Auch wenn ich auf meinem Festivalkonto inzwischen zahlreiche Besuche auf verschiedensten Festivals des Landes verbuchen kann, sollte nach Rock am Ring, dem Hurricane Festival, dem Rock Werchter, dem Juicy Beats und vielen weiteren mit den MTV Mobile Beats in Köln endlich das erste allein der elektronischen Musik gewidmete Event folgen. Die MTV Mobile Beats sind nun bereits seit mehreren Jahren eine feste Konstante im Kalender für Fans der Electronic Dance Music in NRW. In diesem Jahr fand die Veranstaltung wieder rund um den Kölner Tanzbrunnen statt und lockte bei schönstem Wetter zahlreiche Fans an das schön gelegene Gelände, direkt am Rhein.

Neben der Hauptbühne, welche von Hochkaräter betreten wurde, die erst vor wenigen Wochen noch auf der riesigen Bühne des Tomorrowland Festivals auflegten, gab es auch noch eine Second Stage zu bestaunen. Hier ging es im Sand, direkt am Rhein gelegen, eher ruhiger zur Sache, während die DJs der Hauptbühne sämtliche Partyshaker der letzten Jahre auflegten und das Publikum zum Schwitzen brachten. Das Programm des eintägigen Events startete gegen 14 Uhr, glücklicherweise durfte sich der Opening Act der Main Stage, Noize Generation, bereits über viele Fans freuen, die es bei dem wunderschönen Wetter nicht länger zu Hause ausgehalten hatten und endlich ihre Lieblingsmusik zelebrieren wollten. Neben einem sehr klaren Sound begeisterte sofort das tolle Gelände, welches im hinteren Bereich zu der einen oder anderen ruhigeren Minute im Gras einlud.

Der Tanzbrunnen scheint eine ideale Location für das eintägige MTV Mobile Beats Festival zu sein, denn neben der erwartbaren langen Schlange am Eingang sowie vor den Toiletten (an dieser Stelle eine Runde Mitleid für alle Festivalbesucher weiblichen Geschlechts) gab es kaum Ereignisse, welche die gute Stimmung trübten. Nach dem Opening Act folgte Deniz Koyu mit einem herausragenden Set sowie die DJs Twoloud und Showtek. Gerade letztere passten gut in das Nachmittagsprogramm, denn während sich das niederländische Produzentenduo in der Anfangszeit eher dem Hardstyle zuwand, haben sich Sjoerd Janssen und Wouter Janssen inzwischen eher dem Progressive-House hingegeben. Das Publikum feierte die Auftritte der Star-DJs bereits euphorisch, sparte sich jedoch immer noch einige Restreserven für den erwartbaren Abriss der Headliner-Show von Dimitri Vegas & Like Mike auf.

Glücklicherweise konnte das recht junge Publikum bei der Show von Felix Jaehn noch einmal durchatmen, denn der junge DJ produziert bekanntermaßen eher ruhigeren Deep House. Mit seinen erfolgreichen Songs Cheerleader und Ain’t Nobody (Loves Me Better) konnte sich der 20-Jährige bereits weltweit einen Namen machen und auch auf dem MTV Mobile Beats begeisterte er mit einem tollen Set. Die letzten DJs des Tages sollten nun das Publikum einmal mehr zur absoluten Ekstase führen und das gelang zunächst DJ Snake und später auch dem Duo Dimitri Vegas & Like Mike mehr als nur gut. Während die Menge noch stürmisch zu den Hits der Megastars abfeierte, begann ich so langsam mein Tagesfazit zu ziehen. Ja, wie war es denn nun das erste elektronische Musikfestival?

Ich kann nichts Negatives über die Fans dieser Musik oder die Festivalbesucher vor Ort berichten, auch wenn ich vor wenigen Jahren noch überzeugt geschworen hätte, niemals derartige Musik auch nur ansatzweise gut zu finden. Das MTV Mobile Beats Festival war ein tolles Event, mit einem überwiegend angenehmen Publikum, tollen DJs, einem fast ausnahmelos guten Sound und dem besten Vorteil im Gegensatz zu Festivals aller anderen Genres: Es gibt keine lästigen und nervigen Umbaupausen! Electronic Dance Music macht einfach eine Menge Spaß und hat sich inzwischen zu einem meiner liebsten Genres entwickelt. Was lernen wir mal wieder daraus? Neue musikalische Einflüsse & Eindrücke sind einfach super. Da lohnt es sich auch mal einen Blick über den Tellerrand zu werfen und ein Event zu besuchen, welches man früher höchstens belächelt hat.

Homepage: www.mtvmobilebeats.de
Facebook: www.facebook.com/mtvmobilebeats

Text: Melvin Damian Klein
Bilder: Pressefreigabe