Vom 16. bis 17.07.2011 war es in Köln am Tanzbrunnen, zentral gelegen auf der Kölnmesse, wieder soweit: Das Amphi Festival öffnete für die Besucher seine Pforten. Mit 16.000 Besuchern ausverkauft, wurde in Köln wieder ausgelassen zu dunklen Tönen gefeiert, bei denen auch die teilweise starken Schauer der Stimmung wenig Abbruch tun konnten. Nachdem am Freitag wahlweise der Eröffnungsparty im Alten Wartesaal beigewohnt werden konnte, alte Freunde wiedergetroffen oder gemächlich angereist werden konnte, öffnete das Gelände am Tanzbrunnen Samstagfrüh um 10:00 Uhr für die ersten Besucher.

Samstag

Nach dem morgendlichen Kaffee konnten bereits die Opener der beiden großen Bühnen mächtig Zulauf verzeichnen. [X]-RX begeisterten auf der Hauptbühne das Cyber-Publikum, während im Staatenhaus bereits um halb eins Klangstabil mit ihrem verschachtelten Elektro einen ordentlichen Zulauf verzeichnen konnten. Und auch gleich der nächste Act auf der Hauptbühne sollte begeistern, obgleich es eine musikalische 180°-Drehung war: Staubkind zogen viele Zuschauer und Louis Manke überzeugte mit eingängigem Gothic Rock in deutscher Sprache, der zwar immer mal wieder am Klischee kratzte, dies aber ohne Peinlichkeiten tun konnte.
Setlist: Intro, Königin, Viel mehr, Halt mich, Zu weit, Dein Engel schweigt, Meine Lügen, Ein Traum der nie vergeht, Mein Herz

Drinnen im Staatenhaus wurde das Publikum indes groß, denn die in Szene-Kreisen hoch geschätzten mind.in.a.box standen auf dem Programm. Mit richtiger Live-Band präsentierten sie auch auf dem Amphi-Festival ihre Vision einer Kombination aus analogen Elektro-Sounds in bester C64-Tradition, kombiniert mit tanzbaren modernen Electro-Sounds. Schnell wurde deutlich, warum die Auftritte der österreichischen Formation stets von den Besuchern herbeigesehnt werden, denn die Wünsche der Zuschauer wurden hier keineswegs enttäuscht. Hoffen wir, dass die Band uns bald wieder einen Besuch abstattet.
Setlist: Remember, Fear, Stalkers, Certainty, Light & Dark, Identity, Change

Während indoor noch mind.in.box begeisterten, waren draußen schon Melotron angetreten. Hatte man in der Vergangenheit häufig vor zumindest teilweise genre-fremden Mengen gespielt, wie beispielsweise im Vorprogramm von Peter Heppner, war es beim Amphi ein klares Heimspiel. Synthie-Pop mit viel Druck, guter Laune auch zu früher Stunde, Bewegung auf der Bühne und eine gute Setlist konnten überzeugen. Mit im Programm auch wieder die Rio Reiser-Coverversion von Menschenfresser, während man sich den wohl größten Hit, Brüder bis zum Ende aufhob.
Setlist: Intro, Love is calling, Der Anfang, Menschenfresser, Das Herz,
Stuck in the Mirror, Vaterland, Kindertraum, Brüder

Während Melotron da so auf der Bühne standen, wurde rundherum deutlich, wie hochkarätig in diesem Jahr das Programm besetzt war. Welle:Erdballs Lesung zu „C64 Pornographic Art“ im Theater meldete: Einlass-Stop! Winterkälte konnten vor einem wieder gut gefüllten Staatenhaus loswummern und draußen wartete man vorfreudig auf den ersten Auftritt von Sven Friedrich am diesem Wochenende. Außer, man wollte zur – ebenfalls überfüllten – Lesung von Dr. Mark Benecke im Theater.

Sven Friedrich, heute mit Zeraphine, zeigte in bester Laune mit seiner Band ein Set, das sich quer durch die inzwischen auch gut angewachsene Zeraphine-Diskographie bewegte und eine Mischung aus deutschen und englischen Songs zeigte. Aggressivere Nummern wie Lieber allein standen neben gefühlvollen Gothic Rock-Nummern wie Be My Rain. Placebo-nahe Gitarren wie in Out of Sight, Sehnendes wie in Louisa, hier wurde das ganze Spektrum ausgelotet. Bis zum Schluss aufgehoben hat man sich dann aber Die Wirklichkeit, den Song, mit dem Zeraphine das erste Mal große Aufmerksamkeit auf sich zogen. Ein tolles Set und ein definitives erstes Highlight!
Setlist: Erwachen, Lieber allein, Be My Rain, No More Doubts, Out Of Sight, Rain Falls, Inside Your Arms, Still, Tomorrows Morning, Louisa, I’ll Follow You, Ohne dich, Die Wirklichkeit

In der Folge gab es wieder für alle Geschmäcker ordentlich Programm geboten. Während Rome das Theater ein weiteres Mal komplett ausfüllten, setzten Grendel den – salopp formuliert – Knüppelnachmittag im Staatenhaus fort und Samsas Traum, eine stets polarisierende Band, konnte auf der Hauptbühne den Fans genau das bieten, was sie erwarteten. Ein Gang über das Gelände ließ indes einen Blick über den Rahmen schweifen, der sonst geboten wurde. Erfreulicherweise eine kostenlose Wasserstelle, was bei den doch recht hohen Getränkepreisen dankend angenommen wurde, das neu eingerichtete Amphi-Café im erweiterten Staatenhaus – man sieht: Hier wurde was getan, um immer wieder etwas bieten zu können.

Am späten Nachmittag um 17:30 Uhr dann ein Besuch zur bestuhlten Theaterbühne, diesmal standen Persephone auf dem Programm, die zwar für eine Menge Durchlauf sorgen, niemals aber für leere Reihen. Das klassische Projekt von Sonja Kraushofer versprühte hier eine besondere Atmospäre und zeigte, warum man die seltenen Live-Auftritte immer wieder vorfreudig erwartet. Songs mit Dramatik und Herzblut wurden mit der projekt-immanenten Theatralik dargeboten und die gewaltige Stimme Sonja Kraushofers garnierte das alles zu einem eindrucksvollen Konzert am Übergang zum frühen Abend. Die Setlist mischte sich gut durch das Gesamtwerk der Künstlerin und endete als Zugabe mit einer Cover-Version von Pandora’s Calling von Whispers In The Shadow, die übrigens im kommenden Jahr mit von der Partie sein werden…
Setlist: Reflection, Last Song, Our Dream, Sweetest Pain, The Day you went away, Drowning Theme, Waiting, Still…, Beautiful Prince, Black Widow, Mean, Merciless, The Man who swallowed my Soul, Pandora’s Calling

Draußen brachte sich bereits Jürgen Engler in Position: Die Krupps traten als Co-Headliner der Hauptbühne am Tanzbrunnen an und begeisterten 70 Minuten mit ihren harten Klängen zwischen EBM, Industrial Rock und einer Menge Groove. Dabei zündeten Sie eine Menge Hits wie Der Amboss, das programmatische Metal Machine Music, To The Hilt und wie sie alle heißen. Auch, wenn das Wetter längst nicht mehr mitspielte, sollte dass an dieser Stelle keinen stören: Das Publikum trocknete schon allein durchs Mitgehen schnell wieder. Und wenn Jürgen Engler im ebenfalls gespielten Als wären wir für immer die Zeilen „Am Anfang war das Feuer, am Ende wird Feuer sein“ singt, dann bezeichnet er die kurzweiligen 70 Minuten schon selbst sehr gut!
Setlist: Hi Tech Low Life, Isolation, Crossfire, Als wären wir für immer, Beyond, Der Amboss, Great Divide, Germaniac, Dawning Of Doom, Metal Machine Music, To The Hilt, Fatherland, Machineries Of Joy, Bloodsuckers

Headliner der Hauptbühne dann ein weiteres Urgestein, das nicht weiter vorgestellt werden muss: Deine Lakaien. Alexander Veljanov und Ernst Horn, ergänzt um ihre Live-Band, spielten ein Set quer durch ihr Repertoire und ließen dabei viele Gänsehäute entstehen, immer und immer wieder. Elektronisch geprägtere Songs wie Over and Done, ruhige Stücke wie Return und Evergreens wie Colour-Ize wurden ansprechend dargeboten, immer wieder getragen natürlich von der Ausnahmestimme Alexander Veljanovs. Mit Reincarnation als wuchtiger Nummer und Love Me to the End als finaler Ballade endete ein Headliner, der sich diese Position mitsamt Bezeichnung mehr als verdient hatte.
Setlist: On Your Stage Again, Into My Arms, Over And Done, Where You Are, Gone, Europe, Forest, One Night, Blue Heart, Return, Colour-Ize, Fighting The Green, Reincarnation, Love Me to the End

Als Headliner im Staatenhaus brachten indes die Mexikaner von Hocico die Stimmung zum Kochen. Mit mächtig Requisite im Hintergrund ging es diabolisch zu. Racso an der Elektronik, Erk wirbelte über die Bühne und Hocico bewiesen erneut, warum sie seit Jahren ganz oben in den Line-Ups der großen Szene-Festivals stehen. Aktuelle Songs wie Dog Eat Dog trafen auf ältere Nummern wie das gefeierte Instincts of Perversion und boten durchweg hoch tanzbares Material Marke härtere Elektronik. Mit Poltergeist und Bloodshed ging das musikalische Programm des ersten Festival-Tages zu Ende!
Setlist: Breathe me tonight,Flesh to lacerate, A Fatal Desire, Untold Blasphemies, Dog Eat Dog, About A Dead, Bite me!, Spirals of Time, Altered States, Instincts of Perversion, Twist the Thorn, Tiempos de Furia, Forgotten Tears, Poltergeist, Bloodshed

Wer wollte, konnte danach im Staatenhaus noch Wolfgang Flür, einst bei Kraftwerk am Schlagzeug, beiwohnen, der hier als Musik Soldat ein DJ-Set ablieferte, bevor er ab Mitternacht Geburtstag feierte. Zudem wurde bis in die frühen Morgenstunden auf der Bühne im Theater aufgelegt, von namhaften DJs wie beispielsweise Ronan Harris oder auch dem extra aus Manchester angereisten DJ Ad3k. Genug Programm für die feierwütige Menge war also auch nach den Bands geboten, bevor man sich irgendwann hinlegte, um noch einmal Reserven für den Festival-Sonntag zu sammeln.

Sonntag

Auch am Sonntag sollte es wieder früh los gehen. Also rechtzeitig aufgestanden, um sich frisch zu machen, genüsslich Brötchen und Kaffee zu sich zu nehmen und die Reise Richtung Tanzbrunnen für einen weiteren Festival-Tag anzutreten. Auch wenn sich draußen tatsächlich so etwas wie gutes Wetter anbahnen sollte, ging der erste Weg dann doch ins Staatenhaus, denn Der Fluch spielten auf. Eine energiegeladene Show vor zwar noch lichten Reihen, die aber dafür auch wirklich für die Band dort waren, die sie sahen. Dunkler Goth-Punk von einer Band, die darin aufging, dass sie wohl zu den Exoten des Festivals gehörten und dabei mit viel Spaß und Ironie an die Sache rangingen. Die Texte der Band verarbeiten Klischees auf plakative Weise, wodurch die eigentliche Ironie gedeiht. Mit Halb Mensch halb Tier und Zeilen wie „Ich bin ein junger Werwolf“ ging ein würdiger Opener des Tages kurzweilig über die Bühne.
Setlist: Ich bin der Fluch, Der Rabe, Hexen leben länger, Fürsten der Nacht, Asche zu Asche, Das Grauen geht um heut Nacht, Herr der Fliegen, Ein kalter Wind, Rattengift, Halb Mensch Halb Tier

Es folgte eine längere Umbaupause, sodass Ordo Rosarius Equilibrio ihr Set etwa zehn Minuten später begonnen als geplant. Vielleicht war die inzwischen endlich fest-integrierte Gitarre am längeren Soundcheck Schuld – man weiß es nicht. Aber das Warten lohnte sich absolut, denn was Ordo Rosarius Equilibrio hier boten, war verdammt atmosphärisch und eingängig. Ein Set aus Songs ihres aktuellen Albums Songs 4 Hate & Devotion und so einigen Klassikern sorgte für eine beständige Gänsehaut, bei denen vor allem A World not so Beautiful (A Song 4 the Emperor) und Three is an Orgy, Four is Forever (von der Satyriasis gemeinsam mit Spiritual Front) herausragten. Eigentlich sollten zu Beginn auch Reaping the Fallen, The Second Harvest und zum Schluss noch A Song 4 Hate & Devotion gespielt werden, leider war dies durch die vorangegangene lange Umbaupause nicht mehr möglich. Dennoch: Ein frühes Highlight zum zweiten Amphi-Tag!
Setlist: Which Word confines the Truth, I Glorify Myself the Perplexity of Hybris, Hell is where the Heart is – The Gospel of Tomas, A World not so Beautiful (A Song 4 the Emperor), In High Heels through Nights of Broken Glass, I M B E C I L E My Idiot Lover, Three is an Orgy Four is Forever

Wieder draußen, wo inzwischen die Mittagssonne stand, bereitete sich schon für 13:50 Uhr wieder Sven Friedrich vor. Diesmal mit seinen legendären Dreadful Shadows, die zwar nicht vorhaben, noch einmal neue Songs aufzunehmen, dennoch aber seit einigen Jahren mit Live-Auftritten den Mythos am Leben erhalten. Die druckvollen Gothic Rock-Songs mit härterer Note konnten auch über zehn Jahre nach der letzten Veröffentlichung noch berühren, für Gänsehaut sorgen und ja, man fühlte sich auf einmal mindestens zehn Jahre jünger. Gleich eröffnet mit Chains folgten Klassiker wie A sea of tears, das immer noch rockende Dead can wait, ein Cover von Hurt und als großes Finale True Faith in der Dreadful Shadows-Version, die dem Original eine ganz neue Facette gibt und wohl die beste Cover-Version ist, die sich von dem New Order-Klassiker finden lässt. Die Jungs dürfen gerne weitermachen, als Dreadful Shadows aufzutreten.
Setlist: Chains, Burning the shrouds, A sea of tears, New day, Dead can wait, Hurt, Desolated Home, True Faith

Weiter ging es mit den goldenen Zeiten des Synthie-Pops. Trotz einer Grippe von Steffen Keth wollten De/Vision ihren ersten Auftritt beim Amphi-Festival nicht absagen und betraten wacker die Bühne. Das sollte für alle Seiten die beste Entscheidung sein, denn ihre Mischung aus Popgefahr-Songs und Evergreens ihrer Karriere machte den beiden auf der Bühne Spaß, der sich schnellstens aufs Publikum übertrug. Die Rückbesinnung auf elektronische Tugenden steht der Band wirklich gut und es wurde munter getanzt, gerade auch zu Klassikern wie I Regret und Try To Forget, die auch nach so vielen Jahren kein bisschen von ihrer Wirkung eingebüßt haben. Was für ein bisheriger Nachmittag!
Setlist: Until the end of time, mAndroids, Foreigner, Ready to die, Your hands on my skin, I regret, Time to be alive, Try to forget, Rage, Flavour of the week

Weiter mit wahren Klassikern. Im Staatenhaus traten In The Nursery an. Nach ausschließlich positiven Berichten, die man über deren Auftritt beim Wave Gotik Treffen in diesem Jahr hörte, sollte sich selbst ein Eindruck verschafft werden. Mit monströsen Trommeln, eingängigem Gesang, atmosphärischen Arrangements und viel Energie spielten In The Nursery ihre wegweisende Neoklassik mit experimentelleren Einschlägen und zeigten eindrucksvoll, warum die Berichte über die Live-Präsenz der Band so einstimmig positiv sind. Mit „Hits“ wie Bombed und dem abschließenden, bombastischen L’Esprit im Gepäck konnte da gar nichts mehr schiefgehen…
Setlist: Transcript, Blueprint, Hymn Noir, Crepuscule, Mystere, Bombed, Sixth Sense, Artisans of Civilisation, A Rebours (against nature), Compulsion, L’Esprit

Eine kleine Verschnaufpause, während Agonoize ihr eigenwilliges Treiben in der Ferne trieben und dabei eine opulente Bühnenshow boten, bevor es zu Saltatio Mortis vor die Hauptbühne ging. Ergänzt um ihr neuestes Mitglied „Luzi das L“ bot die Band ihr bewährtes Programm. Zwar weniger überraschend, dafür aber stets freudig bei der Sache, fernab von Routine, gab es Hits wie Uns gehört die Welt, Wir säen den Wind und zum Abschluss natürlich Falsche Freunde und Spielmannsschwur, was vom Publikum ausschweifend gefeiert wurde und unter den Fans wenige Wünsche offen ließ.
Setlist: Rastlos, Tritt ein, Tod und Teufel, Wirf den ersten Stein, Uns gehört die Welt, Eulenspiegel, Wir säen den Wind, Koma, Prometheus, Manus Manum Lavat, Falsche Freunde, Spielmannsschwur

Direkt im Anschluss im Sprint ins Staatenhaus, denn dort waren Feindflug bereits in den Startlöchern. Und was bei Feindflug immer wieder lobend erwähnt werden muss: Die Band ruht sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern nutzt auch Festival-Auftritte dieser Größenordnung, um neues Material zu präsentieren. Das fügte sich gut in die bekannte martialisch-treibende Elektronik des Duos ein und konnte zum Tanzen und Mitgehen animieren. Am meisten gefeiert aber natürlich die großen Kracher der Band – AK47 und Roter Schnee entpuppten sich wiedermal als Selbstläufer, bevor mit einer weiteren unbenannten Nummer vom kommenden Album der Auftritt beschlossen wurde.
Setlist: (unbenannt) vom kommenden Album, (unbenannt2) vom kommenden Album, AK47, Truppenschau, Ersatzteil (vom kommenden Album), (unbenannt3) vom kommenden Album, Selbstsucht, Roter Schnee, (unbenannt4) vom kommenden Album

Während drinnen im Staatenhaus noch Feindflug „wüteten“, betraten draußen bereits Nitzer Ebb die Bühne und begeisterten mit EBM der ganz alten Schule. 70 Minuten lang baten die alten Herren des harten Elektro zum Tanz und zündeten ein Hit-Feuerwerk. Eröffnet mit Getting Closer folgten Kracher wie Let Your Body Learn und Murderous, die ein Verschnaufen nahezu unmöglich machten. Natürlich wurde da eine Zugabe gefordert. Diese wurde frenetisch gefeiert, denn nicht nur, dass man hier Die Krupps coverte – nein, von einem Cover konnte nur noch halb gesprochen werden, denn Jürgen Engler kam selbst mit auf die Bühne. Auch wenn es keinen weiteren Grund zum Abgehen gebraucht hätte, so konnte die Menge noch weiter angeheizt werden. Starker Auftritt!
Setlist: Getting Closer, Down on Your Knees, Shame, Hearts and Minds, Let Your Body Learn, Once You Say, Lightning Man, Hit You Back, Payroll, Godhead, (Unknown), Murderous, Control I’m Here, Machineries of Joy (Die Krupps-Cover mit Jürgen Engler)

Direkt danach wieder auf ins Staatenhaus, denn das Set von Kirlian Camera war bereits im vollen Gange. Diese spielten ein Set, wie man es von den jüngeren Live-Darbietungen kennt – sehr elektronisch mit Anklängen ins leicht Technoide, aber eben oft auch sehr atmosphärisch, spielten sie aktuellere Songs, aber auch einige ihrer Klassiker im neueren Gewand, wie beispielsweise Blue Room in ihrer Eurotech-Version oder auch Eclipse in frisch angestrichener Variante. Man kann von diesen Aufarbeitungen halten, was man will, live zündet es definitiv! Zum Abschluss wurden dann einfach mal Pink Floyd gecovert: Ein guter Abgang mit Comfortably Numb
Setlist: Ein deutsches Requiem (Intro), Nightglory, Heldenplatz (Mission Walhalla), Edges, Europa Drama Orbit (E.D.O.), In The Endless Rain, Save Me Lord (From Killing Them All), Hymn (Cover), K-Pax (Version), Blue Room (Eurotech Vision), Eclipse (Anniverary), Odyssey Europa, Comfortably Numb

Während draußen Subway To Sally den Headliner machten, waren zum allerletzten Auftritt des Amphi Festivals 2011 als Headliner im Staatenhaus Covenant angesetzt. Zu recht! In der inzwischen eingespielten, neuen Dreierbesetzung, spielten sie sich durch all die Jahre Covenant und zeigten dabei auch eine gute Show. Mit alten und neuen Songs im Gepäck konzentrierten sie sich dabei auf die tanzbareren Momente der Karriere und brachten das Staatenhaus mit Songs wie Tour de Force, Ritual Noise und wie sie alle heißen zum Tanzen. Kein Hit wurde ausgelassen. Nach Call The Ships To Port wurde es mit Happy Man zwar doch noch einmal etwas ruhiger – aber nur, um mit Dead Stars (Still Burn) als Rausschmeißer noch einmal aufzudrehen.
Setlist: Modern Ruin (Intro), Stalker, Bullet, Judge of my Domain, 20Hz (PGR), Tour de Force, Kairos, The Beauty and the Grace, The Men, We Stand Alone, Ritual Noise, (Impro), Der Leiermann, Lightbringer, Call the Ships to Port, Happy Man, Dead Stars (Still Burn)

Wer wollte, konnte im Theater noch bis vier Uhr früh zu einem erneut prominenten DJ-Aufgebot tanzen und das Festival ausklingen lassen oder schon einmal anfangen, sich auf den viel zu schnell kommenden Alltag wieder einzustellen. Ein äußerst gelungenes und in allen Belangen perfekt organisiertes Festival nahm hiermit sein Ende. Man darf sich schon jetzt auf 2012 freuen, wenn Acts wie The Sisters of Mercy, Camouflage, DAF, Tyske Ludder, Haujobb und viele andere erneut zum Tanz bitten werden.

Homepage: www.amphi-festival.de

Text: Marius Meyer
Bilder: Frank Buttenbender (mind.in.a.box, Die Krupps, Nitzer Ebb, Covenant – vielen Dank für das freundliche Bereitstellen der Bilder!)/Marius Meyer (Ordo Rosarius Equilibrio)