Dreckig, rotzig, ungeschliffen – Attribute, die Freunden der Rock-Musik gefallen dürften. Etwas, das man auch bei den Flying Eyes auf deren neuem Album „Lowlands” antrifft. Zwischen Stoner-Gitarren, Metal-Riffs, 70s Rock und weiteren Einflüssen haben sie es sich bequem gemacht und nun das ihrer Aussage nach bisher erwachsenste Album ihrer Laufbahn veröffentlicht. Wir haben uns „Lowlands” zum Anlass genommen, der Band unsere „10 Fragen an” zu stellen, um sie und das Album ein bisschen näher kennenzulernen. Hier sind die 10 Antworten!

1. Wie würdet Ihr den Erschaffensprozess Eures neuen Albums charakterisieren?

Das war ein langwieriger und bereichernder Prozess. Ich glaub, es fing damit an, die Stücke zu schreiben, die bereits seit einigen Jahren unfertig seit den Anfängen der Band rumfliegen. Im vergangenen Mai haben wir dann entschieden, dass wir bereit sind, also haben wir uns mit dem lokalen Producer Rob Girardi zusammengesetzt, um zehn Songs in den Lord Baltimore Studios zu schneiden. Am Ende der Sessions hatten wir kein Geld mehr und unsere Sommertour kam näher, sodass wir das Album erst einmal aufschieben mussten. Während der Tour haben wir eine Kickstarter-Kampagne entwickelt, mit der wir auch unseren Fans die Möglichkeit geben konnten, Teil des Prozesses zu werden. Glücklicherweise hatten wir so tolle Fans, die uns das wirklich ermöglicht haben! Der Rest ist Geschichte. Wenn ich den Prozess charakterisieren müsste, würde ich denke ich sagen, er war unglaublich herausfordernd, aber künstlerisch und mental sehr bereichernd. Das gab un seine Menge Selbstbewusstsein zu sehen, wie stark die Leute an das glauben, was wir machen.

2. Euer Album heißt „Lowlands“. Welche Idee steckt hinter dem Namen?

Es ist nach dem Song „Lowlands” benannt, der von unserer Heimatstadt Baltimore handelt. Baltimore hat eine wunderbare künstlerische und kulturelle Gemeinschaft, bei der wir stolz sind, ein Teil davon zu sein, aber sie verdeutlicht auch den Kampf mit der Armut in Amerika. Wir haben konstant eine der höchsten Anzahl an Morden und an Heroinsüchten im Land. Daher beschreibt „Lowlands” unsere Verbindung zu diesem Leid und den Drang, es zu versuchen zu verstehen. Ich denke, das Erkunden dieser dunklen Seite zieht sich durch das gesamte Album. Über Zufriedenheit zu schreiben ist nie wirklich hilfreich im Rock’n’Roll. Musik ohne ein Element von Schmerz ist meist langweilig. So wie Phich.

3. Wie ist Eure Erwartungshaltung mit dem neuen Album?

Ich bin sehr erfreut darüber, dass es noch besser angenommen wird als der Vorgänger. Wir sind als Band definitive gewachsen und haben an diesem Album härter gearbeitet als an jedem anderen in der Vergangenheit. Es ist definitive unser erwachsenstes Album und ich denke, die Fans werden begeistert sein.

4. Wie kann man generell sagen, entsteht ein typischer Song von Euch, von der Inspiration bis hin zum fertigen Song?

Wir beginnen meist mit einer sehr minimalen Idee oder manchmal einem einzelnen Riff oder Verlauf. Das kostet dann viele Stunden Arbeit und manchmal kommt an einem Tag etwas dabei raus, manchmal auch in einem Jahr. An der Single „Under Iron Feet” haben wir fast vier Jahre gearbeitet. Andere Stücke entstehen innerhalb einer Probe. Wir versuchen, das als natürlichen Prozess zu gestalten ohne uns da selbst Druck zu machen oder Stücke zu beenden, obwohl sie noch nicht fertig sind. Manchmal landen wir da in einer Sackgasse und müssen es noch einmal überdenken. Die Texte sind von der Musik inspiriert – wir warten immer auf den fertigen Song, bevor wir Texte ergänzen, da die Texte das Feeling des Songs transportieren sollen.

5. Warum sollte man Euch unbedingt live anschauen?

Wir sind uns alle einig, dass unsere Live-Shows unsere größte Stärke sind. Wir haben Jahre versucht, unseren Live-Sound mit ins Studio mitzunehmen und bei „Lowlands” ist uns das endlich gelungen. Der visuelle Aspekt unserer Performance übersetzt die Energie unserer Musik. Wir stecken all unsere Energie in unsere Live-Shows jede Nacht und lieben es, wenn wir danach mit unseren Fans Party machen können.

6. Welche drei Dinge sollten Eurer Erfahrung nach auf keinem Fall im Tourgepäck fehlen?

Ein zusätzliches paar Cowboy-Boots, amerikanische Zahnpasta, Kartenspiele!

7. Welches Lied hättet Ihr gerne selbst geschrieben und warum?

„Cortez the Killer” von Neil Young and Crazy Horse. Weil er auf der einen Seite einfach,a ber auf der anderen Seite so stark bewegend ist.

8. Mit wem würdet Ihr gerne mal zusammen ein Stück aufnehmen?

Mit Wayne Coyne aufzunehmen wäre fantastisch, vor allem, um einfach mit ihm abzuhängen und zu reden.

9. Wo seht Ihr Euch und Eure Musik in 10 Jahren?

Weltberühmt, aufgelöst oder tot.

10. Vervollständige bitte den folgenden Satz: Musik ist für mich die Welt, weil …

… sie das Tor zur Seele ist.

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Rezension: The Flying Eyes – Lowlands

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Interview und Übersetzung: Marius Meyer
Bild: Pressefreigabe