Es stürmte an dem Tag im August, an dem Nisse geboren wurde. Vielleicht ein Vorzeichen auf seinen unbeständigen Lebensweg, die Kontraste oder die Rastlosigkeit, seinen persönlichen Klang zu finden. Er wuchs im Grenzgebiet zwischen Kuhdorf und der Harburger Industrie des Phoenix-Viertels auf, tief im Süden Hamburgs. Der Vorort der Hölle, wie Heinz Strunk die Gegend in „Fleisch ist mein Gemüse“ beschreibt. Das Entertainment der gelangweilten Dorfjugend bestand aus Saufereien und Prügeleien, aus GTI-Tunen und den Festen, die so ein Nest zu bieten hat. Das Einzige, das Nisse daran mochte, war die Musik. Diese Liebe führte nun zum Album „August“, zu dem wir Nisse unsere „10 Fragen an“ stellten.

1. Wie würdest Du den Erschaffensprozess Deines neuen Albums charakterisieren?

Herausfordernd, nervenzerreibend und unbeschreiblich erfüllend!

2. Dein Album heißt „August“. Welche Idee steckt hinter dem Namen?

Ich wurde im August geboren, so wie auch mein musikalisches Vorbild Michael Jackson. Zudem ist es mein Lieblingsmonat, da er den Übergang von Sommer zu Herbst darstellt, dem Kontrast zwischen lebensbejahend und Melancholie.

3. Wie ist Deine Erwartungshaltung mit dem neuen Album?

Meine Erwartung an das Album hat sich schon erfüllt, da ich das mir vorgenommene Ziel, das beste mir mögliche Album mit den meiner Meinung nach talentiertesten Musikern und kreativen Köpfen, erschaffen habe.

4. Wie kann man generell sagen, entsteht ein typischer Song von Dir, von der Inspiration bis hin zum fertigen Song?

„Liebe Liebe“ beispielsweise entstand wie im Rausch. Ich habe das Lied in weniger als einer Stunde geschrieben und komponiert. Andere Songs dauern hingegen Jahre, da mir nach der ersten Strophe nichts mehr einfällt. Bevor ich etwas erzwinge lasse ich es liegen und schreibe es weiter wenn mir, passend zum Gefühl, etwas ähnliches passiert ist, was ich dort weiter verarbeiten kann.

5. Warum sollte man Dich unbedingt live anschauen?

Weil ich um mein Leben singe, wortwörtlich. Musik ist mein Leben und meine Geschichten und Gefühle sind wahre Begebenheiten, die ich nicht nur der Melodie oder Performance zuliebe geschrieben habe. Außerdem liebe ich meine Band und habe eine vergleichbare Konstellation an Menschen, unabhängig von meiner Rolle, noch nie gesehen.

6. Welche drei Dinge sollten Deiner Erfahrung nach auf keinem Fall im Tourgepäck fehlen?

Positive Energie, Wasser und viel gute Musik für die Fahrten.

7. Welches Lied hättest Du gerne selbst geschrieben und warum?

„Man in the Mirror“ von Michael Jackson und „All you need is love“ der Beatles. Zwei der Besten Songs aller Zeiten. Die Mischung aus wunderschönen Melodien und Arrangements, die in sich darüber hinaus aber noch eine starke Botschaft tragen.

8. Mit wem würdest Du gerne mal zusammen ein Stück aufnehmen?

Das behalte ich für mich. Solche Wünsche habe ich lieber im Kopf, bis sie greifbar werden. Momentan bin ich einfach glücklich, dass ich meine Platte im Grunde alleine und nur mit meinen Freunden zu diesem Werk machen konnte.

9. Wo siehst Du Dich und Deine Musik in 10 Jahren?

In den Herzen der Menschen, die noch auf schöne bzw. interessante Sprache und wahre Gefühle achten.

10. Vervollständige bitte den folgenden Satz: Musik ist für mich die Welt, weil …

… es der Planet ist auf dem ich lebe, liebe und atme. Musik ist mein Planet, mein Zuhause, meine Freiheit, mein Anfang und mein Ende.

Homepage: www.nissemusik.de
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Interview: Marius Meyer (Einleitung bis „war die Musik“: Pressefreigabe)
Bilder: Calvin Mueller