Die slowenische Band Torul hat sich in der Synthpop-Szene zu einer verlässlichen und dabei unberechenbaren Größe entwickelt. Auch auf „The Measure”, ihrem mittlerweile vierten Album in fünf Jahren, zeigen sie eine neue Facette ihres Sounds, den das Trio um Bandleader Torulsson stetig weiterentwickelt. Die erste Single „All” sorgte bereits für einiges Aufsehen und eroberte zahlreiche Hitlisten, u.a. Platz 1 der Deutschen Alternative Charts. Mit „Difficult To Kill“ erschien nun eine weitere Single, zu der wir uns das Album noch einmal vorgenommen haben und der Band dazu unsere „10 Fragen an“ geschickt haben.

1. Wie würdet Ihr den Erschaffensprozess Eures neuen Albums charakterisieren?

Für gewöhnlich tendiere ich dazu, parallel zu arbeiten und nicht an einem Song nach dem anderen. So kann ich einen Titel ruhen lassen und an einem anderen weiterarbeiten, sodass ich mit frischem Kopf dann noch einmal rangehen kann. So stapeln sich die Ideen, aber ich denke Stücke als mögliches Album-Material und wenn der Moment kommt, an dem ich denke „das ist es“, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, es fertigzustellen.

2. Euer Album heißt „The Measure“. Welche Idee steckt hinter dem Namen?

Der Titel kommt aus dem Text zu „The Balance“, wo wir den Hörer fragen: „What’s the level of your happiness, what do you need, what you’re giving — simple questions, hard to answer, where’s the balance, what’s the measure?”. Wir müssen jeden Tag Entscheidungen treffen und abwägen. Ich mag diesen offenen Albumtitel, denn die Hörer können so noch mehr aus dem Album ziehen als nur mit den restlichen Texten vom Album.

3. Wie ist Eure Erwartungshaltung mit dem Album?

Das Album wurde ziemlich gut angenommen und ich habe dazu einen Haufen guter Rezensionen gelesen. Ich bin glücklich damit, wie das Album gelaufen ist und auch mit dem Design-Konzept. Wir würden natürlich gerne eine breitere Hörerschaft erreichen. Das dürfte eines der großen Ziele der meisten Bands sein.

4. Wie kann man generell sagen, entsteht ein typischer Song von Euch, von der Inspiration bis hin zum fertigen Song?

Bei mir kommt die Inspiration Hand in Hand mit dem Spielen von Instrumenten oder anderem musikalischen Equipment – was immer ich in der Hand halte. Das kann manchmal sogar ein iPad sein. Ich versuche, nicht alles auf einmal zu machen, sondern schließe das Projekt zwischenzeitlich, um ein paar Tage später ein klareres Bild davon zu haben, ob es gut war oder nicht. Wenn es nach wie vor für mich gut ist, spiele ich damit ein bisschen weiter, mache weitere Sequenzen, Melodien, Textideen, Teile… Jedes Stück hat seine eigene Geschichte. Bis zu einem gewissen Punkt weiß ich nicht, ob es ein Torul-Stück ist oder ob ich es anderweitig verwende. Ich möchte mich nicht darauf beschränken, Musik zu schreiben, die zu Torul passen. Am Ende, wenn wir genug Material haben, wählen wir das Beste aus. Einige Stücke bleiben unfertig und werden vergessen, andere könnten in verschiedenen anderen Projekten landen.

5. Warum sollte man Euch unbedingt live anschauen?

Wir glauben, wir sind eine Band, die keine Angst vor verschiedenen Herangehensweisen zur Musik. Natürlich bleiben wir „bei der Sache“, aber wir haben verschiedene Ansätze – beispielsweise hat die Gitarre in verschiedenen Stücken eine vielfältige Rolle. Auch Jans kraftvolle Stimme verfehlt es an seinen besten Tagen nicht, die Menge zu beeindrucken. :)

[Anmerkung: Die Tourdaten sind unter dem Interview zu finden.]

6. Welche drei Dinge sollten Eurer Erfahrung nach auf keinem Fall im Tourgepäck fehlen?

Zahnbürste, Handtücher und ein Longboard (ein guter Weg, um sich spontan für einen kleinen Trip in die Stadt entscheiden zu können).

7. Welches Lied hättet Ihr gerne selbst geschrieben und warum?

Ich habe immer ein bisschen Schwierigkeiten damit, solche Fragen zu beantworten, weil es so viel Musik gibt, die ich mag und es mir nichts ausmachen würde, alles davon geschrieben zu haben.

8. Mit wem würdet Ihr gerne mal zusammen ein Stück aufnehmen?

Marnie von Ladytron, Siouxsie Sioux, Kate Bush, Alexander Marcus.

9. Wo seht Ihr Euch und Eure Musik in 10 Jahren?

Ich hoffe, wir haben eine großartige Reise durch verschiedene musikalische Phasen und dass die Leute nach wie vor zu unseren Shows kommen.

10. Vervollständigt bitte den folgenden Satz: Musik ist für mich die Welt, weil …

… es die intimste Erfahrung für mich ist, ob ich Composer bin oder es einfach nur höre.

Tourdaten

08.10.2015 Berlin, K-17
09.10.2015 Leipzig, Moritzbastei
10.10.2015 Hamburg Markthalle
11.10.2015 Oberhausen, Kult Tempel
22.10.2015 Frankfurt, Das Bett
23.10.2015 Köln, Essigfabrik

Homepage: www.torul-recordings.net
Facebook: www.facebook.com/torul
Twitter: www.twitter.com/ttorul

Interview: Marius Meyer
Intro bis „Deutschen Alternative Charts“: Pressefreigabe
Bilder: Pressefreigabe