Der Weg von Lyronian startete bereits vor mehr als zehn Jahren: Alex Warwick Kern begann im Jahr 2003 und fühlte sich schnell wohl mit seinem Sound, sodass er seine anderen musikalischen Projekte beiseite legte und sich auf Lyronian fokussierte. Alex’ früherer Gitarrenlehrer Martin Buchman gesellte sich bald dazu, es folgten die ersten Demo-Aufnahmen. Wie gut sich die Band gefestigt hat, belegt bereits die Tatsache, bereits so lange aktiv zu sein, mit Crisis liegt nun ein neues Album vor. Ein willkommener Anlass für die „10 Fragen an“. Viel Spaß bei der Lektüre!

1. Wie würdet Ihr den Erschaffensprozess Eures neuen Albums charakterisieren?

Beobachten, Empfinden, Gedanken und dann versuchen mit dem „dritten Auge“ im Kreativprozess einen Song zu schreiben, der genau die Ergebnisse enthält.
Auf der zweiten Seite hat man ja die Produktion, die wir mit Jose Alvarez Brill in Berlin durchgeführt haben. Da wird es dann natürlich deutlich technischer und aus dem „jetzt hab ich ne geile Songidee“ wird einfach mal verdammt viel arbeit :-)

2. Euer Album heißt „Crisis“. Welche Idee steckt hinter dem Namen?

Einfach anhören. Musik erklärt sich besser beim Hören. Und es lässt natürlich auch noch individuellen Interpretationsspielraum. Was gut ist und auch so sein soll. Es ist kein autobiographisches Werk, das wäre ja langweilig, wir machen ja Musik auch für andere..obwohl sich ein kleiner autobiographischer Teil daraus natürlich nicht verleugnen lässt…Das ist normal und gut so. Hehe…
Kurzum geht es natürlich aber um Krisen verschiedenster Art die es gesellschaftlich zu bewältigen gilt. Dem voran steht das „Erkennen“. Der erste Wichtige Schritt um eine Lösung herbeizuführen. Eine davon ist Transformation. Das ist die Idee des Albumcovers.

3. Wie ist Eure Erwartungshaltung mit dem neuen Album?

Dass das Album das Licht der Welt erblicken darf und sich hoffentlich soviel wie möglich Gleichgesinnte daran erfreuen und in diese anmutige Welt von „Crisis“ eintauchen. Wenn dies so ist und man sich auch noch was für sich selbst „herausziehen“ kann, sind wir rundum glücklich.

4. Wie kann man generell sagen, entsteht ein typischer Song von Euch, von der Inspiration bis hin zum fertigen Song?

Dieses Mal haben wir es ganz anders gemacht. Wir haben uns diesmal einen Produzenten dazugenommen, der unsere „Sprache besser übersetzen kann“, als wir es vielleicht selbst können. Meist steht irgendeine textliche bzw. inhaltliche Idee am Anfang. Dann baut sich die Musik rundherum auf. Wobei natürlich eins komplett verzahnt mit dem Anderen ist. Eine nachdenkliche Textphrase oder ein etwas depri-stimmiges Gitarrenriff beeinflusst natürlich extrem den weiteren Verlauf der Songentstehung. Es kann aber auch umgekehrt sein. Da steht ein rohes Instrumental als entwurf, darauf schreibe ich dann den Text und zwar so, wie ich die Stimmung in der Musik empfinde…Dann kommt noch ein Synthi oder eine Gitarre dazu…Es gibt da keine einheitliche Vorgehensweise. Dann sind wir mit dem Material nach Berlin ins Studio zu Jose Alvarez Brill gegangen und haben diese produziert und gemischt.
Man muss da natürlich total aufpassen, das man während der Produktionsprozesses nicht die ursprüngliche Idee zerstört. Das schwierigste ist, die Grundstimmung beizubehalten…Das haben wir aber immer kommuniziert bei unserem Produzenten, dass wir gerne ein paar Kompromisse machen, aber verbiegen lassen wir uns nicht ! :-)

5. Warum sollte man Euch unbedingt live anschauen?

Weil wir Live nochmal deutlich dynamischer und rockiger sind, also einfach anders *hehe*.
Leider ist es mit Konzerten ganz knapp bestellt. Wir spielen frühestens zum Jahresende und es gilt: Es wird eher weniger als mehr Konzerte geben.

6. Welche drei Dinge sollten Eurer Erfahrung nach auf keinem Fall im Tourgepäck fehlen?

Lustige Frage, neben den Sachen die man für das eigentliche Set – also Instrumente – braucht ist das vor allem Bier und meinen Laptop, weil ich omputersüchtig bin :-)

7. Welches Lied hättet Ihr gerne selbst geschrieben und warum?

Von anderen Bands meinst du? Falls so, keines, jeder Musiker schreibt das, was ihn bewegt, manchmal mehr, manchmal weniger erfolgreich. Ich respektiere jedes Geistige Eigentum. Wir haben gerne unsere eigenen Songs geschrieben, weil wir Spass an der Musik haben.

8. Mit wem würdet Ihr gerne mal zusammen ein Stück aufnehmen?

Paradise Lost

9. Wo seht Ihr Euch und Eure Musik in 10 Jahren?

Vielleicht im Museum? :-) Keine Ahnung, hoffentlich in dem einen oder anderen CD-Regal bei Leuten, denen es gefällt, was wir machen..

10. Vervollständigt bitte den folgenden Satz: Musik ist für mich die Welt, weil …

… nur mit Musik ein ganz spezielles, eigenständiges Gefühl verpackt und ausgedrückt werden kann.

Homepage: www.lyronian.com
Facebook: www.facebook.com/lyronian

Interview: Marius Meyer