Die Eifel mag zwar attraktives Tourismusziel für Wanderer und Wochenendurlauber sein, bietet aber vor allem für die jüngere Generation kaum Möglichkeiten was die Freizeitgestaltung angeht. Diesem Trend entgegengesetzt fand dieses Jahr erstmalig das Riverside Festival in Gemünd bei Schleiden statt. Dazu wurde das örtliche Schützenheim inklusive Außenbereich in eine kleine aber doch sehr feine Festival Location verwandelt. Dabei war dann nicht nur (die für die Eifel sehr typische) Bierbude vorzufinden, sondern auch einige Klamottenstände und Essensbuden. Und auch die Musikfans mit einem exquisiteren Geschmack kamen auf ihre Kosten: Am Stand von Holy Crêpe gab es so ziemlich alles, was man mit einem Crêpe leckeres anstellen kann.

Doch nicht nur kulinarisch sondern auch musikalisch sorgte das Festival für eine angenehme Abwechslung zum meist doch recht langweiligen Landleben. Insgesamt 13 Bands gaben sich im Laufe des Nachmittages bzw. Abends die Ehre. Vor allem Fans von härterer Musik kamen voll auf ihre Kosten, doch auch der ein oder andere Songwriter war vertreten. Der Fokus lag dabei vor allem auf lokalen Bands, welche zum Großteil auch eigene Songs präsentierten, und nicht wie bei den wenigen in der Eifel stattfindenden Konzerten die Menge mit ihren schlecht gecoverten Popsongs quälten.

Headliner waren die aus Belgien stammende Band Strains, die zum Ende des Abends den Besuchern noch einmal alles abverlangte. Ein weiteres Highlight des Festivals war der Auftritt der Band Reshaper. Die vier ortsansässigen Jungs, die auch an der Planung und Durchführung des Festivals beteiligt waren, stellten ziemlich eindrucksvoll unter Beweis, was sie drauf haben. Jeder, der sich auch nur annähernd als Hörer von härterer Musik bezeichnet, sollte sich diese Band nicht entgehen lassen!

Organisiert wurde das Debüt des Riverside Festivals von Flipson Concerts und dem DIY Modelabel Storm before the Calm. Der aus Gemünd stammende Filipp Ebisch – Gründer von Flipson Concerts und Gitarrist bei Reshaper – stellte mit der Premiere des Riverside eindrucksvoll unter Beweis, dass auch in der Eifel ein Festival von der ansässigen Bevölkerung angenommen wird und funktioniert. Insgesamt knapp 200 Gäste rockten das Gemünder Schützenheim ordentlich ab und zeigten damit einmal mehr, dass Metalfans einfach gut drauf sind.

Neben dem Merchstand und den Klamotten von Storm before the Calm gab es auf dem Riverside Festival auch Klamotten der Hardcore Help Foundation (HHF) zu kaufen. Die gemeinnützige Hilfsorganisation setzt sich für Hilfsprojekte in der ganzen Welt ein, hauptsächlich in Afrika.

Ein großer Unterschied des Riverside Festivals gegenüber anderen Festivals besteht vor allem darin, dass der Gewinn des Festivals an die HHF gespendet wurde!

Ebenso entstand im Verlauf des Nachmittages ein Graffiti, welches im Nachhinein versteigert wurde und dessen Erlös ebenfalls der Hardcore Help Foundation zugutekam.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Riverside Festival ein voller Erfolg war – die nächste Auflage ist auch schon in Planung. Die traumhafte Location im Gemünder Kurpark gelegen im Nationalpark Eifel stellt fast jede andere Festival Location in den Schatten – und das zu Recht. Auch an Professionalität mangelte es nicht. Vom Festivalbändchen bis zu den Parkplätzen und der Security – dem Riverside fehlte es an gar nichts. Bleibt nur zu hoffen, dass die nächste Auflage ebenso souverän verläuft und vielleicht auch den einen oder anderen Metalfan in die Eifel lockt!

Links:

Riverside Festival: https://www.facebook.com/RVRSDFSTVL/?fref=ts
Storm before the Calm: http://stormbeforethecalm.de/
Hardcore Help Foundation: http://hardcore-help.com/
Holy Crêpe: https://www.facebook.com/HolycrepeESLA/?fref=ts

Text: Lars Junker
Bilder: Jan Barthel // Photography & Film (https://www.facebook.com/jb.photography.film/)