Eines der schönsten Festivals ist das Week-End Fest in Köln, das im Jahre 2015 zum fünften Mal veranstaltet wurde und das in Punkto Exklusivität Maßstäbe setzt. Nachdem man in den letzten Jahren schon Acts wie Robert Forster, The Fall, Jarvis Cocker, Chain and the Gang, Die Goldenen Zitronen, Thurston Moore, Jacques Palminger, Teenage Fanclub und eine große Anzahl an anderen Künstlern verpflichten konnten, stand auch beim Week-End Fest #5 die musikalische Qualität im Mittelpunkt. Beim wieder in der Stadthalle Mülheim präsentierten Zwei-Tages-Festival vom 20. bis 21. November 2015 durfte man sich auch dieses Jahr wieder auf Künstler freuen, die fernab vom Mainstream beheimatet sind.

Das Line-Up war auserwählt und bot bestes Programm. The Notwist, Ariel Pink, Billy Childisch, Adrian Sherwood, The Pop Group, Fatima, Die Vögel, Deradoorian, Mustafa Ökzent, Numero Group und Move D traten an diesen zwei Tagen in der Halle, die den Charme der 1960er/1970er Jahre verbreitet, auf.

Es ging los mit Deradoorian, einer Dame, die mit ihrem Kunstpop hervorragend in die Atmosphäre der Mülheimer Stadthalle passt, ehe man sich danach über die wiedervereinigte Pop Group, die mit ihrem Album Citizen Zombie nach 35 Jahren ihre Visitenkarte auch live hinterlassen konnten, freuen durfte.

Eine Bank sind The Notwist aus Weilheim, die sich mit ihren Klangexperimenten längst auch international bewähren konnten und die als Hauptact mit ihrem individuellen Tönen die zwischen hypnotischen und an den guten alten Krautrock hin und herspringen, glänzten. Nachdem die Bayern die Bühne verlassen hatten, konnten sich die verbliebenden Zuschauer noch über die Auftritte des Dubfathers Adrian Sherwood und den des Hamburger Kunstprojekt Die Vögel, die mit Blaue Moschee sogar einen kleineren Club-Hit landen konnten, freuen.

Am Samstag wurde das Programm von Jack Name, den man unter anderem als Support des zweiten Headliners des Week-End Festes Ariel Pink her kennt. Ein mysteriöser Mann aus dem Herzen LAs, der mit seinen an Can erinnernden Klängen in Köln genau richtig war. Danach dann eine Aufführung wie man sie immer wieder gerne beim Week-End Fest hat, nämlich die Aufführung der 1973er LP Genclik il elele von Mustafa Özkent Ve Orkestrası und der Türke bewies damit, dass auch Funk aus der Türkei kommen kann.

Billy Childish from Chatham/Kent in Great Britain ist eine Ikone des Noise und der Mann, der auch als Maler und Schriftsteller erfolgreich ist, bewies, warum sich viele Künstler wie The White Stripes, Blur Gitarrist Graham Coxon und sogar die Toten Hosen auf Billy berufen.

Der bereits erwähnte Ariel Pink konnte mit seinem Lo-Fi Sound und einer großen Portion Avantgarde begeistern und schuf damit den Höhepunkt des zweiten und letzten Festivaltages, der von der Schwedin mit Wahlheimat England, Fatima, die mit ihrem lässigen R&B und Soulelementen den frühen Sonntagmorgen begrüßte und den Abschluss boten dann DJs des US-Reissue-Labels Numero Group.

Wer danach immer noch nicht die nötige Bettschwere hatte, der konnte mit Move D auf der Aftershow-Party bis in die Morgenstunden tanzen.

Man darf gespannt sein, wen Moderator Dave beim Week-End Fest #6 auf der Bühne der Stadthalle Köln-Mülheim begrüßen kann.

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Text: Dennis Kresse