Wir freuen uns, an dieser Stelle eine neue Rubrik auf Alternativmusik.de präsentieren zu können: „10 Fragen an…“ ist der Name und bezeichnet einen standardisierten Fragebogen. Die Fragen sind die gleichen, die Interviewpartner und Antworten anders. Den Einstand feiern wir gemeinsam mit Matt Springfield, der kürzlich sein via Crowdfunding finanziertes Debüt-Album „Erase All Data“ veröffentlicht hat und sich erhofft, von möglichst vielen Hörern die Chance zu bekommen, erhört zu werden. Viel Spaß mit den ersten 10 Antworten unserer neuen Reihe!

1. Wie würdest Du den Erschaffensprozess Deines neuen Albums charakterisieren?

Ich würde sagen, dass der Weg vor allem auf dem Austausch und dem Teilen einer Leidenschaft basiert. Musik ist ein fantastischer Weg, um Leute zusammen zu bringen. Das Album wurde von den Hörern finanziert. Während des Entstehens des Albums und auch danach, habe ich mich viel mit denen, die an mich glauben, ausgetauscht. Sie waren sehr in das Projekt involviert. Sie haben Ratschläge gegeben und zum Beispiel auch die Tracks durch einen Poll ausgewählt. Wenn ich einen neuen Song schreibe, kann ich sie direkt fragen: Mögen sie den Chorus? Sollte ich mehr Synths oder Gitarren ergänzen? Außerdem helfen sie bei der Promotion. Einige arbeiten sogar im Radio, bei Magazinen… Ich habe einige getroffen, als ich in Belgien zu den Radiostationen gegangen bin und wurde von jemandem interviewt, der für ein Campus-Radio arbeitet. Ich verbringe viel Zeit damit, mit den Unterstützern zu reden und Nachrichten zu schreiben. Auf gewisse Weise hat Akamusic mir geholfen, zu den Fans zu finden. Ich informiere sie regelmäßig über das Projekt.

2. Dein Album heißt „Erase All Data“. Welche Idee steckt hinter dem Namen?

In unserer modernen Gesellschaft, sind wir so ziemlich alle „vernetzt“, durch das Internet. Was würden wir tun, wenn wir ganz von vorne anfangen müssten? Wir müssten die Welt neu erschaffen. Wir sind immer noch klein in einer großen Welt, aber wir fühlen uns durch diese modernen Möglichkeiten näher am anderen. Das Internet hat auch mir eine Menge gegeben: Ich habe Leute gefunden, um mit mir zu arbeiten und meine Musik zu produzieren. Das ist für Künstler eine fantastische Möglichkeit, ihre Musik zu teilen. Dass „Erase All Data“ existiert, verdanke ich zu großen Teilen dieser modernen Arbeitsweise. Aber davon ab: Leben wir mir diesen neuen Technologien besser? Diese Frage meint der Name des Albums! Außerdem mag ich den Namen, da das Album viele elektronische Sounds nutzt.

3. Wie ist Deine Erwartungshaltung mit dem neuen Album?

„Erase All Data“ ist mein erstes Album und so etwas wie mein Baby. Es enthält Stücke, die zu verschiedenen Zeiten meines Lebens entstanden sind. Sie reflektieren Emotionen und Situationen, die ich bisher erlebt habe – meistens durch meine Träume ausgedrückt. Seit ich Kind bin, fasziniert mich die Popkultur – vor allem englische/amerikanische Bands. Ich bin auch fasziniert davon, zu reisen und die Welt zu entdecken. Ich hoffe, dass ich die Leute auf eine wundervolle Reise in die Welt der Popmusik mitnehme! Mein Ziel ist es, zu unterhalten, Leute zum Lächeln zu bringen, verschiedene Emotionen zu erleben und sie für einen Moment ihrer Probleme zu entledigen. Das Album enthält energische Stücke („Poplife!“), sogar etwas dunkle und traurige Nummern („The End of Life“), aber auch beruhigende Balladen („American Soldier“) oder auch festliche Stücke („Feel loved“). Ich hoffe, dass „Erase All Data“ der erste Schritte einer sehr langen Reise ist.

4. Wie kann man generell sagen, entsteht ein typischer Song von Dir, von der Inspiration bis hin zum fertigen Song?

Ich bin immer auf der Suche nach coolen neuen Melodien. Ich habe oft Ideen, wenn ich weit weg von zuhause bin und nehme sie dann auf meinem Handy auf. Zuhause bearbeitete ich sie. Musik ist wie eine Konstruktion: Ich habe eine Idee, und finde eine weitere Idee einige Wochen später. Manchmal passen dann verschiedene Ideen zusammen und ein neuer Song ist entstanden.
Oder, als Beispiel: „American Soldier” wurde in fünf Minuten geschrieben. Ich habe meine Gitarre genommen, etwas gespielt und der Song war da. Im Studio haben dann alle Musiker Arrangements vorgschlagen. Wir haben viele Stunden damit verbracht, die Stücke zu bearbeiten. Greg Haver – der Produzent – hatte hat die Konstruktion der Stücke manchmal veränert, um eine bessere Pop-Struktur zu haben, aber er hat immer den Spirit meiner Kompositionen und Demos beibehalten. Die Musiker bringen oft Ideen ein und ich sage, was ich mag und was ich weniger mag. Im Studio sind wir in unserer eigenen Welt und denken nur über das Album nach. Wir versuchen vieles. Ich selbst finde im Studio auch neue Ideen für die schon geschriebenen Stücke, wie zum Beispiel Gitarrenriffs.

5. Warum sollte man Dich unbedingt live anschauen?

Live-Spielen ist der nächste Schritt. Ich habe bisher noch nie live gespielt. Ich muss Musiker finden und ein Set aufbauen. Das ist eine Erfahrung, die ich leben möchte: meine Stücke direkt vor den Leuten spielen. Mein erstes Album ist jetzt draußen, ich bin mehr als bereit. Ich denke, das werden tolle Momente für mich, wenn ich meine Musik live vor einem Publikum spielen kann.

6. Welche drei Dinge sollten Deiner Meinung nach auf keinem Fall im Tourgepäck fehlen?

Ich denke, ich würde meinen Computer, meinen iPod und mein Handy mitnehmen, um „connected“ zu bleiben.

7. Welches Lied hättest Du gerne selbst geschrieben und warum?

Ich denke, „Enjoy The Silence“ von Depeche Mode ist einer der besten Songs, die je geschrieben wurden. Ich mag den Text. Dave Gahans Stimme ist fantastisch. Die Produktion ist brillant. Der Song ist Pop und repräsentiert die perfecte Mischung von elektronischen Sounds und Gitarrenriffs.

8. Mit wem würdest Du gerne mal zusammen ein Stück aufnehmen?

Es gibt so viele fantastische Künstler und Produzenten, von denen ich mit einer Zusammenarbeit träume. Wenn ich einen nennen müsste, würde ich sagen Stuart Price. Er ist ein fantastischer Produzent. Er hat die 80er mit seinen Sounds perfekt ins Heute gebracht und das ist es, was ich mit meinem ersten Album auch versuche.

9. Wo siehst Du Dich und Deine Musik in 10 Jahren?

Ich hoffe, ich werde dann meine fünftes Album aufnehmen und andere Felder der Popmusik erkunden. Ich hoffe, dass ich die ganze Welt betoure und Gigs in Stadien spiele. Das ist ein richtiger Traum! Ich möchte Musik jeden Tag leben!

10. Vervollständige bitte den folgenden Satz: Musik ist für mich die Welt, weil …

… sie mir eine große Auswahl an Wegen eröffnet, dic ich gehen kann. Ich möchte die Welt erkunden so wie ich die Popmusik erkunde. Popmusik und Reisen sind die beiden großen Leidenschaften meines Lebens!

Weitere Artikel
Rezension: Matt Springfield – Erase All Data

Facebook: www.facebook.com/pages/MATT-SPRINGFIELD/115474775042
Twitter: www.twitter.com/mattspringfield

Interview: Marius Meyer
Bilder: Pressefreigabe