant bzw. kann sie planen. Wenn wir sagen, die Welt ist dann voller „Łineasten“, dann ist das größenwahnsinnig. Wenn wir sagen, wir spielen dann vor NATO-Truppen in Moskau ist das auch nicht besser. Zehn Jahre sind langfristig gedacht und wir denken maximal mittelfristig. Ein zweites Album und eine Menge guter Gigs wären cool und das sind die einzigen mittelfristigen Zukunftsvisionen, die man mal so stehen lassen kann.

10. Vervollständigt bitte den folgenden Satz: Musik ist für mich die Welt, weil …

… es nicht die ganze Welt ist und andere Dinge wie z.B. Familie, gute Freunde, Gesundheit etc. immer wichtiger sind. Aber Musik ist ein täglicher Begleiter, ein Retter, ein Beschützer, ein Freund, ein was immer du willst, der es schafft dich für einen Moment lang frei zu fühlen und dem ganzen Wahnsinn da draußen mal eine Pause gibt.

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Interview: Marius Meyer