Man braucht noch nicht mal eine Minute, um zu merken, dass Michael Schulte mit seiner jüngst veröffentlichten neuen Single „Rock And Scissors“ ein durchaus ambitioniertes Statement abgeliefert hat. Die erste Auskopplung aus dem im Herbst erscheinenden Album „The Arising“ umfasst von sanften Pianotupfern, ungewöhnlichem elektronischem Schlagwerk sowie einem bombastischen wie eingängigen Refrain ein gewaltiges Klangspektrum. Dass es dem jungen Sänger und Songwriter dabei trotzdem gelingt, sich einen charakteristischen Sound zu bewahren, liegt nicht zuletzt an seiner einzigartigen Stimme. Grund genug für uns, den Rotschopf abermals mit zehn Fragen zu konfrontieren, bei denen er uns Rede und Antwort stand.

1. Worum geht es denn thematisch in Deiner neuen Single „Rocks And Scissors“?

Ich mag eigentlich total ungerne Inhalte meiner Songs erklären. Das ist ja auch nicht wirklich Sinn und Zweck des Ganzen, finde ich. Jeder sollte sich ein eigenes Bild machen und schauen, was er beim Hören dieses Songs empfindet. Das ist bei jedem anders, und ich habe allein schon für „Rock and Scissors“ die verschiedensten Geschichten gehört.

2. Warst Du an der kreativen Idee zum dazugehörigen Musikvideo beteiligt und kannst Du das Konzept hinter dem Clip näher erläutern?

Die Grundidee für das Video kam von der Produktionsfirma und wir haben dann gemeinsam die Einzelheiten und die mögliche Umsetzung besprochen. Ich selbst war beim Dreh ja nicht dabei, da ich auch in Berlin genug mit der Albumproduktion zu tun hatte, aber es waren ein großes Filmteam und 2 von uns ausgesuchte Schauspieler, die gemeinsam nach Österreich gefahren sind und dort ein Wochenende lang gedreht haben. Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis!

3. Der Song klingt, als hättest Du Deinen Sound gegenüber dem ersten Album, Wide Awake, stark weiterentwickelt. Gab es dafür eine bestimmte Motivation?

Ich bin ja noch relativ jung und war beim ersten Album einfach noch nicht imstande, für mich selbst herauszufinden, wohin es musikalisch irgendwann gehen soll. In den letzten Jahren habe ich mich intensiv mit vielen verschiedenen Musikstilen auseinandergesetzt, mir die Musik einiger anderer Künstler angehört und sehr, sehr viel live gespielt. Das alles hat mir dabei geholfen, herauszufinden, was genau ich für das neue Album für einen Sound fahren möchte, was meine Musik ausdrücken soll, was der Zuhörer fühlen soll. Zudem haben wir ein unfassbar talentiertes, junges Produktionsteam gefunden, mit dem wir gemeinsam „The Arising“ realisiert haben. Eine Platte, auf die ich jetzt schon unfassbar stolz bin!

4. Warum hast Du Dich ausgerechnet für „Rocks And Scissors“ als erste Single entschieden?

Ich denke es ist ein sehr starker Song, der sicherlich hier und da ein kleines Ausrufezeichen setzt und zeigt, dass ich mich weiterentwickelt habe. Zudem bietet er Raum für verschiedenste Facetten meiner Musik. Ruhig und balladesk, bis hin zu mitreißend episch.

5. Wie würdest Du den kreativen Prozess von den Arbeiten an Single und Album charakterisieren?

Es war teilweise ein ziemliches Puzzlespiel. Wir haben viele Songs nochmal komplett auseinander genommen, rumprobiert, wie man ihn möglichst spannend und harmonisch interessant formen kann. Das hat einiges an Zeit gefressen, aber letztlich hat es sich gelohnt. Es sind wirklich außerordentlich gute Arrangements dabei, musikalisch sehr wertvoll und einfach etwas, das ich mir tatsächlich selbst gerne anhöre, obwohl ich eigentlich eher ungerne meine eigene Musik höre. Es wurde sehr viel Liebe und Zeit reingesteckt und ich hoffe einfach sehr, dass die Leute, die das irgendwann hören, auch merken.

6. Welche Erwartungen hast Du an die anstehende Albumveröffentlichung?

Ich habe gelernt, dass man am besten einfach ohne jegliche Erwartung an so eine Veröffentlichung rangeht. Ich freue mich, wenn die Musik gut ankommt, und alles andere ist erst mal unwichtig.

7. Welchen Einfluss hatten die Produzenten Robert Stephenson und Valentin Sommer auf den Sound und wie verlief die Arbeit mit ihnen?

Robert, Valentin und auch Daniel Schaub, der die meisten Gitarren eingespielt und ebenso mit an den Songs gepuzzled hat, haben unfassbare Arbeit geleistet. Ich kannte das so gar nicht. Dass man wirklich so sehr in die Tiefe gehen kann in dem Produktionsprozess, insbesondere was das Arrangement eines Songs geht. Das war schon ziemlich faszierend, wie musikalisch geschmackvoll die Jungs da vorgegangen sind. Wirklich jeder Trommelschlag, jeder Saitenanschlag und jede Note ist durchdacht.

8. Wenn Du für einen Tag in die Haut eines anderen Musikers wechseln könntest, wen würdest Du Dir aussuchen?

Puh, das ist schwierig… da habe ich tatsächlich noch nie drüber nachgedacht.
Wahrscheinlich würde ich mal etwas ganz anderes empfinden wollen, also dementsprechend einen Musikstil, mit dem ich eigentlich nichts zu tun habe. Heavymetal-Festival vor 100.000 Leuten. Wäre sicherlich mal ganz lustig!

9. Gibt es ein Ziel, von dem Du träumst, es mit Deiner Musik zu erreichen?

Generell ist mein Ziel einfach, dass ich noch viele Jahre von meiner Musik leben kann,
und dass ich nicht den Spaß daran verliere. Aber ich denke das ist kaum möglich.

10. Erzähle uns etwas, was Du einem Interviewer noch nie vorher erzählt hast.

Ich gehe jetzt in ein Café und werde mir einen äußerst saftigen Schokoladenkuchen, einen Karottenkuchen und einen Cappuccino holen.

Weitere Artikel
Interview: Michael Schulte in Köln (Dezember 2013)
Rezension: Michael Schulte – My Christmas Classics

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Interview: Fabian Broicher
Bilder: Pressefreigabe