„Aus Luxemburg stammen Monophona, die mit „Black on Black ihr zweites Werk vorlegen, auf dem man direkt von unterkühlten Klängen und einer sehr sympathischen Frauenstimme begrüßt wird. Musikalisch bewegt man sich dabei in Bereichen des TripHop und des Dubstep.“ So leitete kürzlich der Kollege die Rezension zum neuen Album von Monophona ein. Um uns dem Album noch ein bisschen weiter zu nähern, haben wir der Band zusätzlich unsere „10 Fragen an“ gestellt. Hier die Antworten!

1. Wie würdet Ihr den Erschaffensprozess Eures neuen Albums charakterisieren?

Wir haben zwei Jahre lang an dem Album gearbeitet. Normalerweise arbeiten Chook und ich von zu Hause aus – wir schreiben einen Song am Computer und schicken uns dann die Datei hin und her, bis alles fertig ist. Wir schreiben nicht wie andere Bands einen Haufen Songs und arbeiten dann im Studio daran. Einige der Songs sind schon 2012 entstanden, einer war erst ein paar Wochen vor dem Termin fürs Mastern fertig. Die Herausforderung ist, ein harmonisches Ganzes zu schaffen, obwohl sich der Prozess über Jahre hinzieht.

2. Euer Album heißt „Black On Black“. Welche Idee steckt hinter dem Namen?

„Blackonblack“ ist ein Songtitel vom Album, und wir fanden, dass er charakteristisch für das ganze Album ist. Es geht um Depressionen und irrationale Ängste: Was, wenn du dich vor etwas fürchtest, was du nicht einmal sehen kannst? Es ist ein unsichtbarer Feind, den du nicht besiegen kannst, weil er sich nicht zeigt. Das Album ist insgesamt ziemlich düster, und der Titel bezieht sich auf diese Grundstimmung.

3. Wie ist Eure Erwartungshaltung mit dem neuen Album?

Wir hoffen, dass diejenigen, die das erste Album mochten, von diesem nicht enttäuscht sind. Wir haben versucht, unsere Musik weiterzuentwickeln und ein harmonisches Ganzes an Songs zu erschaffen, das den Hörern gefällt. Wir hoffen, das Album kann sich auch in ein paar Jahren noch selbst behaupten.

4. Wie kann man generell sagen, entsteht ein typischer Song von Euch, von der Inspiration bis hin zum fertigen Song?

Ich fange mit der Gitarre oder am Klavier an, an einem Song zu schreiben. Die meisten Songs sind im großen und ganzen fertig, und ich muss an den Melodien nicht mehr viel ändern. Bei den Texten und Arrangements ist das anders. Daran arbeite ich erst, nachdem ich eine erste Demoversion aufgenommen habe. Wenn ich damit zufrieden bin, schicke ich alles an Chook, der dann mit seinem Teil der Arbeit beginnt – Arrangements und Produktion. Wir schicken die Songs normalerweise noch ein paar Mal hin und her, bis Chook alles abmischt.

5. Warum sollte man Euch unbedingt live anschauen?

Die Liveversionen der Songs unterscheiden sich nicht weiter von den Albumversionen, aber bei Gigs ist die Energie trotzdem eine ganz andere. Weil wir mit Jorsch, unserem „echten“ Drummer unterwegs sind, können wir die Dynamik der Songs auf der Bühne noch ändern.

6. Welche drei Dinge sollten Eurer Erfahrung nach auf keinem Fall im Tourgepäck fehlen?

Mein blauer Pullover mit „Get Well Soon“ drauf, mein e-reader und die tollen Kopfhörer, die ich von meinem Cousin zu Weihnachten bekommen habe.

7. Welches Lied hättet Ihr gerne selbst geschrieben und warum?

„Shipbuilding“ von Elvis Costello. Ich mag den Song einfach, und ich glaube, der Text ist einer der besten, der jemals geschrieben wurde. Es geht um die Sinnlosigkeit des Krieges (der Song ist während des Falklandkrieges entstanden), und Costello schreibt „With all the will in the world, diving for dear life, when we could be diving for pearls“ („Mit dem besten Willen tauchen wir ab, wenn wir nach Perlen tauchen könnten“). Wir kämpfen miteinander, wenn wir zusammenarbeiten sollten, um die Dinge zu ändern. Der Krieg hat den Werften zu neuem Wohlstand verholfen – gleichzeitig wurden aber junge Männer aus eben jenen Gegenden auf diesen Schiffen um die Welt geschickt, um zu kämpfen und zu sterben. Elvis Costello bringt es auf den Punkt; in ein paar Zeilen sagt er so viel über ein unglaublich komplexes Thema.

8. Mit wem würdet Ihr gerne mal zusammen ein Stück aufnehmen?

Morrissey.

9. Wo seht Ihr Euch und Eure Musik in 10 Jahren?

Es wäre toll, wenn wir einfach weiter Alben schreiben und mit Begeisterung dabei bleiben könnten.

10. Vervollständigt bitte den folgenden Satz: Musik ist für mich die Welt, weil …

… sie Trost, Sinn und Ausdrucksmöglichkeiten mit sich bringt.

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Rezension: Monophona – Black on Black

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Interview: Marius Meyer
Bilder: Pressefreigabe