Am Samstag, 26. Juli lockte das Obstfestival des Ruhrgebiets, das Juicy Beats, wieder einmal viele Besucher in den Dortmunder Westfalenpark zum Feiern, Entspannen, Spaß haben und Musik hören. Bei der mittlerweile 19. Auflage wurde ein neuer Rekord aufgestellt und so konnte zum ersten Mal ein Ausverkauf gemeldet werden. So strömten 33.000 Festivalbesucher in den Dortmunder Westfalenpark, welcher als idealer Festivalstandort und gleichzeitig als Erholungsoase bezeichnet werden kann. In den frühen Mittagsstunden herrschte schon reger Betrieb vor den Toren des Parks.

Als diese dann kurz nach 12 Uhr geöffnet wurden, rannten die ersten Besucher schnellstmöglich zur Relentless Energy Stage, um den Auftritt von 3Plusss & Sorgenkind erleben zu können. Die beiden Rapper lieferten ein ordentliches Set ab, welches sowohl 3Plusss bekannteste Hits enthielt als auch Raum bot für den etwas unbekannteren Sorgenkind, seine Songs vorzustellen. Nach diesem ersten musikalischen Höhepunkt ging es direkt mit deutschem Qualitätshiphop weiter: Weekend, ehemaliger und mehrmaliger Videobattleturnier-Gewinner, der mit seinem Debütalbum Am Wochenende Rapper mittlerweile zu den wichtigsten Nachwuchsrappern Deutschlands gezählt werden kann, zeigte, dass er sich auf großen Bühnen, wie der Juicy Beats Hauptbühne behaupten kann und spielte zusammen mit seinem Backuprapper emkay eine solide Show.

Zeitliche Pausen zwischen den Acts, sofern es diese überhaupt gab, denn eigentlich wurde durchgehend ein gutes Programm geboten, wurden genutzt, um den schönen Dortmunder Westfalenpark zu erkunden, der durch große Teichanlagen, üppige Blumenbeete und einen großen See zum Entspannen einlädt.

Nach Weekend folgte das erste Electrohighlight: Frittenbude. Obwohl einige Hits fehlten und man die Jungs schon besser live erlebt hat, war es dennoch ein gelungener Auftritt, der mit dem bekanntesten Hit Mindestens in 1000 Jahren beendet wurde. Zu dieser Stunde füllte sich das Gelände immer mehr und die Stimmung des Publikums war durch die guten musikalischen Darbietungen und das herrliche Wetter ausgelassen.

Den besten Auftritt des Tages, das kann man an dieser Stelle schon vorweg nehmen, lieferten die Rapper Die Orsons ab. Auf der Relentless Energy Stage, die etwas kleiner als die Hauptbühne ist, tanzte wirklich jeder und rappte die bekanntesten Songs von Kaas, Maeckes, Tua und Bartek mit.

Danach direkt wieder zur Hauptbühne, um den Auftritt des aufstrebenden HipHop-Artist Alligatoah zu sehen. Seine aufwendige Show, die man schon vielerorts dieses Jahr gesehen hat, wird einfach nicht uninteressant. So gibt es auf der Bühne einen Kinderwagen, eine eigens konzipierte Dusche, Kunstwerke des Rappers, die ihn beispielsweise als Papst zeigen oder einen riesigen Kochtopf, in dem der immer umher gescheuchte Butlerboi Basti (besser bekannt aus dem Videobattleturnier als Battleboi Basti) rührt und seinen Meister, Alligatoah bekochen soll.
Abgerundet wird die Bühneninszenierung durch ständige Outfitwechsel des Rappers und passende Ansagen, die zeigen, dass sich hinter Alligatoah nicht nur ein Raptalent versteckt, sondern auch Schauspiel und Unterhaltung bestens beherrscht werden.

Abgeschlossen wurde der Tag auf der Hauptbühne durch das Elektroset des Berliners Boys Noize, der nochmal die komplette Meute zum Ausrasten und Tanzen brachte. Nachdem das Festival damit auf den sechs Bühnen beendet war, wurde noch bis in die Nacht zu unzähligen DJs auf den vierzehn (!) Floors getanzt und gefeiert.

Das Juicy Beats bietet an einem Tag mehr als viele Festivals an mehreren Tagen. So schafft man den Spagat zwischen großen Bands auf großen Bühnen und kleinen Nachwuchskünstlern und DJs auf kleineren Floors und Stages. Dabei ist die Auswahl der Acts sowohl qualitativ als auch quantitativ hochwertig und die Gestaltung der Bühnen zeigt, dass die Veranstalter echte Liebe zum Detail beweisen. Viele Bühnen sind mitten im Wald platziert und man kann es sich auf Sofas, Holzbänken oder Liegen gemütlich machen und den Tönen der Musiker lauschen. Natürlich gibt es auch ein ausgereiftes Programm neben der Musik. Beispielsweise können sich Dortmunder Graffitikünstler an einem eigenen Stand austoben und ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit zugängig machen. Eine eigene Poetryslambühne bietet Sprechkünstlern die Möglichkeit sich zu präsentieren. Zusätzlich tragen die entspannte Atmosphäre der Festivalbesucher und die wunderbare Gestaltung des Westfalenparks zu einem erholsamen und erlebnisreichen Tag bei.

Auch der immer wiederkehrende Hinweis der Artists auf die Aktion „Viva con Agua“ ist lobenswert zu erwähnen, so bat fast jeder Künstler die Menge darum, Becherpfand zu spenden, damit der Bau von Brunnen für Menschen denen es an sauberen Wasserquellen fehlt, ermöglicht werden kann.

Abschließend bleibt nur noch zu sagen, dass das Juicy Beats Team Jahr für Jahr die Früchte der Arbeit erntet, durch immer weiter steigende Besucherzahlen, die deutlich zeigen, dass das Festival bei den Besuchern gefallen findet.

2015 wird dann das 20-jährige Jubiläum an zwei Tagen stattfinden. Den 24. und 25.7 sollte man sich also schonmal rot im Kalender markieren!

Homepage: www.juicybeats.net
Facebook: www.facebook.com/juicybeatsfestival
Twitter: www.twitter.com/JuicyBeats

Text und Bilder: Melvin Damian Klein