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Monthly ArchiveApril 2012



Rezensionen &Tonträger David on 30.04.2012

Fighting Fiction – Fighting Fiction

Es ist schon eine Krux, wie irregeleitet sich manch Musikfreund von einer ursprünglich ganz wunderbaren Allerweltsformulierung wie „Pop” inzwischen fühlen darf. Im Grunde doch längst zum Synonym für „nichts Halbes und nichts Ganzes“, „im Grunde ganz gut, aber denn doch nicht mutig genug“ oder einfach „massentauglich“ pervertiert, kann die Beschriftung „Pop“, im falschen Kontext gesetzt, doch eine ganze Menge Antipathien aufbauen. Und so bewirbt das Label der Fighting Fictions das Debüt-Erzeugnis seiner wilden Sprösslinge doch gleich einmal als ansteckenden „great pop punk“ – und unterschlägt damit, dass das Quartett zwar in der Tat gleich ein halbes Dutzend vermeintlicher Hits im Halfter stecken hat, die clean genug produziert daher gewütet kommen, um auch von kleinen hüpfenden Schulmädchen toll gefunden zu werden. Continue Reading »

Konzertberichte Dennis on 30.04.2012

Hugh Cornwell – 25.04.2012, Bonn Harmonie

Während die Stranglers volle Hallen haben, zum Beispiel im ausverkauften Luxor, muss sich der Ex-Sänger Hugh Cornwell mit einer vergleichsweise eher leeren Harmonie in Bonn begnügen. Die „Harmonie“ in Bonn, ist ein schöner Konzertladen mit angehängter Gastronomie, aber Hugh hat an diesem Abend einen großen, unwürdigen Gegner, den Fußball – und so kommt es, dass man lieber das Rückspiel im Halbfinale der Champions League Real Madrid gegen den FC Bayern München sich ansehen möchte, anstatt sich mit dem Gründer der Stranglers auf Zeitreise zu begeben. Ein bisschen schade ist das schon, wenn man bedenkt, dass „seine“ Stranglers am Vorabend das Luxor ausverkauft haben und sich die Stimme der Stranglers vor einer Handvoll Leute beweisen muss. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger David on 30.04.2012

Mirrored In Secrecy – Day Of Renewal

Dass musikalische Vielfalt auch als unkontrollierbarer Bumerang durch die Luft geprügelt kommen kann, lässt sich an Day Of Renewal, dem ersten Album von Mirrored In Secrecy bei ihrem neuen Label Echozone, ziemlich gut beobachten. Grundsätzlich und ganz prinzipiell doch eigentlich als düstere Gothic Metal-Band zu verstehen, steigen die Kölner im Titeltrack gleich einmal mit einem catchy Synthie-Intro ein und erinnern kurz darauf, bei aller untergemengten Wüstheit, durch das klackernde Schlagzeug den ein oder anderen auch noch (mit Sicherheit) unfreiwillig an Nena und ihr Irgendwie, irgendwo, irgendwann. Schnell gesellt sich dann der raue Gesang von Bandgründer David Timsit hinzu, im Refrain ummantelt vom engelsgleichen Organ von Neuzugang Julia Kahlert. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Dennis on 30.04.2012

Of Monsters and Men – My Head is an Animal

Of Monsters and Men haben sich schon Monate, bevor jetzt endlich ihr Debüt-Album auch in Deutschland erscheint, schon auf ihren ausverkauften Liveshows in Berlin und Köln ihren Ruf als neue Hoffnung der Musikszene zementiert. Die Isländer überraschen mit zu Herzen gehenden Folk Pop-Perlen. Dass der Sechser aus Reykjavik seine Instrumente beherrscht, merkt man in jedem der 12 Songs. Wer eine Nummer 1 in seine isländischen Heimat vorweisen kann und in den USA ein Top Ten-Album platzieren konnte, dem ist einiges zuzutrauen. Mit Little Talks haben Of Monsters and Men einen wirklichen Hit auf dem Album und auch die anderen Nummern sind keine bloßen Lückenfüller, sondern haben auch eine Menge Charme. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger David on 30.04.2012

Mundtot – Spätsommer

Selbstredend dürfte schwerlich zu klären sein, ob Mundtot bedeutend mehr oder aber bedeutend weniger Einheiten ihres Debüts Spätsommer verkaufen würden, so sie dieses mit Aufklebern garnieren würden. „Thomas Bernhard würde Mundtot hören!“ könnte beispielsweise darauf stehen oder aber „Schopenhauer und 23.845 weiteren Existentialisten gefällt das!“ Wie dem auch sei: Spätsommer gerät auch ohne werbewirksame Unterstützung von Literaten und Philosophen zu einem Festakt für Misanthropen und Nihilisten – und es ist schon nötig, heftig tief zu graben, um ein in diesem Bezug ähnlich treffsicheres Album aus deutschen Landen und in deutscher Sprache aus den Schächten der vermoderten Musikhistorie zu ziehen. Continue Reading »

Neuigkeiten PR on 30.04.2012

Plan B: Rückkehr nach 15 Jahren Pause

Mit Plan B kehrt dieses Frühjahr ein der vielversprechendsten deutschen Rockbands der 80er Jahre auf die Rock’n’Roll Bühnen zurück. Hits wie „Beam me up, Scotty“, „Life’s a beat“, „Grab it“ oder „Dancing Propaganda“ laufen noch heute in den Indie-Diskos des Landes, Bands wie die Beatsteaks erinnern sich mit leuchtenden Augen an die legendären Gigs der Berliner Kollegen. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Marius on 29.04.2012

Marilyn Manson – Born Villain

Anno 2012 einen Text über Marilyn Manson zu beginnen, hat eine undankbare Komponente. Schließlich wurden sämtliche Klischees schon ausgelatscht… Nach all den Jahren noch vom „Schockrocker“ zu sprechen, ist überzogen, denn jemanden schocken kann Manson wohl nur noch außerordentlich zielgruppenfern – wobei man den Auftritt bei der ECHO-Verleihung in der Hinsicht wiederum als vollen Erfolg ansehen kann. Aber seine Fans mögen ihn für seine Art und Weise, sein Auftreten, seine Ausdrucksweise, polarisierend war er schon immer – und nun erscheint sein neues Album Born Villain, auf dem sich Manson sehr rhtyhmus-getrieben zeigt. Continue Reading »

Konzertberichte Dennis on 29.04.2012

The Stranglers – 24.04.2012, Köln Luxor

Es ist ja immer ein Risiko, eine Band live zu sehen, die zwar immer wieder Alben aufnimmt, aber die über ihren Zenit hinaus zu sein scheint und erst vor kurzem nach einer langjährigen Pause mit Giants wieder ein ziemlich gutes Album aufgenommen hat. Aber weit gefehlt, was die Stranglers, im Jahre 2012 aus Bassist und Leadsänger Jean-Jacques Brunel, Schlagzeuger Jet Black und den beiden einzigen Gründungsmitglieder Dave Greenfield, auch schon seit 1975 dabei und Gitarrist Baz Warne bestehend, von der Bühne des ausverkauften Kölner Luxors bringen, das hat wirklich Hand und Fuß. Geschickt verknüpft das Quartett aus England große Hits mit den Nummern aus dem aktuellen Album. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger David on 29.04.2012

Pennywise – All Or Nothing

Es gibt Alben, da erübrigt sich im Grunde jedes Wort. Alben, bei denen schon vorher klar ist, wie sie klingen werden. Und – holla – so klingen sie dann tatsächlich auch. Der Sinn einer jeden Auseinandersetzung mit einem solchen Machwerk ist dementsprechend herauszufinden, ob diese Vorhersehbarkeit nun positiver oder negativer Natur ist. Seit Ende der achtziger Jahre prägen Pennywise das Hardcore-Genre mit ihrer Melange aus Funk-Metal und Skate-Punk. Ursprünglich auserkoren in ähnliche Größenordnungen vorzustoßen wie ihre Glaubensgenossen von Green Day, Bad Religion oder The Offspring, blieben die Kalifornier jedoch stets einen wohltuenden Schritt im Schatten der Alternative-Bewegung stecken. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Dennis on 29.04.2012

The Band from Rockall – The Band from Rockall

Bereits nach 30 Sekunden ist klar, wer die Band from Rockall ist. Es handelt sich natürlich um die Gründungsmitglieder der schottischen Folk Rock-Helden von Runrig, das Brüderpaar Rory und Calum Macdonald. Runrig sind eine der berühmtesten schottischen Bands, die vor allem in ihrer schottischen Heimat wie auch in Deutschland gern gesehen sind und bei deren Konzerten die Luft brennt, wenn sie über den Loch Lohmond“ singen Nun also das erste gemeinsame Soloprojekt der Brüder. Runrig-Fans wird das Herz aufgehen, denn die Texte sind zum Teil in Gälisch aufgenommen und das erinnert die Fans an die unvergesslichen Hymnen der Band Runrig und ihren damaligen Frontmann Donnie Munro. Continue Reading »

Audiovisuell &Rezensionen &Tonträger Marius on 29.04.2012

Nobody Knows – folKing around

Man ist oft überrascht, dass man von Bands erst recht spät was mitbekommt. So beispielsweise eine Band wie Nobody Knows, die inzwischen schon über zehn Jahre aktiv ist, im eigenen Horizont desjenigen, der diese Zeilen hier niederschreibt jedoch nur ein Jahr. Aber ob nun als alteingesessener Hörer oder Neuling: Erfreulich ist es allemal, was hier vorliegt. Mit dem Titel folKing around präsentieren uns die Musiker aus Stendal eine Werkschau ihres Schaffens – und das live! Präsentiert auf zwei Scheiben: Einmal in DVD-Form inklusive eines Making Ofs, zusätzlich auch noch einmal in CD-Form, falls man gerade mal keinen Bildschirm dabei haben sollte. Auf der Veröffentlichung zeigen sich Nobody Knows in Topform und Bestlaune. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Dennis on 29.04.2012

blek le roc – blek le roc

Die Geschichte von blek le roc beweist, dass auch im Jahre 2012 noch Märchen passieren können. Der Sänger und Gitarrist der Band, Tobias Dirr, nahm im Jahre 2005 an einem Talentwettbewerb teil, dessen Hauptpreis ein Auftritt beim renommierten Tollwood Festival in München war. Wider Erwarten gewann er den Wettbewerb und musste nun handeln, denn als Solokünstler aufzutreten, das kam für ihn nicht in Frage, Er fand mit dem Gitarristen Lucas Fernandes und dem Schlagzeuger Benedikt Abé zwei begeisterte Mitstreiter und seit sich das Trio zusammengefunden hat, geht es steil bergauf, was der Auftritt auf dem Tollwood Festival und eine Vielzahl an Support Acts für Größen wie Status Quo, Glasvegas, oder Suede-Sänger Brett Anderson beweisen. Continue Reading »

Neuigkeiten PR on 29.04.2012

Sebel: neuer Clip, neue EP, neue Tour

„Scheiß` auf die Disco“ ist die große, dringend nötige Hassliebenhymne. Gewidmet allen Discothekenbesuchern und ihrem Stammladen. Ein Song, so rau, rockig, eckig, erdig und kantig wie Sebel selbst. Immer frei Schnauze, immer lustig nach vorne, immer voll auf die 12, die bei Sebel eigentlich sogar eine 13 ist. Auf die Fresse, aber immer mit einem fetten Augenzwinkern und mit der Option auf ein Friedensbier danach. Oder vielleicht sogar zehn. Unverschämt authentisch eben. Sebel erzählt Dir keinen Mist, sondern Geschichten aus dem Leben. Seinem Leben. Immer ein wenig daneben, aber doch irgendwie auf den Punkt. Realität aus Wanne-Eickel Rock-City! Continue Reading »

Konzertberichte Dennis on 28.04.2012

Johannes Oerding – 23.04.2012, Bonn Harmonie

Es gibt wieder einige neue Singer/Songwriter in diesem unserem Lande und das lässt hoffen, dass es mit Kreativität und guten Einfällen noch lange nicht vorbei ist. Die Liste ist lang. Neben Philipp Poisel, Johannes Strate, dem Sänger von Revolverheld, Tim Bendzko wächst eine junge Generation heran, die es wert ist, sich für sie zu interessieren. Auch Johannes Oerding gehört dazu, der am 23. April zu Gast in der Bonner Harmonie war. Vor rund 250 Besuchern schaffte es Oerding von den ersten Tönen an, die Fans zu begeistern. Dass er sich den Erfolg verdient hat und sich zwischen den Platzhirschen langsam etablieren kann, ist auch einer großen Portion an harter Arbeit und einer enormen Energie zu verdanken. Ein ausgesprochen charismatischer Kerl, dieser Johannes Oerding. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Tristan on 28.04.2012

SaturmZlide – BeVor

Trügerische Ruhe macht sich breit in Rainlands. Nur ein paar Soundscapes und plötzlich kommen finstere Drones hinzu. Der Himmel scheint zu, schwarze Wolken ziehen auf, schließlich geht das Lied in Richtung Drum & Bass und wird hypnotischer, dann wieder Stille. El Door Rado RMX. Und man hört mehrmals einen Schrei: „Don’t touch the door!“, der mit basslastigem Rhythmus unterstrichen wird. Tja, dafür ist es nur schon leider zu spät und die Tür steht sperrangelweit offen. BeVor schlägt auf den Hörer ein und dieser sollte sich auf was gefasst machen, wenn er noch bildhaft durch diese gehen will – oder sich spätestens jetzt überlegen, die CD auszuschalten. Continue Reading »

Audiovisuell &Rezensionen &Tonträger Dennis on 28.04.2012

Billy Bragg & Wilco – Mermaid Avenue

Wenn sich zwei Legenden zusammentun, um eine dritte Legende zu ehren, dann kann man da Großes erwarten. So geschehen bei der Zusammenarbeit von Wilco, der Alternative Country-Band aus Chicago und Billy Bragg, dem Singer-Songwriter aus Barking/Essex und langjährigem Kämpfer gegen die Thatcher-Politik. Sie taten sich zusammen, um den Erfinder des linken Politsongs zu ehren, der im Juli dieses Jahres 100 Jahre alt geworden wäre. Die Rede ist von niemand geringerem als Woody Guthrie, der mehr als 1000 Stücke in seinen Archiv hat, die ohne Musik waren oder die er noch nicht aufgenommen hatte. Um diese Stücke musikalisch zu verarbeiteten, kamen Wilco und Billy Bragg und viele andere wie Sängerin Natalie Merchant oder Sänger Corey Harris zusammen und machten sich auf, das Projekt anzugehen. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Marius on 28.04.2012

Frank Riggio – Psychexcess I: Presentism

Frank Riggio ist mal wieder das, was man einen musikalischen Tausendsassa nennen könnte. Einer, der viele Visionen im Kopf hat, der möglichst viele davon verwirklichen will, dies aber nie schaffen wird, da davon einfach zu viele vorhanden sind und beständig dazu kommen. Kurzum: Einer, der uns noch eine Weile beschäftigen könnte. Bereits mit 18 mit eigener Hardware ein Label eröffnet und fünfzehn Vinyl-EPs veröffentlicht, dazu Projekte mit anderen Musikern auf diversen anderen Labels. Das eigene Label ist zwar inzwischen Vergangenheit, aber die Musik geht weiter. In eine experimental-elektronische Richtung, mit vielen Einflüssen, leichter Verkopfung und nach wie vor vielen Visionen. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Dennis on 28.04.2012

Moby – Destroyed Remixed

Ein ständiger Unruheherd, dieser Moby: Eben erschien erst vor knapp einem Jahr sein neues Album Destroyed, da erscheint dieser Tage eine Remixed-Version als Doppel-CD. Aber im Gegensatz zu sonstigen Remixed-CDs hat sich Moby für Destroyed Remixed die Creme de la Creme der DJs und Produzenten mit ins Boot geholt. Auf der ersten CD, dem sogenannten Big Room, macht sich Paul van Dyk auf, Lie down in darkness zu veredeln oder Sasha den eingefleischte Clubbesucher aus den Remixen für Madonna und Depeche Mode kennen, nimmt sich Victoria Lucas vor. Die Besonderheit hat sich Moby aber für CD 2 des Remixed-Albums aufgehoben: Hier heißt sie Small Roomund hat einige Überraschungen auf Lager. Continue Reading »

Neuigkeiten PR on 28.04.2012

Stanfour: Clip zu „Learning To Breathe“ + neues Album

Zwei Jahre sind nunmehr seit Stanfours letztem Studioalbum „Rise & Fall“ inkl. der Gold-Single „Wishing You Well“ vergangen. Zwei Jahre in denen die Band immer neue Ideen zu Songs kreierte, wieder verwarf, erneut daran arbeitete, akribischst in Produktionen und Mixes steckte, um letztendlich ein neues opulentes Popalbum zu erschaffen. Zwei Jahre die sich mehr als gelohnt haben. Herausgekommen ist dabei ein kleines Meisterwerk was hierzulande seinesgleichen sucht. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Karo on 27.04.2012

Kommando Elefant – Scheitern als Show

Man könnte manchmal meinen, Österreich wäre wesentlich weiter weg als einmal die richtige Autobahn runter. Kulturell läuft so einiges anders im Nachbarland, und wer die Indie-Charts bestimmt, bekommt man erst mit, wenn solcherart Erfolge eine Album-Veröffentlichung in Deutschland bewirken. Kommando Elefant sind so eine unbekannte Erfolgsgeschichte. Scheitern als Show ist das dritte Album der Band um Frontmann Alf Peherstorfer, und in der Heimat hat man gespannt darauf gewartet. Der Durchschnittsdeutsche wird dagegen mitten hineingeworfen in die Welt der nimmermüden Musiker, und ist damit erstmal eine knappe halbe Stunde gut beschäftigt. Continue Reading »

Konzertberichte Dennis on 27.04.2012

Manic Street Preachers – 22.04.2012, Köln E-Werk

Eine Greatest Hits-Show der Manic Street Preachers schreit nach Anwesenheit, das ist klar. Mit dem Best Of National Treasures touren die drei Waliser durch Europa und bescheren in den zumeist ausverkauften Hallen ihre hymnischen Songs, sorgen für kollektive Gänsehaut und Erlebnisse der besonderen Art. Sänger James Dean Bradfield, Schlagzeuger Sean Moore und der zur Exzentrik neigende Bassist Nicky Wire sind an diesem Abend in Köln in absoluter Topform und werden nicht müde, einen Hit nach dem anderen in das volle E-Werk zu bringen. Ein entsprechendes Bühnenbild mit dem Cover des aktuellen Samplers, das eine junge, blonde Frau zeigt, welche in der Uniform einer Blaskapelle und einem Horn vor einem abbruchreifen Haus steht und natürlich auch die bekannten Schals und Tücher sind wieder am Mikrofonständer von Nicky Wire angebracht. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Tristan on 27.04.2012

Talvekoidik – Negotiate The Distance

Das englische Wort „Negotiate“ kann vieles bedeuten. Entweder ver, beziehungsweise aushandeln, aber auch zustande bringen oder überwinden. Die letzte Übersetzung mag am logischsten klingen, sie mag auch zu dem Album passen, aber beim Hören fällt auf, dass die anderen Übersetzungen auch passen würden. Das macht das Album ambivalent: Geht es um die Überwindung der Entfernung oder wird sie auf diesem Album ausgehandelt oder gar Zustande gebracht? Das ist alles möglich, eine klare Antwort findet man aber nicht, da es zur selben Zeit stattfindet. Man hört die Distanz, weit weg von anderen Menschen, man ist allein. Gleichzeitig schafft man Ferne zu den Menschen in der Isolation, aber sie erfüllt einen nicht, darum will man wieder näher zu ihnen. Continue Reading »

Konzertberichte Marius on 27.04.2012

Soap&Skin – 21.04.2012, Hamburg Kampnagel

Voll war es im k6 des Kampnagel – hat sich Anja Plaschg alias Soap&Skin doch inzwischen weit über den Geheimtipp-Status herausgespielt. Aber auch ohne Geheimtipp: Geheimnisvoll, ja gerade unheimlich, ging es an diesem Abend dennoch gerne zu. Sehr dunkel war es, schweigsam war es, Anja Plaschg ließ einfach nur die Musik für sich sprechen, während sie da so stand oder eben am Klavier saß. Umgeben von Dunkelheit, spärlicher Beleuchtung und einem geheimnisvollen Schweigen, das sich von der Bühne aus auf das Publikum ausbreitet, sodass man oft nicht wusste, wann man eigentlich anfangen darf, zu klatschen. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Dennis on 27.04.2012

Django Django – Django Django

Irgendwie beschleicht einen beim Hören des Debüt-Albums der Jungs von Django Django das Gefühl, irgendwer hätte einen Klon aus den Talking Heads und neueren Künstlern wie Badly Drawn Boy oder Franz Ferdinand angefertigt. Im schottischen Edinburgh auf einer Kunsthochschule, die, wenn man sich die Biographien anderer bekannter britischer Bands so ansieht, irgendwas Magisches hat, stammen doch einige britische Bands aus dem Umfeld. Aber egal, ob das ein Zufall ist, oder ob man doch eine gewisse Kreativität zum Musizieren mitbringen muss: Musikalisch mixt die Band unendlich variantenreich verschiedenste Stilarten zusammen, ohne dass man den Zuhörer damit erschlägt. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Karo on 27.04.2012

Sisterkingkong – She Sees Wolves

Sieht man vom etwas zu angestrengten Bandnamen einmal ab, leisten Sisterkingkong gleich zu Anfang ihres Debüt-Albums Erstaunliches: Sie klingen nämlich keinesfalls nur nach einer Handvoll Deutscher, die gerne Indie machen würden. Eher nach einer Handvoll Indie. Aus dem Nichts taucht da plötzlich eine Stimmung auf, die man sonst eher von einsamen Inselbewohnern irgendwo im hohen Norden erwartet – eine zaghafte Stimme, die sich weder textlich noch musikalisch auf etwas festlegt, sondern wahrnimmt und beschreibt, und dazu ein ebenso träumerisches Trommeln, Klingeln und Flöten. Keine schlechte Einstimmung auf das, was uns da aus Dortmund beschert wird. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Dennis on 27.04.2012

Amanda Rogers – Hope From The Forgotten Woods

Amanda wirkt immer irgendwie abwesend. Was zu Schulzeiten an einen Hans-guck-in-die-Luft erinnern lässt, ist im Musikgeschäft nicht das schlechteste Urteil. Mit ihren entrückten Klängen und ihrer Stimme, die einen an Kate Nash, Björk oder Tori Amos erinnert, lässt sich Amanda Rogers – oftmals auch nur mit ihrer Stimme und einem Flügel – schon lange kein X mehr für ein U vormachen. Mit ihren 30 Lenzen ist Hope From The Forgotten Woods ihr bereits siebtes eigenes Album. Es ist wie immer sehr sparsam instrumentiert und hat zum Teil sogar einige an Billy Joel oder Elton John erinnernden Songverläufe, wie zum Beispiel im Stück This Message Is Getting Old oder in Tiger Lily Hill. Continue Reading »

Konzertberichte Dennis on 26.04.2012

Kraftklub – 21.04.2012, Köln Live Music Hall

Sie sind die Newcomer des Jahres 2012, die Band Kraftklub aus Chemnitz. Mit einer ungeheuren Spielfreude und einer großen Portion Witz spielen sich die fünf Freunde in die Herzen der Fans. So war es kein Wunder, dass Kraftklub auch die Live Music Hall in Köln zweimal in Folge füllen konnten und dort auch für Begeisterung sorgten. Woher der Kraftklub-Hype kommt, wird ziemlich schnell klar, mit was für einer ungeheuren Energie, sich die in der mittlerweile bekannten Kraftklub Uniform aus Collegejacken und Hosenträgern ausstaffierten Hoffnungsträger, der deutschen Rockmusik auf der Bühne präsentieren. Der ausgesprochen charismatische Sänger Felix Kummer hat das Publikum von den ersten Takten von Ritalin/Mediknet voll im Griff. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Martin on 26.04.2012

Stun – Ok Hunter

Vor drei Jahren veröffentlichten Stun ihr erstes Album And At Least You Dance. Es folgte eine Schaffenspause, die den vier Bremern vor allem Reife bringen sollte. Das hört man dem nun erschienenen Zweitwerk Ok Hunter deutlich an. In einem Interview sagt Gitarrist Roman Pelz, dass Musik vor allem laut und schön ist. Die Aussage passt auch zur eigenen Band, auch wenn das starke Album Ok Hunter mehr als nur diese beiden Wörter verdient hat. Es ist zwar nicht der ganz große Wurf, aber der nächste Schritt in die richtige Richtung. Kids Explode ist ein ruhiger Opener. Stun zeigen mit ihm ihre Indie-Pop-Seite. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Dennis on 26.04.2012

Brad – United We Stand

Ein interessantes neues Album der Band Brad. Wem der Name nicht auf Anhieb etwas sagt: Brad ist das Seitenprojekt des Pearl Jam-Gitarristen Stone Gossard und von Keyboarder und Sänger Shawn Smith, der schon bei Pigeonhead sang. Verstärkt werden die beiden von Drummer Regan Hagar und Bassist Keith Lowe. Es ist somit kein Wunder, dass United We Stand wie eine Mischung aus Pearl Jam und anderen Bands aus der Ära des Grunge klingt und manchmal erinnert es vom Songwriting her auch an Lenny Kravitz, was ja auch nicht der schlechteste Bezug ist. Es ist gut gemachter Post Grunge, der einen überhaupt nicht stört, auch wenn man das Gefühl hat, man hätte den Song schon vor Jahren gehört. Continue Reading »

Rezensionen &Tonträger Marius on 26.04.2012

Adrenaline Mob – Omertà

Schlimm, immer reden alle von diesen sogenannten Supergroups. Und dann springen wir hier auf diesen Zug auch noch auf. Aber mal ehrlich? Wie soll man das denn sonst auch nennen, wenn Symphony X-Sänger Russell Allen, Dream Theater- und Avenged Sevenfold-Schlagzeuger Mike Portnoy und Mike Orlando, durch Sonic Stomp bekannt, eine Band formen? Richtig: Supergroup! Unter dem Namen Adrenaline Mob erscheint nun das Debüt-Album Omertà, das schnell unter anderem diesen einen Eindruck entstehen lässt: Aus ihrem Supergroup-Dasein scheinen sich die drei Musiker nicht viel zu machen. Continue Reading »

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