Ring frei für Runde 13. Wie jedes Jahr im August wurde es in Hildesheim dunkel: Das M’era Luna-Festival öffnete am Freitagnachmittag seine Pforten für die Besucher und bot von Beginn an ein abwechslungsreiches Programm. Während das reguläre Band-Programm erst am Samstag begann, konnten die über 20.000 Besucher bereits am Freitag den Mittelaltermarkt besuchen, Lesungen beiwohnen, die Hangar-Disko besuchen und natürlich dem liebgewonnenen Freunde- und Bekannte-Treffen frönen, bevor Samstag auch die Bands loslegten.

Samstag

Nach einer ersten Runde Akklimatisierung auf dem Gelände ging es bereits um 11:00 Uhr los mit den Gewinnern des M’era Luna-Newcomer-Wettbewerbs: Symbiotic Systems aus Hannover betraten die Bühne und spielten symphonisch angelegten Gothic Rock. Man merkte der Band dabei ihre Aufregung an, so wirkte der Versuch, das Publikum zum Mitgehen zu animieren, doch sehr nervös und nicht jeder Ton saß so, wie er sollte. Die Band ließ sich davon aber nicht unterkriegen und spielte ihr 20-minütiges Set, das von den anwesenden Zuschauern auch dankend angenommen wurde. Was für die Band das Wichtigste sein dürfte: Die ersten Schritte sind gemacht, die Weichen gestellt – da ist Potenzial vorhanden!
Setlist: Desire, Hero, komA, 200, Unheard-of Tale

Rüber ging es dann fix in den Hangar, wo NoyceTM sich bereits in Position gebracht hatten. Leider hatten die drei Sound-technisch das Pech an den Hacken kleben und mussten immer wieder mit schlechter Aussteuerung und blechernem Sound kämpfen. Schade, denn man konnte hinter den Ungereimtheiten erkennen, dass NoyceTM wirklich guten Electro-Pop machen, was ihr aus sechs Titeln bestehendes Set eigentlich gut hätte zeigen können, wenn man den Sound mit dem auf Platte vergleicht. Eingängiger Electro-Pop, treibend dargeboten von einer sympathischen Band, der man sehr gerne eine zweite Chance geben möchte.
Setlist: Headland, Tagwerk, Sleepwalker, Panique, Year 03, This World

Während NoyceTM noch in den letzten Stücken liegen, geht der Weg auch schon wieder auf die Main Stage rüber. Die Invaders aus Sydney spielten auf. Im Jahr 2011 gegründet, handelt es sich um eine noch recht junge Band, die aber bereits genug Repertoire hatte, um das M’era Luna-Publikum bei Laune zu halten und dabei, wie man beim Umhören merkte, einige neue Hörer gewinnen konnten. Mit atmosphärischem Wave-Rock und einer Stimme, die phasenweise mal an mesh erinnerte, boten sie einen kurzweiligen Auftritt, der hoffen ließ, dass die Band bald wieder kommt – mit mehr Spielzeit und mehr Material. Die erste positive Überraschung des noch jungen Festivals. Da sie selbst das „really good fuckin‘ line-up“ lobten, dürften sie auch nach ihrer Show noch viel Spaß gehabt haben.

Leicht schräg ging es danach weiter. Mit Grüßaugust betraten Musiker die Bühne, die teilweise auf eine lange Geschichte zurückblicken können: So sind Drummer Titus und Sänger Robert einst bei den Inchtabokatables mit dabei gewesen und standen somit bereits 2001 einmal beim M’era Luna Festival auf der Bühne. Heute boten sie eine „abgefahrene“ Variante von Gothic Rock, die sich zwischen sphärisch-psychedelischen Klängen und druckvollem Sound bewegte. Ein sympathischer Auftritt!
Setlist: If I Thought, Diane, Königin der Nacht, Parad, Don’t Think, Heya

Auch, wenn es im Vorfeld des Festivals einige Unkenrufe gab, es sei so viel Mittelalter auf dem diesjährigen M’era Luna: Heimataerde sind so gar nicht das, was man mit dem gängigen Mittelalter-Klischee verbindet. Dunkler Elektro mit Mittelalter-Elementen dargeboten von Männern, die sich auch im Hochsommer im Kettenhemd auf die Bühne stellen. Zwischen MacBeth und modernem Sound mit einer hochkarätigen Bühnenshow, bei der die Festung errichtet wird, Schwertkämpfe ausgetragen werden und auch um die holde Dame gesungen wird. Mit tanzbarem Elektro, Augenzwinkern und den mittelalterlichen Instrumenten wurde hier ein Auftritt geboten, der in Sachen Bühnenshow Maßstäbe setzen konnte. Und auch das Musikalische war dabei nicht von schlechten Eltern!
Setlist: Intro, Templerblut, Der Verfall, Pilgerlied, Wiedergänger, Morituri Salutant, Tief in Dir, Heimataerde, Wie ein Tier, Allein

Während Roterfeld auf der Main Stage mit Gitarrenklängen überzeugten und Faderhead im Hangar die Meute zum Tanzen brachten, war es Zeit, mal eine Runde über das Gelände zu flanieren und sich anzuschauen, was es sonst noch so gab. Lange Schlangen bei den Autogrammstunden des Sonic Seducers beispielsweise. Zudem auch viele Händler, die ihre Waren feilboten. Und wenn man mal ein bisschen der Sonne entkommen wollte, gab es so einige überdachte Sitzflächen mit Bierzelt-Garnituren, die teilweise auch aus der Ferne einen guten Blick auf das Geschehen auf der Bühne boten. Zum Beispiel auf Megaherz, die auch nach Sängerwechseln überzeugen und ihre größer werdende Fanschar begeistern konnten. Mit rockigen Klängen und einer amtlichen Portion Härte überzeugten Stücke wie Prellbock, Heute Nacht und ganz zum Schluss Miststück, sodass eine glückliche Menge zurückblieb.
Setlist: Jagdzeit, Prellbock, Keine Zeit, Dein Herz schlägt, Heute Nacht, 5. März, Miststück

Was folgte, war ein Gang hinter die Bühne, um ein erstes Interview an diesem Wochenende zu führen: Thomas von De/Vision eröffnete uns die erfreuliche Gelegenheit, ein ausgiebiges Interview mit ihm zu führen über De/Vision im Jahre 2012, wie es sich nach beinah 25 Jahren seit der Bandgründung so anfühlt, was das neue Album ausmacht und viele weitere Themen. Ein spannendes und erkenntnisreiches Gespräch, bevor es wieder rausging, während gerade die Letzte Instanz auf der Hauptbühne tobten. Eine Band, die seit je her ein bisschen aus dem herausragt, was das mittelalterliche Genre so zu bieten hat. Zwar mit einem Set, das wenig Überraschungen bot, aber dennoch eine sichere Sache darstellte und vor allem Spaß machte.
Setlist: Intro, Flucht ins Glück, Mein Todestag, Der Garten, Komm, Von Anfang an, Sing!, Finsternis, Wir sind Allein

Auch, als die Letzte Instanz ihr Set beendet hatte, war keine Verschnaufpause in Sicht. Stattdessen ging es direkt weiter wieder in den Hangar, wo mit In Strict Confidence ein echtes Urgestein auf der Bühne stand. Vor inzwischen über 20 Jahren gegründet, spielte die inzwischen zu fünft agierende Band um Dennis Ostermann, gesanglich vom weiblichen Konterpart Nina de Lianin unterstützt, ein Best Of-Set von einer knappen Stunde, das bei der Love Kills! begann und sich bis zur aktuellen EP Morpheus bewegte. Stücke wie Promised Land zeigten dabei gut die Qualität, die dieser Act bis heute hält. Harte Elektro-Sounds mit Druck nach vorne treffen auf eingängigen Gesang und in vielen Stücken eben auch die weibliche Gegenstimme. Aber auch ein Stück wie Seven Lives im mittleren Tempo konnte überzeugen. Überhaupt trafen In Strict Confidence genau den Nerv der anwesenden Zuschauer und sorgten durchweg für Bewegung. Als dann zum Schluss erst noch Zauberschloß und dann noch Engelsstaub erklangen, waren sich nicht wenige der Zuschauer einig: Das war einer der besten Auftritte des Wochenendes! Ein Eindruck übrigens, der sich auch bis Sonntagabend halten sollte…
Setlist: Intro, My Despair, Promised Land (Clubmix), Seven Lives, Forbidden Fruit, Set Me Free, Away From Here, Morpheus (Clubmix), Silver Bullets, Zauberschloss, Engelsstaub

Nachdem man In Strict Confidence dann erst einmal verarbeitet hatte, galt es, draußen noch den letzten Klängen von Diary of Dreams zu lauschen, die auch im strahlenden Sonnenschein das Publikum beherrschten, um sich anschließend einen guten Platz für die Fields Of The Nephilim zu suchen. Gerade bei Carl McCoys Band ist es ja so eine Frage: Kann das im Hellen funktionieren? Und bald merkte man: Ja, kann es! Nein, tut es sogar! Die staubige Atmosphäre, die er bereits durch sein Äußeres verbreitet, der Nebel auf der Bühne und die verhangenen Gothic Rock-Klänge, all das ging zusammen zu einem hervorragenden Set, das sich gut durch die Bandgeschichte spielte. Temporeiche Stücke wie Preacher Man, das mittlere Tempo bei Love Under Will, metallischer bei Penetration und vor allem die Klassiker Last Exit For The Lost und Moonchild wurden gefeiert. Die großen Helden des Gothic Rocks, sie sind immer noch in Topform!
Setlist: Intro (The Harmonica Man), Preacher Man, Love Under Will, Dawnrazor, Penetration, From the Fire, Last Exit for the Lost, Moonchild

Und wieder ein munterer Bühnenwechsel: Zurück in den Hangar. Mit gutem Grund, der da heißt: De/Vision. Was Keyboarder Thomas schon im Interview ankündigte, konnte man nun sehen: De/Vision sind nicht mehr zu zweit, sondern zu dritt auf der Bühne. Auch wenn es auf der Platte synthetisch ist, auf der Bühne ist das Schlagzeug live. Das gab dem Set ordentlich Drive – und machte sichtlich Spaß, wie man an Sänger Steffen Keth sehen konnte, der kaum stillstand auf der Bühne. Zwar wurden mit Titeln wie I Regret bereits so einige der ganz großen Nummern ziemlich früh gespielt, dennoch wurde es aber nicht langweilig und auch die neueren und neusten Stücke vom in Kürze erscheinenden neuen Album Rockets + Swords funktionierten und begeisterten. Urgesteine in Bestform. So soll das!

Wieder am Tageslicht, inzwischen bei untergehende Sonne, waren bereits seit einer Weile Subway To Sally am Werk, die ihr Publikum wie immer im Griff hatten. Jedoch hat man bei Subway To Sally inzwischen den Eindruck, man habe es hier zwar mit zweifelsohne hochkarätigen Musikern zu tun, die jedoch inzwischen eine leichte Dienstleister-Mentalität an den Tag legen. Klar, ein Best Of-Set ist kein Verbrechen, aber auch in den Ansagen sind die Wiederholungen deutlich und das Sich-Verlassen auf Erfolgsrezepte ist offenbar. Stichwort „und jetzt der Schrei“. Aber wie bereits erwähnt: Subway To Sally haben ihr Publikum im Griff. Und dieses Publikum ist groß, weshalb man sagen muss, dass hier von Veranstalter-Seite alles richtig gemacht wurde!
Setlist: Kämpfen Wir!, Schlagt die Glocken, Mephisto, Das Schwarze Meer, Wo Rosen Blüh’n, Eisblumen, Mir Allein, Wenn Engel hassen, Besser du rennst, Tanz auf dem Vulkan, Kleid aus Rosen, Sieben, Ohne Liebe, Veitstanz
Zugabe: MMXII

Nach einer halben Stunde Umbaupause dann aber der Headliner, der von vielen bereits sehnsüchtig erwartet wurde: Brian Molko spielte mit seinen Mannen von Placebo auf und zeigte sich trotz des großen Erfolges als nach wie vor sehr sympathischer Frontmann. Das folgende Set ließ in Sachen Song-Auswahl und Bühnenshow so gut wie keine Wünsche offen. Eröffnet mit Kitty Litter und Battle for the Sun war dann bereits bei Every You Every Me ein erster Höhepunkt erreicht. Was folgte, war ein klarer Selbstläufer: For What It’s Worth, Meds… Das Publikum ging mit – und das mit Recht! The Bitter End war dann natürlich auch nicht das Ende, stattdessen folgten mit dem bekannten Cover von Running Up That Hill und Infra-red noch zwei Zugaben, bevor der würdige Headliner einen in weiten Teilen sehr gelungenen ersten Festival-Tag beendete.
Setlist: Kitty Litter, Battle for the Sun, Every You Every Me, Speak In Tongues, Black-Eyed, Special Needs, For What It’s Worth, I Know, Slave to the Wage, Meds, Song to Say Goodbye, The Bitter End
Zugabe: Running Up That Hill, Infra-red

Die Wege verstreuten sich nun – während die einen den Weg zum Schlaf suchten, gab es an anderer Stelle die bier- und weinselige Zusammenfassung von Tag 1, andere gingen in die Hangar-Disko, um zu der von Faderhead und Martin Sprissler aufgelegten Musik zu tanzen, wieder andere besuchten ein weiteres Mal den Mittelaltermarkt. Für Programm war auf jeden Fall auch nach den Bands gesorgt.

Sonntag

Einmal frische Dusche, frischer Kaffee und rauf aufs Gelände, der zweite Tag konnte beginnen. Nachdem Les Jupes den Tag auf der Main Stage eröffneten, folgten direkt Lahannya, die soliden Gothic Rock mit Frontfrau boten, der druckvoll und eingängig begegnete und zeigte, dass es neben den großen Größen des Genres auch noch weitere, kleinere, female fronted Bands gibt. Die folgenden Lacrimas Profundere setzten dann im Gegensatz zur vorangegangenen Band sozusagen den männlichen Gegenpart und spielten ab 13:10 Uhr für 40 Minuten hochwertigen Gothic Rock, mal atmosphärisch schwebend und mal mit hohem Tempo. Ein solides Set, das trotz der knallenden Mittagssonne sein düsteres Potenzial ausschöpfen konnte.
Setlist: Lips, Be mine in tears, We shouldn´t be here, My little fear, The Letter, My Mescaline, Ave End, No matter where you shoot me down, Amber Girl, A Pearl

Danach ging es direkt in den Hangar, denn Down Below standen bereits in den Startlöchern. Nachdem sie ihren Soundcheck schon selbst übernommen hatten, zeigten sie auch während ihres Sets, dass sie die Nähe zu den Fans gerne suchen und leben. Die Interaktion mit dem Publikum war stets da, es wurde viel gescherzt und immer wieder das Publikum mit einbezogen. Beispielsweise bei der Video-Botschaft an den an diesem Tag verhinderten Mahoni, für den alle im Chor auf 5,3 grüßen sollten oder auch bei Dein Licht, zu dem zuvor eine Menge Lichter aus dem Merchandise-Programm verschenkt wurden bis hin zum abschließenden Hände-Meer bei Mit goldenen Segeln, wo sogar die Security mit den Armen schwenkte. Auch, wenn der Band gerne mal Kitsch nachgesagt wird: Hier und heute zeigten sie sich vor allem als eine eingespielte Gothic Rock-Band, die authentisch wirkt, nah am Fan ist und Spaß an dem hat, was sie da macht. Musik mit Seele, Musik die berührt!
Setlist: Leuchtfeuer, Zeichen, Alle deine Wege, Du und Ich, Stark sein, Wildes Herz, Dein Licht, Sand in meiner Hand, Mit goldenen Segeln

Nach seinem Auftritt gab es für Down Below-Sänger Neo Scope wenig Verschnaufpause, denn Interviews standen an. Eines davon eben auch mit Alternativmusik.de, bei dem er sich sehr auskunftsfreudig zeigte und gerne über den Auftritt plauderte, aber auch über viele andere Themen wie die ambivalent aufgenommenen Touren mit Unheilig, Casting-Shows, Rück- und Ausblicke und viele weitere Themen.

Von hinter der Bühne ging es dann auch direkt wieder vor die Bühne, denn Welle: Erdball sollten bald auf Sendung gehen. Honey und Alf versetzten bei ihrem Auftritt viele Tausendschaften in Verzückung, spielten eine Dreiviertelstunde ein Best Of, in dem sich das Publikum textsicher zeigen konnte bei Stücken wie Schweben, Fliegen, Fallen, Arbeit adelt! oder auch dem in gewisser Weise zum Flughafen passenden Starfighter F-104G. Gute Laune verbreiteten an diesem Sommertag auch die vielen ins Publikum geworfenen Welle: Erdbälle, die munter durch die Menge flogen.

Nachdem Schandmaul im Anschluss ein wenig überraschendes, aber nichtsdestoweniger gelungenes Mittelalter-Set spielten, setzten Eisbrecher dort fort, wo Megaherz am Vortag aufgehört haben – ist doch Sänger Alexx von Eisbrecher zuvor einige Jahre bei Megaherz aktiv gewesen. Mit einer Reise durch die bisherigen Alben konnte die Band ihrer Position als drittletzter Act auf der Hauptbühne und durch und durch gerecht werden. Harte Stücke mit verzerrten Gitarren, rauem Gesang und einer dunklen Atmosphäre, die aber neben all der harten Schale nicht verleugnen konnten, wie viel Gefühl und Gedanken hinter der Musik stecken. Seien es Stücke wie Herz aus Eis, Prototyp oder auch das gefeierte Miststück: Die Hörer wissen schon, was sie an Eisbrecher haben. Und warum das so ist, sah man an diesem Abend deutlich.
Setlist: Exzess Express, Willkommen, Verrückt, Leider, Herz aus Eis, Amok, Prototyp, Schwarze Witwe, This is Deutsch, Miststück, Die Hölle muss warten

Auch auf der Hangar-Bühne wurde so langsam der Endspurt eingeläutet. Mit KMFDM war mal wieder eines dieser Urgesteine auf der Bühne. Eine Band, die einen ganz eigenen Stil kreiert hat und damit Fans verschiedener Richtungen gut zusammenbringen. Sowohl Gitarren- als auch Elektro-Freunde können sich auf KMFDM einigen. Druckvolle Klänge, harte Gitarren, kombiniert mit einem ordentlichen Schub Tanzbarkeit – all das bot die Band auf der Co-Headliner-Position im Hangar am M’era Luna-Sonntag. Mit Stücken wie Tohuvabohu hatte man einige der großen Nummern bereits zu Beginn, das große Finale boten dann aber Hau Ruck, WW III und D.I.Y. Ein gelungener Auftritt einer alteingesessenen Band gänzlich ohne Alterserscheinungen.
Setlist: Krank, Amnesia, Tohuvabohu, Dystopia, Potz Blitz, Rebels in Kontrol, Spectre, A Drug Against War, Looking 4 Strange, Hau Ruck, WWIII, D.I.Y

Hat hier einer Urgesteine gesagt? Wenn ja: Genau so ging es dann auch weiter. Während KMFDM noch den Hangar rockten, war draußen bereits Justin Sullivan mit seiner New Model Army angetreten und spielte ein angedunkeltes Indie-Rock-Programm, das hin und wieder von einigen technischen Problemen überschattet wurde, dennoch aber überzeugen konnte. Obgleich Hits wie 51st State und Stupid questions fehlten, waren neben jüngeren Stücken wie High auch einige der altbekannten Nummern mit im Programm. Green And Grey von 1989 hat da beispielsweise schon mehr Jahre auf dem Buckel als manch Festival-Besucher. Und wenn das Set dann mit I Love The World beendet wird, ist das doch eine Botschaft, die man gerne mitnimmt.
Setlist: Get Me Out, High, Wonderful Way To Go, Flying Through The Smoke, Living In the Rose, Today Is A Good Day, Christian Militia, Red Earth, Here Comes The War, Green And Grey, Ocean Rising, Purity, I Love The World

Ein letztes Mal hieß es an diesem Wochenende: Rüber in den Hangar! Hocico bespielten die Headliner-Position an diesem Abend und machten ihren Job sehr ordentlich! Gewohnt diabolisch schritt Erk über die Bühne, während Racso die Elektronik bediente. Mit ihrem tanzbaren und hochfinsteren Elektro untermauerten Hocico auch live die Stellung, die ihnen in der Szene und in den Clubs längst zuteil ist. Die Menge danke es feiernderweise und feierte die Mexikaner euphorisch. Der Vocoder-Gesang, die Song-Auswahl: Hocico machten es hier durch und durch richtig. Eröffnet mit Breathe Me Tonight über Dog eat dog und Poltergeist bis hin zum furiosen Abschluss mit Tiempos de Furia wurden hier weder Durchhänger noch Verschnaufpause geboten.
Setlist: Breathe Me Tonight, Where Words Fail Hate Speaks, About a dead, Flesh to Lacerate, Dog eat dog, Bite me, Escape the Spell, Altered States, Forgotten Tears, Poltergeist, Tiempos de Furia

Als im Hangar Schluss war, ging es noch einmal raus zu In Extremo, die bereits die Main Stage als Headliner betreten hatten. Die Stimmung im Publikum war gut, Titel wie Vollmond, Herr Mannelig, Rasend Herz usw. wurden genauso gefeiert wie die Bühnenshow mit ihrer Vorliebe zu Pyrotechnik. Dass nach Erdbeermund schon Schluss sein sollte, wurde dann auch nicht akzeptiert. Spielmannsfluch und Villeman Og Magnhild mussten noch folgen, bevor In Extremo die Zuschauer aus dem Festival entließen.
Setlist: Sterneneisen, Frei zu sein, Zigeunerskat, Vollmond, Herr Mannelig, Sängerkrieg, Unsichtbar, Zauberspruch No. VII, Rasend Herz, Siehst du das Licht, Viva La Vida, Küss mich, Erdbeermund
Zugabe: Spielmannsfluch, Villeman Og Magnhild

Und da war es auch schon vorbei, das 13. M’era Luna Festival. Erneute zwei Tage, die wie im Flug vergingen, mit vielen schönen Eindrücken, hervorragenden Auftritten und diesem Jahr auch einem absolut Festival-tauglichen Wetter. Den 10. und 11. August 2013 sollte man sich schon einmal dick im Kalender anstreichen, denn da geht das M’era Luna Festival in die nächste Runde!

Weitere Artikel
Interview: mit De/Vision beim M’era Luna 2012
Backstage mit Neo Scope – Down Below im Interview

Homepage: www.meraluna.de
Facebook: www.facebook.com/meraluna
Twitter: www.twitter.com/meralunafstvl

Text: Marius Meyer
Bilder: Christoph Eisenmenger (Atmosphäre, Invaders, Megaherz, Fields Of The Nephilim, New Model Army), Bernd Zahn (Welle: Erdball)