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Monthly ArchiveApril 2007



Rezensionen &Tonträger Tristan on 30.04.2007

Varunna – Cantos

Dass Italien in den letzten Jahren viele hervorragende Künstler im Neofolk-Bereich hervorgebracht hat ist nichts neues. Gruppen mit Namen wie Ain Soph, Camerata Mediolanense, Calle della Morte oder Ataraxia gehören in diesem Genre zur Allgemeinbildung. In diesen Tagen ist nun auf dem Label Hauruck! das erste Album von Varunna erschienen, welches erkennen lässt, dass es in eben diesem Land noch einige talentierte Künstler gibt. Schon das Lied Fuoco von der gleichnamigen 7“ hat viel Beachtung geschenkt bekommen und so einige werden auf den ersten Vollzeittonträger gewartet haben. Warum sich das auch gelohnt hat, werden die nächsten Zeilen erläutern. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Marius on 20.04.2007

Fehlfarben – Handbuch für die Welt

Ein gutes Jahr ist es jetzt her, dass unter dem Titel 26 ½ das ungerade Jubiläum der Fehlfarben erschien. Auf der folgenden Geburtstag vergessen-Tour gab es mit den Titeln Handbuch für die Welt, Polit-Disko und dem Monks-Cover We Do bereits einen Vorgeschmack auf das soeben erschienene Handbuch für die Welt. Das Jahr Warten hat sich gelohnt, denn die Fehlfarben präsentieren sich auch nach 27 ½ Jahren erschreckend frisch. Es gibt so Alben, da lässt es sich nicht verhindern, Lobeshymnen zu schreiben. Dieses hier gehört dazu. Neben einem aktuellen Album ist es gleichermaßen ein Referenzwerk und ein lebendiges Stück Musikgeschichte. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Marius on 20.04.2007

Nils Koppruch – Den Teufel tun

Fink sind Geschichte, Nils Koppruch nicht. Nachdem der Sänger der Gruppe, die einst den Country im Indie-Bereich neu definierten, im vergangenen Jahr beispielsweise zum Fehlfarben-Jubiläum Das sind Geschichten beitrug, wird er jetzt den Teufel tun. Und zwar in Albumform. Mit Den Teufel tun ist Nils Koppruch jetzt ganz alleine am Werk. Mit einer leichten Kurskorrektur, durch die der Country-Anteil etwas verringert wird (ohne dabei gänzlich zu verschwinden), während antiproportional dazu die Singer-/Songwriterwirkung erhöht wird. Es ist berechtigt, wenn man von dem Mann spricht, der mal bei Fink war, es ist aber im gleichen Moment unangebracht, immer wieder mit Fink zu vergleichen. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Marius on 18.04.2007

Post Scriptvm – Raspad

Raspad kommt aus dem Russischen und bedeutet Zerfall. Ein gut gewählter Titel für die Klänge, die Post Scriptvm auf ihrem zweiten Album präsentieren, denn die Industrial-Stücke, die es hier zu hören gibt, evozieren beim Hörer durchaus Zerfallsszenarien. Langsame Tonstrecken bauen sich auf, der Zerfall ist schreitend, aber kontinuierlich. Dies zeigt sich bereits im Eröffnungstitel Crepusculum, der zusammen mit dem ebenfalls über zehn Minuten andauernden Titel Fever Dream das Werk einrahmt. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Tristan on 17.04.2007

The Green Man – The Teacher and the Man of Lie

Nach ihrem ersten auf nur 100 Stück limitierten Album From Irem to Summerisle steht von der italienischen Formation der zweite Vollzeittonträger in zehnfacher Auflage des Erstlings im Haus. Hat sich die Gruppe schon auf dem Debüt und der 10“ Irem mythologischen Themen angenähert, führt sie dieses Konzept fort: Diesmal dienten diverse biblische Themen als Vorlage für die Lieder. Angefangen beim Sündenfall, dem Verrat durch Judas, der Kreuzigung Christi schließlich zum das Album abschließenden Lied The final Journey, das wie eine Anklage an die heutige glaubens- und sinnentleerte Welt wirkt. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Marius on 17.04.2007

Silje Nergaard – Darkness Out Of Blue

Silje Nergaard ist wieder da. Nach einer längeren Pause – liegt doch Nightwatch inzwischen etwa dreieinhalb Jahre zurück – meldet sie sich auf Darkness Out Of Blue mit einem eindeutig dem Jazz treu gebliebenen neuen Album zurück, das dennoch in verschiedener Hinsicht eine Art Neubeginn im Kleinen darstellt. So zeigt die 40jährige Sängerin und Songwriterin aus Oslo auf ihrem neuesten Album, dass sie keinen Anlass dazu sieht, sich auf Lorbeeren wie Charterfolgen und Bezeichnungen im Stil von „Musikerin des Jahres“ auszuruhen. Stattdessen dynamisiert sie ihren Klang immer wieder durch Überraschungen und Einsprengsel aus anderen Stilen. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Marius on 17.04.2007

Garda – Go on! Dance! And Explode!

„Für Freunde von Damien Rice, Tiger Lou, Bright Eyes oder auch Robin Proper-Sheppard aka Sophia“ – so leitet die Gruppe den Promo-Text zu ihrer 13minütigen EP ein, die dieses Jahr im Eigenvertrieb über die Internetseite und Konzerte erschienen ist. Damit ist auf der einen Seite abgesteckt, was man sich musikalisch unter Garda in etwa vorzustellen hat, auf der anderen Seite gibt es damit auch gleich einen Einblick in die offensichtlichen Einflüsse der Musik. Auf vier Stücken voller Melodien, Akkorde, Worte, Gedanken und Phrasen stellen sich Garda auf dieser EP vor und hoffen auf die verdiente Beachtung. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Marius on 07.04.2007

Institution D.O.L. – Instructions For Modern Weakniks

Institution D.O.L. - Instructions for Modern Weakniks Bereits im Vorfeld des Albums hat sich in diversen Internetforen verschiedenes über diese Formation gezeigt: Durch die eigene Werbung zeigte sich zum einen, dass man sich im Hause Institution D.O.L. gut selbst zu inszenieren weiß, während zum anderen die daraus resultierenden Diskussionen zeigten, dass diese Gruppe eine stark polarisierende Wirkung hat. Beides im Prinzip keine wirklich neuen Erkenntnisse, für die Aufmerksamkeit auf das neue Album aber durchaus positiv. Natürlich haben Promo-Texte einen stetigen Hang zur Übertreibung, aber eine Feststellung über das neue Album der österreichischen Industrial-Gruppe stimmte: Tatsächlich ist es ihr bisher stärkstes Album. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Katrin on 07.04.2007

Arcade Fire – Neon Bible

Ein paar Monate ist das Jahr 2007 alt und die Musikmaschinerie hat sich keine Ferien geleistet. Neue Alben kommen, aber bei einigen Bands hätten kreative Pausen nicht geschadet. Ganz anders bei Arcade Fire und ihrem Album Neon Bible. Was es da zu hören gibt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit am Ende des Jahres in den Höhen der Jahrescharts zu finden sein. Denn wie oft findet man schon mal ein Album, bei dem es selbst nach dem fünften Hören nur Gutes zu sagen gibt? Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Marius on 07.04.2007

Tonal Y Nagual – The Unseen Deserts

Neues aus dem UMB-Kollektiv: Nach (den ebenfalls hier besprochenen) Jägerblut haben am 03.04.2007 auch Tonal Y Nagual ihr Debütalbum veröffentlicht. Die beiden Mitglieder Giuseppe Tonal und Tikki Nagual (an deren Namen man gleich erkennt, was es mit dem kryptischen anmutenden Projektnamen auf sich hat) sind nicht nur durch das Label mit Jägerblut verbunden, sondern auch selbst bei Jägerblut aktiv. Die Musik, die sie unter ihrem Namen veröffentlichen, hat allerdings mit genanntem Projekt nicht viel zu tun, außer eben der Mitgliedschaft und der Tatsache, dass auch Tonal Y Nagual sehr obskure Musik zum Besten geben. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Marius on 07.04.2007

Elend – A World in Their Screams

Das französisch-österreichische Ensemble Elend veröffentlicht dieser Tage mit A World in Their Screams ein Album, das in vielerlei Hinsicht Superlativen verkörpern möchte. Dies geht bereits bei der Tatsache los, dass zum Klangbild dieses Albums über 30 Musiker beigetragen haben, um den Nachfolger zu Sunwar The Dead zu dem zu machen, was es ist. Plan war, ein extremes Album zu machen – diesen Plan kann man auch als aufgegangen bezeichnen: Auf A World in Their Screams treffen sich verschiedene Extreme, so zum Beispiel ein musikalisches Aufgebot klassischer Orchester-Instrumente und die Gewalt extremen Metals. Continue Reading »

Interviews Tristan on 06.04.2007

Bain Wolfkind im Interview

Im Sommer wird Bain Wolfkinds neue CD Wastelands erscheinen. Für uns ein guter Grund, dem gebürtigen Australier ein paar Fragen zu stellen. Hierbei konnte man nicht nur was über seinen neuen Tonträger, sondern auch einiges über seine musikalischen Hintergründe, seine Rolle als Schlagzeuger bei der österreichischen Gruppe Der Blutharsch und seine Pläne für die Zukunft zu erfahren. Viel Spaß beim Lesen! Continue Reading »

Konzertberichte Marius on 05.04.2007

Die Happy – 31.03.2007, Wilhelmshaven Pumpwerk

Sie sind wohl eine der in Sachen Touren unermüdlichsten Bands, die es in Deutschland seit Jahren gibt. Aber auch die schönste Tour nimmt mal ein Ende. So auch am 31. März 2007 im Pumpwerk in Wilhelmshaven, wo Die Happy das Abschlusskonzert ihrer No Nuts No Glory-Tournee zusammen mit ihrem Support-Act Disgroove, der sie auch schon eine Weile begleitete, spielten. Gegen 20:00 Uhr öffneten sich die Pforten des Pumpwerks, der Parkplatz füllte sich stetig. Nach und nach strömten die Zuschauer ins Pumpwerk hinein, um dem Konzertabend beizuwohnen. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Katrin on 05.04.2007

The Shins – Wincing the Night Away

Es gibt unzählige Bands, die wirklich gut sind, aber die kaum jemand kennt. So wurden beispielweise The Shins wesentlich bekannter, als sie eine ’lebensverändernde Funktion’ im Film Garden State einnahmen. Mit ihrem neuen Album hätten The Shins aber auch Aufmerksamkeit erregt, denn Wincing the Night Away ist ein Indie-Album mit dem Prädikat sehr gut.
Sleeping Lessons wartet erstmal mit ruhigen Klängen auf und einer fast bedeutungslosen Stimme und man fragt sich: wieso hat man Geld dafür bezahlt. Aber das soll wohl eine Art Spiel sein, denn auf einmal wird das Tempo angezogen und mit Schlafen ist hier nichts mehr. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Marius on 05.04.2007

Die Fantastischen Vier – Fornika

An die 16 Jahre ist es tatsächlich schon her, dass Die Fantastischen Vier mit Jetzt geht’s ab ihr Debüt-Album veröffentlicht haben. Die Gründung geht sogar noch weitere Jahre zurück. Dennoch sind sie immer noch da, auch wenn sie selber zugeben, dass so ein Album aufzunehmen immer eine anstrengende Angelegenheit ist. So sind diesmal wieder über zweieinhalb Jahre ins Land gegangen seit Viel, was zwar im Vergleich zu der Zeit davor wenig ist, dennoch aber im Vergleich zu anderen im Genre nicht sehr schnell ist. Dafür (um mal wieder die Analogie mit einem guten Wein heranzuzitieren) ist das Album in dieser Zeit gereift und so zu einem wirklich ausgereiften Endprodukt geworden. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Marius on 04.04.2007

Sistrenatus – Division One

Division One ist das Debütalbum des kanadischen Noise-Projekts Sistrenatus um Harlow MacFarlane, der zuvor bereits bei – dem inzwischen aufgelösten – Projekt Funerary Call aktiv war. Es präsentiert einen Angriff auf die Gehörgänge, dargestellt durch eine Kombination von dunklem Ambient, Power Noise und Death Industrial. Auch Schlagworte wie „harsh“ und „martial“ sind sehr treffende Bezeichnungen für das auf Division One Dargebotene. Um das geschaffene Werk als ein Gesamtwerk zu präsentieren, tragen die einzelnen Titel lediglich Kapitelnamen von I bis XI. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Marius on 02.04.2007

Antimatter – Leaving Eden

Ein Umschlag aus dem Hause Prophecy Productions. Es lag also die Erwartung nahe, dass sich etwas aus dem Bereich Folk oder eventuell etwas aus dem Bereich Metal in der Post befindet. Dies war allerdings eine Fehleinschätzung. Der einzige Teil, der von der Erwartungshaltung erfüllt wurde war der, dass es etwas Innovatives sein wird – hat dieses Label doch bereits in der Vergangenheit durch viele innovative Veröffentlichungen und interessante Entdeckungen von sich reden gemacht. Die eigene Innovativität manifestieren Antimatter in ihrer ganz eigenen Spielweise von düsterer Rockmusik, dessen Bezeichnung sich schwer mit einer platten Genre-Bezeichnung wiedergeben ließe. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Marius on 01.04.2007

Brett Anderson – Brett Anderson

Brett Anderson Nach Suede und The Tears nun also ganz allein: Brett Anderson versucht sich als Solokünstler und zeigt mit seinem selbstbetitelten Solodebüt, dass dies durchaus eine Perspektive mit Zukunft ist. Auf elf Stücken zeigt sich Brett Anderson von einer sehr gefühlvollen Seite und offenbart dabei Musik, aus der herausklingt, dass sie direkt aus der Seele kommt. Ruhige Töne in einem Gewand von BritPop kommen aus dem Abspielgerät und schmiegen sich angenehm ins Ohr ein und berühren den Hörer durch ihre vermittelten Emotionen. Wer bei Suede gegen Ende der Laufbahn der Ansicht war, dass er auf den neueren Werken etwas vermisst, wird es gut bei diesem Solo-Album finden können. Continue Reading »