Zum neunten Mal fand das M’era Luna-Festival auf dem Hildesheimer Flugplatz nun bereits statt und bereits am Vorabend des Festivals zeigte sich, dass es sich stetig wachsender Beliebtheit erfreut: Das Gelände füllte sich rasch und spätestens am Samstagmorgen war die Rekordkulisse von 23000 Besuchern nur noch schwerlich zu übersehen. Nachdem man den Freitag bereits nutzen konnte, um sich dem Regen entweichend von Pavillon zu Pavillon hangelnd alte und neue Bekannte zu treffen oder wahlweise in der Hangar-Disco zu tanzen, kitzelte Samstagfrüh die Sonne die Besucher wach und das Festival konnte bei strahlender Sonne beginnen.

Tag 1
Nachdem um zehn Uhr die Pforten des eigentlichen Geländes öffneten, hatten die sympathischen Niederländer von Delain die schwere, aber gleichwohl auch ehrenvolle Aufgabe, das M’era Luna-Festival zu eröffnen. Zwar stand auf dem Zeitplan 11:00 Uhr, aber Delain begannen kurzerhand um 10:55 Uhr – stand doch schließlich alles schon fertig auf der Bühne – und konnten so ein Stück mehr spielen. Mit ihrem fünf Stücke umfassenden Set bewiesen Charlotte Wessels, Martijn Westerholt und co., dass sie sich keineswegs vor Größen wie Within Temptation zu verstecken brauchen: Druckvoller Gothic Metal, berührende Momente und eingängiger weiblicher Gesang zogen bereits viele, die auf dem Gelände waren, direkt vor der Bühne. Delain dürften sich an diesem Wochenende somit sicherlich so einige neue Fans erspielt haben.
Setlist: Silhouette of a Dancer, Frozen, The Gathering, Sleepwalker’s Dream, Pristine

Um 12:30 Uhr stand nach dem Auftritt dann noch ein Interview mit Charlotte Wessels von Delain an, bevor um 13:40 Uhr mit Ordo Rosarius Equilibrio der nächste Programmpunkt anstand. Die Gruppe ist nicht gerade für rauschende Live-Darbietungen bekannt, da sehr oft sehr viel vom Band kommt, aber für die M’era Luna-Hauptbühne war man sich wohl der Tatsache bewusst, dass bei einer Größenordnung wie dieser auch etwas Besonderes geboten werden muss. Aus diesem Grunde fanden sich tatsächlich fünf Musiker auf der Bühne ein, teilweise wurde sogar die Gitarre mal live gespielt und Sänger Tomas Pettersson konnte mit seiner Live-Band und seiner Musik zwischen Apokalyptik Folk und düsteren Pop-Perlen tatsächlich auf ganzer Linie überzeugen. Bis hin zum finalen Three Is An Orgy, Four Is Forever spielte die Gruppe sich durch acht Stücke einer kleinen Werkschau des bisherigen Outputs. Zwar war das Publikum nicht sehr groß, aber zum einen war es immer noch größer als die Menge, die man sonst bei Konzerten der Band sieht und zum anderen ist von denen, die vor der Bühne standen, innerhalb der 40 Minuten so gut wie keiner gewichen. Ein schöner Auftritt! Und ein deutliches „Geht doch!“ für Ordo Rosarius Equilibrio.
Setlist: Do Murder & Lust make me a Man?, Hell is where the Heart is – The Gospel of Tomas, I W I L L be there even after the Flowers are gone, [Mercury rising] Seduced by the Kisses of Cinnabar Sweet, Who stole the Sun from its place in my Heart?, Singing for the Angel of the East, In High Heels througn Nights of Broken Glass, Three is an Orgy Four is Forever

In einer recht ehrenvollen Position spielten anschließend Klimt 1918 auf der Bühne im Hangar. Zwar ist 15:25 Uhr nicht gerade eine berühmte Uhrzeit, aber immerhin gingen auf dieser Bühne schon die Legendary Pink Dots, Cinema Strange und Christian Death voraus. Leider war das Publikum nicht sehr zahlreich: Der Hangar war vielleicht zu einem Drittel voll. Schade, denn der Auftritt war keineswegs schlecht und man merkte, dass in dieser Gruppe viel Potenzial steckt, jedoch wurden nicht immer die Atmosphäre und die Dichte erreicht, mit der die Italiener es auf CD vermögen, durch ihren 80er-inspirierten Wave Rock eine Gänsehaut nach der anderen zu erzeugen. Trotz glasklarem Gitarrensound fehlte hier teilweise noch der letzte Schliff. Aber: Dennoch ein im Großen und Ganzen gelungener Auftritt, der vor allem denjenigen gefallen haben dürfte, die handgemachte Gitarrenmusik im Stile von Bands wie The Chameleons mögen.
Setlist: Intro, The Breathtaking Days, SkyGazer, Snow of ’85 (Dopoguerra), Ghost of a Tape Listener, The Graduate, Because of You Tonight, Parade of Adolescence (Undressed Momento)

Ähnliche Probleme wie Klimt 1918 hatten auch Frank the Baptist: Es füllte sich zwar ein wenig mehr, dennoch spielten sie vor eher lichten Reihen. Der nach Berlin gezogene Kalifornier konnte dabei dennoch mehr überzeugen als die zuvor auf die Bühne getretene Band. Die Mischung aus kalifornischem Death Rock und leichtem Surf-Einschlag zeigte durchaus Wirkung, kam spielfreudig rüber und auch das anwesende Publikum nahm es gut an, was da geboten wurde. Dennoch konnte auch hier der Auftritt nicht auf ganzer Linie überzeugen, hier und da fehlte das gewisse Etwas, was allerdings unter Umständen auch der Spielzeit und der mehr als halbleeren Halle lag. Insgesamt ein solider Auftritt, der aber noch Steigerungspotenzial beinhaltete.
Setlist: Sea legs on a train, Falling stars, Ever, Beg steal and borrow, Signing off, Silver is her colour, Nautical miles, Mary Magdalene of Kettner Blvd, When the sky, Bleeding in my arms, If I speak

Während im Hangar Klimt 1918 und Frank the Baptist spielten, wurde die Hauptbühne um zehn vor vier von Mesh eingenommen. In der Hildesheimer Nachmittagssonne betraten die britischen Synthpopper die Hauptbühne und spielten ein knapp 40minütiges Set, das neben Klassikern wie People Like Me, It Scares Me oder Fragile mit Songs des aktuellen, inzwischen mehr als zwei Jahre alten Albums We Collide aufwartete. Das Duo um Mark Hockings und Rich Silverthorn bot eine solide Show, konnte aber an ihren umjubelten Auftritt vor zwei Jahren nicht so recht anknüpfen. Dennoch für Synthie- und Electro-Pop-Freunde ein erster Lichtblick am Samstagnachmittag.
Setlist: What Are You scared of, People Like Me, Leave you Nothing, It Scares Me, Fragile, Crash, Petrified

Der Nachmittag ging dann in Rekordzeit ins Land. Während auf der Hauptbühne Tanzwut, Unheilig und ASP deutlich hör- und sichtbar für Stimmung sorgten, begann im Hangar mit Epica, Samael und Moonspell der metal-lastigere Teil des Programms. Der nächste hochkarätige Programmpunkt stand dann um 21:00 Uhr auf der Hauptbühne auf dem Programm: VNV Nation spielten 75 Minuten lang ein souveränes Best Of ihrer bisherigen Bandgeschichte und auf dem Platz zeigte sich deutlich, wie groß die Fangemeinde dieser Gruppe inzwischen ist. Es war wohl die Gruppe, bei der es während des gesamten Festivals am schwersten war, überhaupt noch einen Platz zu finden. Und das vollkommen zurecht, denn der tanzbare und eingängige FuturePop der Gruppe animierte das Publikum zum Tanzen und zum Mitgehen, wobei auch Ronan Harris immer wieder dazu animierte. Höhepunkt des Auftritts war die Piano-Version von Further am Anfang der Zugabe. Ronan alleine am Piano, dazu Gänsehaut-Atmosphäre. Zum Abschluss wurde dann aber mit Beloved noch einmal ordentlich zum Tanzen animiert. Starker Auftritt!
Setlist: Intro, Joy, Darkangel, Nemesis, Legion, Chrome, Procession, Illusion, The Farthest Star, Standing, Honour 2003, Perpetual, Further (piano), Beloved

Die Elektro-Fraktion wartete nun gespannt auf Front 242, parallel dazu begann im sehr gut gefüllten Hangar eine weitere Band, die zweifelsohne zu den ganz großen gehört: Paradise Lost. Und man merkte den Mannen um Nick Holmes an: Hier fühlt man sich wohl! Wer die Gruppe im Februar auf dem degradierenden Vorband-Slot der HIM-Tour gesehen hat, mag einen lustlosen, uninspirierten Eindruck bekommen haben, wer aber den gut aufgeheizten Hangar beim M’era Luna besuchte, bekam so einiges geboten… Eine gut ausgefüllte Stunde treibenden Gothic Metals, der zwar eine gesunde Portion Härte hatte, dabei ein sehr melodisches Moment innehatte und stets mitzureißen wusste. Die Stimme Nick Holmes konnte also 20 Jahre nach Bandgründung, nach allen Höhen und Tiefen der bisherigen Bandlaufbahn eindrucksvoll überzeugen und stellte sicher für viele einen Festival-Höhepunkt dar.
Setlist: The Enemy, Ash & Debris, Erased, As I Die, Enchantment, Requiem, Unreachable, Never for the Damned, One Second, Embers Fire, Say Just Words

Allerdings hatte es sich zu Beginn von Front 242 im Hangar dann doch etwas geleert, die Kulisse blieb trotzdem sehr ansehnlich. Denn da war er nun, der Headliner des Samstags: Front 242 legten einen großartigen, energiegeladenen Auftritt hin und zeigten zugleich den Festivalbesuchern, dass sie nicht umsonst als „Urväter der Electronic Body Music“ gelten. Mit zeitlosen Hits wie Circling Overland, Headhunter, Im Rhythmus Bleiben, No Shuffle, Religion, Take One oder Welcome To Paradise konnte die Setlist voll überzeugen. Jedoch schien bei einem Großteil des Publikums nach der mitreißenden Show von VNV Nation irgendwie die Luft etwas raus zu sein. Nur in den vorderen Reihen ging über weite Strecken wirklich die Post ab. Erst beim letzten Stück Headhunter tauten die Massen vor der Bühne wieder vollends auf und Front 242 setzten einen triumphalen Schlusspunkt.
Setlist: 98, Religion, Welcome To Paradise, Lovely Day, XXX (Triple X Girlfriend), Commando Mix, One, No Shuffle, Circling Overland, Funkahdafi, Moldavia, Together, Take One, Im Rhythmus Bleiben, Until Death Us Do Part, Headhunter

Tag 2
Wo gestern noch strahlende Sonne war, gab es nun unangenehmen Regen zu früher Stunde, während man das Gelände enterte. Zwar hörte dieser dann auch so gegen 13 Uhr auf, aber bis dahin gab es ja schon so einiges an Programm… Hier war natürlich der Hangar dann Adresse Nr. 1, schließlich war es hier trocken. Eine Gruppe, die davon sehr profitieren konnte, war der Opener Irfan. Wie am Vortag Delain auf der Hauptbühne, begannen auch Irfan ihr Programm fünf Minuten früher und spielten 25 Minuten lang gelungenen, deutlich weltmusik-angehauchten balkanischen Folk, der häufig an Dead Can Dance erinnerte. War der Hangar am Anfang noch ziemlich leer, vervielfachte sich das Publikum im Laufe der nur vier Stücke der Gruppe, die in diesem Jahr sicherlich die Exoten des Festivals waren. Zum Abschluss gab es dann auch tatsächlich mit Svatba eine Coverversion von Dead Can Dance, die ausgiebig bejubelt wurde. Ein gelungener Opener, der sicherlich mit diesem Auftritt verdientermaßen auch seine Absatzzahlen steigern konnte.
Setlist: Peregrinatio, Otkrovenie, Instrumental (*bisher namenlos), Svatba

Im Anschluss darauf spielten im Hangar die Berliner von Din [A] Tod um kurz nach Zwölf erstmals live in Hildesheim. Die Halle war gut gefüllt, was hoffentlich nicht nur am Regen lag. Das Berliner Trio gab mit ihrem halbstündigen Set Songs des Ende letzten Jahres veröffentlichten Debüt-Albums The Sound Of Crash und ein neues Stück namens Clockwork zum Besten. Natürlich sollten dabei die Clubhits Creation Crucifixion und Living Dead nicht fehlen. Insgesamt ein guter und anschaulicher Auftritt mit einem dankbaren Publikum. Der Werdegang der Band sollte auf jeden Fall weiterverfolgt werden.
Setlist: Ephedrine logic, Margarita, Clockwork, Creation crucifixion, Jean sans peur, Living dead

Auch wenn es draußen langsam trockener wurde: Der nächste Programmpunkt im Hangar durfte nicht verpasst werden… Das Leipziger Elektroprojekt Painbastard stand auf dem Spielplan und man sah, dass das als Duo auftretende Projekt sich großer Beliebtheit erfreut. Tanzbarer Elektro der brachialen Sorte, harte Beats und der Gesang im Distorter legten dreißig Minuten lang eine klare Marschrichtung vor. Die Menge nahm es dankbar an und tanzte ausgiebig. Mit S.I.N. (Seele in Not) wurde dabei ein vielversprechender Ausblick auf kommendes neues Material gegeben, am Ende gab es beim Sternentanz dann kein Halten mehr im Hangar. Schade, dass die Gruppe nur 30 Minuten Spielzeit hatte – darüber, dass man gerne mehr gesehen hätte, herrschte eindeutiger Konsens in der Menge. Bleibt also zu hoffen, dass der Erfolg der Gruppe sich vergrößert und somit in Zukunft längere Spielzeiten mit sich bringen wird.
Setlist: Borderline, Nervenkrieg, Nyctophobia, S.I.N. (Seele in Not) (*bisher unveröffentlicht), Psychological Disintegration, Sternentanz

Der Hangar blieb voll, es folgte Musik der seichteren Gangart: Die Schweden von Elegant Machinery betraten die Bühne und zeigten, dass „seicht“ nichts Schlechtes bedeuten muss. Lockerer SynthiePop, in Viererbesetzung gut in Szene gesetzt und für sehr viel Bewegung im Hangar sorgend. Handwerklich einwandfrei und durchaus gut dargeboten, schlich sich dabei jedoch trotzdem so etwa ab der Hälfte des Sets der Eindruck ein, man habe so langsam eigentlich alles gesehen. Der Auftritt wirkte so langsam dann doch leider etwas gleichförmig, obgleich die Stimmung nicht abriss und die Gruppe auch nicht den Eindruck machte, bloß routiniert ein Set runterzuspielen. Spielfreude war stets dabei und Elegant Machinery wurden vom Publikum entsprechend gefeiert.
Setlist: Feel the Silence, Hard to Handle, Watching You, Entwined, Strange Behaviour, Love to Cry, Process, Words of Wisdom, Black Town, Move, Save Me

Kurze Verschnaufspause, dann ging es bald über ein leicht matschiges Gelände zum ersten Mal vor die Hauptbühne, wo dann auch der Rest des Tages verbracht werden sollte… Die Spielleute von Saltatio Mortis spielten auf. Das Gelände war erneut ansehnlich gefüllt und man sah, dass nicht nur die Band auf der Bühne Spaß hatte, sondern auch die Masse davor. Geradlinig auf den Punkt gebrachter Mittelalter-Rock mit authentischer Prägung, der zu keiner Minute überfüllt wirkte, begeisterte von den ersten Tönen an bis zum als Abschluss gespielten Spielmannsschwur. Schade war hierbei einzig und allein, dass der Sound der Band nur in der Mitte des Besucherfeldes wirklich gut abgemischt rüberkam, während an den Rändern stark der Bass dominierte, was bei acht Musikern auf der Bühne etwas ungünstig ist. Sieht man davon ab, war dies ein wirklich überzeugender Auftritt.
Setlist: Prometheus, Tod und Teufel, Worte, Salz der Erde, Wirf den ersten Stein, Koma, Varulfen, Tritt ein, Uns gehört die Welt, Falsche Freunde, Spielmannsschwur

Zwar fand in der Folge ein ziemlicher Publikumsaustausch statt, aber erneut wurde es sehr voll, denn Apoptygma Berzerk sollten als drittletzter Act der Hauptbühne des Festivals auftreten, was sie dann auch bereits fünf Minuten zu früh taten und mit Love Never Dies gleich zu Beginn einen Klassiker unter die Menge brachten, gefolgt von Deep Red. Beide Titel wurden allerdings in einer an den Sound des Albums You and Me against the World angepasst, zu dem mit You keep me from breaking apart dann auch der Bogen geschlagen wurde. Ob alt oder neu: Apoptygma Berzerk feierten eine Party, zu der das Publikum die Einladung dankend annahm. Der Gitarrensound steht der Gruppe wirklich gut und der Auftritt entwickelte sich zum Highlight. Ein würdiges Geburtstagsgeschenk, das Stephan Groth sich hier selbst machte. Belohnt wurde er auf der Bühne mit einer Torte und vom Publikum aus mit einem Geburtstagsständchen. Schade nur, dass die Band die zu Beginn erspielten fünf Minuten am Ende nicht ausnutzte.
Setlist: Intro, Love never dies, Deep red, You keep me from breaking apart, In this together, Mercy kill, Starsign, Unicorn, The Green Queen (*neuer Titel, nächste Single), Shine on, Until the end of the world, Non-stop violence

Das Festival neigte sich dem Ende, es spielte eine weitere alteingesessene Band, die auch auf diesem Gelände mehr als nur einmal zu sehen war in der Vergangenheit: New Model Army. Justin Sullivan sammelte gleich zu Beginn haufenweise Sympathiepunkte, indem er sich selbst als „Inselaffen“ vorstellte, anschließend wurde geradewegs nach vorne ein gelungenes Indie-Rock-Programm geboten, das mit einigen ruhigen Momenten aufwartete, wie beispielsweise High vom so betitelten aktuellen Album der Band. Dies war allgemein eine Auffälligkeit: New Model Army spielten viel jüngeres Material, Klassiker wie Vagabonds kamen erst später, I love the world gar erst als Zugabe, Hits wie 51st State und Stupid questions fehlten. Dennoch präsentierten sich die Briten erstaunlich erfrischend. Und: Wer soll es ihnen nachsehen, sich auch auf aktuelles Material zu konzentrieren? Schließlich wurde gezeigt, dass die Tage dieser Band noch lange nicht gezählt sind.
Setlist: War, Nothing dies easy, Island, No mirror, Whitecoats, High, Bloodsports, Get me out, Green & Grey, Ocean, Chosen, No rest, Vagabonds, W W T G, I love the world

Eigentlich war es erstaunlich, dass das Gelände sich bereits nach Apoptygma Berzerk merklich geleert hatte, schließlich stand mit den Fields of the Nephilim zum Abschluss ein Headliner auf dem Plan, den man nicht alle Tage zu sehen bekommt. Bis zum angepeilten Spielbeginn fand sich dann aber doch noch eine Kulisse ein, für die sich die Band ganz und gar nicht zu schämen brauchte, denn es dürfte von der Bühne aus doch recht stattlich ausgesehen haben. Mit dem Sonnenuntergang begann die Gruppe und bot einen würdigen Abschluss der diesjährigen Auflage des M’era Luna-Festivals. Der Gitarrensound, der diese Gruppe so berühmt gemacht hat, kam bei dem Auftritt glänzend zum Tragen, eine mystische Aura umgab die Bühne und die Band präsentierte sowohl atmosphärische Flächen mit dem authentischen Fields-Sound der gezupften Gitarren als auch Ausflüge in die metallischeren Bereiche der Karriere. Am meisten gefeiert wurden dabei natürlich Klassiker wie Moonchild und The Watchman. Als Zugabe spielte die Gruppe dann Last Exit for the Lost und beendete damit würdig das Festival, während das Publikum noch einmal einstimmig und eindrucksvoll mitging.
Setlist: Shroud, Straight to the light, The Watchman, Trees Come Down, From the Fire, Penetration, Endemoniada, Moonchild, Dawnrazor, The Sequel, Psychonaut, Last Exit For The Lost

Was bleibt, ist die Erinnerung an ein wirklich gelungenes Festivalwochenende. Das Wetter zeigte sich von einer einigermaßen freundlichen Seite, die Gruppen präsentierten sich spielfreudig und es war erneut eine gute Gelegenheit, alte Kontakte zu pflegen und neue Bekanntschaften zu machen. In diesem Sinne: Ein „gerne wieder!“ für 2009!

Weitere Artikel
Interview mit Delain (09.08.2008)
Interview mit Irfan (10.08.2008)

Homepage: www.meraluna.de
MySpace: www.myspace.com/meraluna

Text: Tino Pasold (Mesh, Front 242, Din [A] Tod), Marius Meyer (Rest)
Bilder: Marius Meyer