Die Band produziert einen elektronisch treibenden Sound, voller Energie und Melancholie. Der herausragende Fokus liegt dabei ganz besonders auf den starken Refrains. Me The Tiger repräsentieren eine neue Generation elektronischer Musik, sie sind ein frischer Wind in der festgefahrenen elektronischen Musik-Szene. Die Texte sowie die Message sind ein zentraler Teil von Me The Tiger. In einer Zeit, in der der Individualismus gedeiht, will die Band die Solidaritätswerte hervorheben und zu einer besseren und freundlicheren Gesellschaft beitragen. Wir haben ihr unsere „10 Fragen an“ gestellt.

1. Wie würdet Ihr den Erschaffensprozess Eures neuen Albums charakterisieren?

Jonas: Es hat alles in allem fast zwei Jahre gedauert, das Album zu schreiben, aufzunehmen und dann auszuwerten, ob die Produktion genau zum Album passt oder nicht. Das war natürlich nicht immer einfach, aber jetzt, wo wir fertig sind und uns das Ergebnis anhören können, sind wir sehr zufrieden damit. Es ist so etwas wie Me The Tiger 2.0, und wir haben in allen Bereichen noch eins draufgelegt, neue Elemente hinzugefügt, und sind uns trotzdem treu geblieben. Wir hoffen, dass es allen gefällt.

2. Euer Album heißt „Vitriolic“, also „giftig“. Was verbirgt sich dahinter?

Tobias: Die Heimatstadt der Band, Falun, war über Jahrhunderte eine der größten Bergbaustädte Europas. Dort wurden viele Metalle gefördert, die dann vor allem zur Waffenherstellung benutzt wurden. Der Abbau brachte der Gegend Reichtum, aber er hatte verheerende Konsequenzen für Menschen, Tiere und Natur. Der schwefelhaltige, giftige Kupferrauch, der dabei aufstieg, vernichtete rundum alles Leben. Viele Menschen starben an Vergiftungen, und auch heute noch sind viele Seen und Wälder um Falun zerstört und voller Giftstoffe. Auf der Suche nach Reichtum verlieren Menschen und die Natur jede Bedeutung. Daran hat sich auch im Lauf der Zeit nichts geändert.

3. Wie ist Eure Erwartungshaltung mit dem Album?

Tobias: Ich erwarte mir davon, dass wir ein größeres Publikum erreichen. Für dieses Album haben wir uns mit einer guten Plattenfirma und einer coolen Agentur zusammengetan, und wir erwarten uns einiges davon. Ich glaube, „Vitriolic“ ist ein gutes Album, und ich hoffe, das wird sich herumsprechen, jetzt, da wir ein stärkeres Team um uns haben. Unser letztes Album haben wir selbst veröffentlicht, und es ist nicht leicht, auf diesem Weg ein Publikum zu erreichen. Aber dieses Mal, mit so viel Hilfe, sind wir optimistisch.

Bella: Ich glaube, mit diesem Album werden wir die Leute positiv überraschen. Sie werden unseren Sound wiedererkennen und merken, dass wir uns weiterentwickeln. Sie hören eine neue Dimension des Me The Tiger-Sounds, und ich glaube, es wird ihnen gefallen.

Jonas: Wir haben neue Elemente eingebaut und viele Referenzen aufgegriffen, hoffentlich schreckt das niemanden ab. Ich persönlich bin der Meinung, dass es die interessantesten Songs und Produktionsschritte sind, die wir je gemacht haben, und ich freue mich, dass es jetzt alles rund und perfekt klingt. Hoffentlich geht es unseren Zuhörern genauso.

4. Wie kann man generell sagen, entsteht ein typischer Song von Euch, von der Inspiration bis hin zum fertigen Song?

Tobias: Das fängt jedes Mal ganz unterschiedlich an. Manchmal sitze ich einfach mit der Gitarre da, während ich einen Film ansehe, und ich spiele einfach drauflos, ohne jeden Druck. Manchmal habe ich plötzlich eine Melodie im Kopf, und manchmal spiele ich am Computer mit Rhythmen und Sounds herum. Ich schreibe selten einen Song von vorn bis hinten fertig; stattdessen habe ich mehrere Songideen gleichzeitig im Kopf. Die Texte kommen immer zum Schluss, und normalerweise dauert dieser Teil am längsten. Wenn der Song „fertig“ ist, spiele ich ihn Bella und Jonas vor. Wenn die beiden damit einverstanden sind, fangen wir mit den Aufnahmen an und ändern hier und da noch etwas an den Arrangements. Dann beginnt Jonas mit dem Abmischen.

5. Warum sollte man Euch unbedingt live anschauen?

Tobias: Weil Me The Tiger ein leidenschaftlicher Live-Act sind, die auch nochdas letzte an Energie geben. Wir lieben Liveauftritte, und ich denke, das merkt man auch.

Bella: Weil ihr von unserer Energie und der Musik begeistert sein werdet.

Jonas: Die Songs, die Energie, die Botschaft. Wir geben immer 100 Prozent.

6. Welche drei Dinge sollten Eurer Erfahrung nach auf keinem Fall im Tourgepäck fehlen?

Tobias: Kopfhörer (auf Tour muss man viel herumsitzen und warten, und ohne Musik würde ich da den Verstand verlieren), ein bisschen schwedischen Schnupftabak (für meine Nikotinsucht) und eine Kamera (ich liebe Fotos und Roadmovies und mache ständig welche).

Bella: Handy, bequeme Sachen, denn Entspannung ist wichtig, und Lippenpflegestift.

Jonas: Handy, E-Zigarette und meine Mütze.

7. Welches Lied hättet Ihr gerne selbst geschrieben und warum?

Tobias: „Heart-Shaped Box“ von Nirvana, „We’re In This Together” von Nine Inch Nails und “A Night Like This” von The Cure sind allesamt fantastische Songs, auf ganz unterschiedliche Weise. In meiner Teenagerzeit haben sie mir viel bedeutet und mich dazu bewegt, selbst Musik zu schreiben.

Bella: „Hoppipolla“ von Sigur Rós. Der Song ist einfach großartig, und mein Herz zerspringt, und ich bin gleichzeitig unglaublich glücklich.

Jonas: Oh, das ist schwierig… Wenn ich einen Abba-Song geschrieben hätte, wäre ich jetzt steinreich. Aber ich denke, ich würde „Without You, I’m Nothing“ von Placebo wählen. Dieser Song bedeutet mir alles, und ich habe ihn sogar auf meinen Arm tätowieren lassen.

8. Mit wem würdet Ihr gerne mal zusammen ein Stück aufnehmen?

Tobias: Es wäre toll, mit Trent Reznor von Nine Inch Nails zusammen zu arbeiten. Er hat über die Jahre so viele unglaubliche Dinge produziert, und er steckt immer noch so voller Ideen. Ich bewundere ihn sehr.

Bella: Robyn. Sie ist einfach unglaublich, und sie inspiriert mich immer wieder.

Jonas: Es wäre interessant zu sehen, was passiert, wenn Me The Tiger mit Crystal Castles ins Studio gingen.

9. Wo seht Ihr Euch und Eure Musik in 10 Jahren?

Tobias: Me The Tiger werden weiterhin oft touren und Musik veröffentlichen, auf die wir stolz sind. Außerdem werden wir uns für gemeinnützige Projekte engagieren.

Bella: Dem stimme ich zu.

Jonas: Ich schließe mich meinen Vorrednern an.

10. Vervollständigt bitte den folgenden Satz: Musik ist für mich die Welt, weil …

Tobias: … ich mich nur durch sie ganz lebendig fühle. Musik zu machen, live zu spielen und mit meinen besten Freunden um die Welt zu reisen – das ist wahre Liebe.

Bella: … ohne Musik mein Leben nicht lebenswert wäre.

Jonas: … Musik mein Sauerstoffgerät ist.

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Interview: Marius Meyer
Intro bis „beitragen“: Pressefreigabe
Bilder: Pressefreigabe