Wer öfter Alternativmusik.de besucht, der weiß, dass wir nicht nur unser Augenmerk auf die großen Festivals wie Rock am Ring, Hurricane/Southside, Melt! oder das M‘era Luna legen, sondern dass uns auch regionale Festivals mit unbekannteren Bands sehr am Herzen liegen und vor allen Dingen, wenn es sich um Konzerte handelt, die man kann es in Anbetracht des historischen Ortes nicht anders sagen, eine Brücke schlagen, um für den Frieden zu musizieren. Das Friedensmuseum Remagen gab die Erlaubnis, eine Bühne aufzubauen, um fünf Bands eine Plattform zu bieten und Musikschulbesitzer Jürgen „Judy“ Winter, den einige der Leser noch von seiner Zeit bei Jud’s Gallery, Winterkrieg oder dem letztlich gewonnenen Prozess gegen die Gitarrenlegende Gary Moore her kennen, stellte ein sehenswertes Line-up zusammen.

Los ging es um 16:15 Uhr mit der ersten Band Cold Steam, die mit ihren Coverversionen von Metallica und anderen Metal-Bands ein würdiger Opener waren. Im Anschluss an die kraftvollen Rocksongs von Cold Stream, wurde es dann deutsch. Mit intelligenten Texten schafften es Poesiealbum, zu beweisen, dass ihre Muttersprache die Sprache der Dichter und Denker ist.

Danach gab‘s dann eine Überraschung: Durch die krankheitsbedingte Absage der Crossover-Band Sinsick durften sich „Cold Steam“ nochmals vor dem bunt gemischten Publikum beweisen und spielten kurzerhand ein weiteres Set.

Danach bewiesen Fee Mail, die ebenfalls aus der „Juds Gallery Music“-Musikschule stammen und sich schon durch einige Auftritte in der Region einen gewissen Bekanntheitsgrad erspielen konnten, dass gut gemachte Musik keine Frage des Alters ist. Mit charmanten Versionen von Nummern wie Denkmal von Wir Sind Helden, Hollywood Hills von Sunrise Avenue oder Girlfriend von Avril Lavigne schafften es die vier Ladies, für Stimmung zu sorgen und sich einige neue Fans zu erspielen.

Das schafften danach auch Set it on fire obwohl diese musikalisch ganz anders zur Sache gingen. Irgendwo zwischen den Guano Apes mit Frontfrau Sandra Nasic und Hole, der Band von Courtney Love, mit einigen Anleihen aus der Hardcore- und Crossover-Szene, konnten die vier ordentlich einheizen.

Den Abschluss dieses lobenswerten Festival boten dann die Heroes of daily grind die mit eigenen und Coversongs von Blur oder anderen Hochkarätern dem Open Air an der ehemaligen Rheinbrücke ein würdiges Finale bescherten.

Es bleibt zu hoffen, dass dieses vom „Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie“ organisierte und von der Musikschule „Jud’s Gallery Music“ und vielen freiwilligen Helfern perfekt gemachte Open Air, das auch eine Plattform für junge Musiker bildet, im nächsten Jahr eine Fortsetzung finden würde. Das hätten sich die Künstler und die Organisatoren mehr als verdient.

Links
www.buendnis-remagen.de
www.facebook.com/judsgallerymusic

Text: Dennis Kresse