Das Telekom Electronic Beats hatte bereits vor Beginn einen Ausfall zu verkraften, ausgelöst durch die krankheitsbedingte Absage der Shooting Stars von Milky Chance. Machte aber rückblickend nicht viel, da man sich über den Veranstalter Gutscheine für ein Folgekonzert ausstellen lassen konnte. Auch sonst sah es im und um das E-Werk anders aus als sonst, das Logo wurde mit Beamern auf diverse Wände projiziert und auch der Sound des DJ-Teams und das mit dem „EB“-Logo verzierte Merchandise wie etwa Becher und Taschen wirkten nicht aufdringlich, sondern eher angenehm und entspannt.

Mit Vimes eröffnete ein Lokalmatador vor einem nur spärlich gefüllten E-Werk den launigen Konzertabend mit recht angenehmen Synthie Pop, der nicht sonderlich störte und nach einer guten halben Stunde die Bühne für den Auftritt vom Mac DeMarco freimachte.

DeMarco ist eher kein Act, den man auf einem Electrofestival erwartet, es bleibt also das Geheimnis des Magenta¬-Konzerns, warum man ihn gebucht hat. Es begann schon damit, dass DeMarco eine Saite riss, worauf sich eine, wohl mit Absicht unglaublich schlechte Version der Coldplay-Nummer Yellow anschloss. Dass es aber dennoch zu einem ganz manierlichen 40-Minuten-Set reichte, liegt weniger an den Songs, als eher an der charismatischen Ausstrahlung des Frontmanns.

Aber dann war es endlich Zeit für den Topact des Abends: den Auftritt von Alison Goldfrapp, die mit ihrer aussagekräftigen Stimme schnell das E-Werk zum kollektiven Schweigen brachte. Die Band bestand aus vielen exzellenten Musikern und so wurde auch von den wenigsten Fans bemerkt, dass der zweite Kopf der Band, Will Gregory, nicht mit auf der Bühne stand.

Mit Songs aus dem letzten Album Yellow Halo wie Drew, Alvar und Clay bewies uns die Diva unterstützt von einer eindrucksvollen Lightshow, dass man es hier mit einer Vollblutkünstlerin zu tun hat.

Nach Ride a White Horse“ und Strict Machine ging ein tolles Konzert nach elf Songs und einer knappen Stunde Spielzeit, gewohnt kühl und souverän zu Ende.

Zum Abschluss wurden dann auch die Leinwände, die man in das E-Werk drapiert hatte, endlich benutzt, beim Auftritt des DJs Jon Hopkins, der es zu guter Letzt dann doch noch schaffte, einen reinen Elektronischen Sound zu performen, Mit einer Mischung aus Ambient und Technoklängen schaffte es der Mann an seinen Turntables nochmal, im sich schnell leerenden E-Werk für Stimmung zu sorgen.

Alles in allem ein interessanter Abend, auch wenn man sich unter Elektroklängen dann doch was anderes vorstellt.

Infos: www.electronicbeats.net

Text: Dennis Kresse
Bild: Pressefreigabe