Sven Friedrich ist ein viel beschäftigter Mann: Seit 2001 ist er nun mit Zeraphine aktiv, im vergangenen Jahr stand er auf einmal wieder mit den Dreadful Shadows auf der Bühne und nun erscheint mit Broken Grid auch noch das Debüt seines elektronischen Solo-Projektes Solar Fake. Anlass genug also, einmal ein ausführliches Gespräch über Solar Fake, Zeraphine, die Dreadful Shadows und die damit verbundenen Themen zu sprechen. Das Ergebnis dieses Gespräches gibt es an dieser Stelle nun nachzulesen!

Erstmal natürlich grundlegend die Frage: Wie kam es dazu, jetzt auch noch alleine als Solar Fake Musik zu machen?

Das ist tatsächlich so, dass ich unbedingt schon seit langer Zeit ein Elektro-Projekt machen wollte. Einfach mal komplett nur elektronische Musik. Ich mag elektronische Musik sehr und es macht mir irgendwo auch Spaß. Ich hab bisher immer die elektronischen Remixe für Zeraphine und die anderen Bands gemacht und es macht mir einfach unglaublichen Spaß. Ich wollte das wirklich schon ewig mal auf die Reihe bekommen, hab das aber aus Zeitgründen nie geschafft. Jetzt war 2006 mal so ein Zeitfenster frei, wo ich mich intensiver damit befassen konnte und anfangen konnte, Songs zu schreiben.

Du sagtest, 2006 war das. Wie ging der Prozess dann weiter? 2006 ist ja auch schon wieder ein bisschen her…

Ich habe angefangen, Ideen zu sammeln und daraus Songfragmente zu machen. Ich hab mich aber mit der gesamten Geschichte nicht unter Druck gesetzt. Also ich hab einfach ins Blaue ein paar Stücke gemacht. Sieben oder acht Stücke – und dann hörste Dir das mal in Ruhe an und guckst, ob Du weitermachst und es noch gefällt oder sagst, es sei alles Quatsch. Dann hätte ich es auch gelassen. Aber ich hab dann den Sommer über – nachdem das Zeraphine-Album draußen war – angefangen, Songs zu schreiben, bis in den Herbst erstmal rein und dann war halt dieser Moment da, wo ich dachte: ‚Okay, heute macht mir das unglaublichen Spaß und ich find das Ergebnis auch gut.’ Dann hab ich einfach weitergemacht. Danach ging es erstmal ewig eine Plattenfirma suchen, wo man der Meinung ist, dass die einen gut vertritt. Das dauert ja dann immer noch eine Weile.

Also sind die Stücke alle erst ab 2006 entstanden oder ist da auch schon früher was gekommen?

Es gab schon mal zwei Stücke, die aus älteren Fragmenten entstanden sind, die ich schon mal hatte. Da der Prozess des direkten Komponierens dem von Zeraphine sehr ähnlich ist, wo ich erst die Stücke alle elektronisch schreibe, waren es zwei Stücke, die aus älteren Ideen wieder zusammengesetzt wurden. Insofern ist das schon älter, das kann ich gar nicht so genau datieren. Aber so wirklich damit befasst, also intensiv damit beschäftigt, hab ich mich erst seit Sommer 2006.

Ach so, ich dachte nur: Wenn man ein Debüt-Album macht, hat man ja im Grunde soviel Vorlauf wie man will. Deswegen die Frage.

Ja gut, das stimmt. Aber ich war dann Anfang 2007 eigentlich mit den Songs fertig. Die waren noch nicht vernünftig gemischt, aber das Songwriting war quasi abgeschlossen und dann musste ins Studio gehen, Demos machen, Plattenfirmen finden – das hat mindestens noch mal genau so lange gedauert.

Bevor es nun um den Inhalt gehen soll, würde ich vorher gerne mal wissen: Warum „Broken Grid“? Was steckt hinter dem Titel und was sagt er aus?

Für mich symbolisiert das so eine Art Schutzschicht, die man um sich trägt, die an verschiedenen Stellen kaputtgeht. „Grid“ ist ja so eine Art Netz. Gleichzeitig hat es für mich aber noch eine ganz andere Ebene, die im Artwork deutlich wird. Dort ist ein Objekt, das in ein Gitternetz übergeht. Das „Grid“ symbolisiert für mich eher die abstrakte Ebene, das andere eher die reale Ebene. Diese technische oder abstrakte Ebene wird durch die reale Ebene durchbrochen.

Wie bist Du darauf gekommen? Da steckt ja so einiges hinter, so wie sich das anhört…

Ja, das ist unglaublich – das hatte ich mit einem Schlag plötzlich im Kopf. Sowohl das Artwork, also das Konzept für das Artwork, als auch den Titel. Das ist mir noch nie passiert. Bisher war das immer mit das langwierigste, einen Albumtitel zu finden und sich irgendwie zu entscheiden, wie man die ganzen Stücke auf einen Nenner bringen könnte. Das dauert bei Zeraphine beispielsweise immer richtig lange. Hier war das einfach auf einen Schlag da. Das war ganz komisch, ich kann das gar nicht erklären. Ich dachte nur: ‚Boah, genau! Genau so!’ Dann hab ich angefangen, die Ideen alle aufzuschreiben, damit mir kein Gedanke mehr dazwischenfunkt.

Nun mal näher zum Inhalt… Wie würdest Du selber die Musik oder die Stilvielfalt beschreiben? Es ist ja ziemlich breit gefächert.

Das ist echt schwierig, das fällt mir selbst schwer. Also grundsätzlich ist das halt alles elektronische Musik und bewegt sich zwischen SynthPop, FuturePop bis hin zu EBM und ein bisschen Industrial-Anleihen. Der Mensch, der die Band-Biographie geschrieben hat, hat es sogar Elektro-Rock genannt, weil er es mit elektronischer Musik wohl noch nicht so häufig hatte. Wahrscheinlich trifft es das auch ganz gut. Das ist für mich wirklich schwierig zu beschreiben. Ich mag halt auch alle diese Stile. Ich mag sowohl EBM als auch FuturePop oder so. Das war für mich auch relativ klar, dass ich diese Stile miteinander vermischen will, weil ich mich nicht auf einen hätte beschränken wollen.

Ein Titel, der mir auffiel – allein schon vom Titel her schon – war „(You Think You’re) Radical“. Worum es geht es und an wen richtet sich der Titel?

Das ist eher eine persönliche Geschichte, das möchte ich eigentlich ungern so komplett ausbreiten. Es geht mehr oder weniger um Leute – und davon gibt es ja ganz viele – die sonst was auf sich halten, die sehr von sich selbst eingenommen sind. Und wenn man ein bisschen hinter die Fassade schaut, ist da eigentlich erstmal gar nichts. Das ist so der eine Moment. Der andere Moment – der trifft sich damit halt in dieser Person, um die es bei mir dabei geht – ist, sehr sehr spießig zu sein, dies aber nach außen hin durch seine Fassade eigentlich abzulehnen. Aber im Inneren ist dieser Mensch halt unglaublich spießig. Das ist es, worum es geht.

Eine ähnliche Frage hatte ich mir auch bei „Hiding Memories From The Sun“ gestellt. Worum geht es? Warum sozusagen Erinnerungen vor der Sonne verstecken?

Weil die Sonne etwas ist, was immer irgendwie einen Fokus hat, was einen immer irgendwie sieht. Das ist für mich so ein extrem wichtiges, Leben gebendes Element – Licht. Und davor wird etwas ganz persönlich für sich behalten. Es ist ein sehr abstrakter Text, da könnte ich zu meinen eigenen Erlebnissen glaube ich kaum eine einigermaßen verständliche Brücke bauen.

Ist dir das Sonnenmotiv allgemein wichtig? Es gab ja auch mal das Zeraphine-Album namens „Kalte Sonne“.

Ja, die Sonne spendet Licht und Licht ist lebensnotwendig. Insofern ist das für mich immer ein sehr gern genommenes Bild. Nicht mal immer nur positiv gesehen. Man hat es ja auch sehr gern mal dunkel, um nicht sichtbar zu sein oder nicht alles von sich preisgeben zu müssen. Es ist für mich ein extrem flexibles und vielseitiges Bild, was man verwenden kann, um irgendwas auszudrücken.

Wieder zurück zum Album: Interessant, weil es eine Coverversion ist, ist auch „Creep“. Was fasziniert dich zum einen an Radiohead und warum hast du dich zum anderen dann für die Coverversion entschieden?

Also an Radiohead finde ich großartig, dass die einen immer wieder überraschen – mit jedem neuen Album, vor allem musikalisch. Die schreiben tolle Songs, da ist wirklich jeder Song extrem interessant zum Zuhören, das macht mir einfach Spaß, ein Radiohead-Album anzuhören. Sie sind extrem abwechslungsreich. Und „Creep“ fand ich schon beim ersten Hören einfach großartig. Ich hätte den niemals mit einer Rockband gecovert, weil das für mich keinen Sinn gemacht hätte. Das wäre dann eher so was wie: ‚Wir spielen jetzt mal den Song irgendwie nach’. Das ist nicht das, was ich unter einer Coverversion verstehe. Eine Coverversion sollte am Ende so klingen, als sei es ein eigener Song, auch wenn die Komposition, der Text und so weiter und eigentlich auch die ganzen Melodien, die sich darin wieder finden, nicht von einem selbst sind. Aber so vom Sound her sollte das find ich immer nach der eigenen Band klingen. Da dachte ich, dass man das mit einem Elektro-Projekt tatsächlich mal probieren kann und es hat mir dann einfach gefallen.

Also sozusagen das entgegen Gesetzte von „True Faith“ damals mit den Dreadful Shadows?

Ja, genau. Oder wir hatten ja auch „Twist in my sobriety“ mit den Cellos, was etwas völlig anderes war. Oder bei Zeraphine, wo wir „In Your Room“ von Depeche Mode gecovert hatten. Das ist ja ansonsten auch eher elektronisch.

Würdest du allgemein sagen, dass du ein Faible für Coverversionen hast?

Ja, es macht mir wirklich Spaß, Songs, die ich sehr gerne mag, soweit umzubauen, dass sie zu einem Teil von mir selbst werden. Das macht unglaublichen Spaß. Es klappt halt manchmal besser, manchmal schlechter. Aber das ist ja sowieso immer Geschmackssache.

Auswahlkriterium ist also immer nur der eigene Geschmack?

Ja, na klar. Das auf jeden Fall. Der Song muss einem irgendwie gefallen. Ansonsten macht das gar keinen Sinn, wenn man gesagt bekommt: ‚Ja, ihr solltet jetzt den Song da unbedingt mal covern, das hat noch keiner gemacht. Das könnte in die Charts gehen.’ Das wäre für mich beispielsweise überhaupt kein Argument.

Okay, dann mal wieder zu Solar Fake zurück. Gibt es denn irgendwelche Ziele, die du mit dem Projekt erreichen willst?

Eigentlich nicht wirklich. Ich hab das wie gesagt aus diesem Wunsch heraus initiiert und alles weitere lasse ich jetzt auf mich zukommen. Meinen Teil fürs erste Album hab ich jetzt getan und das einzige, was ich mir als Ziel wirklich stecke, ist, das weiterzumachen. Es soll nicht ein Projekt für ein Album sein, ich will das schon auf jeden Fall weiterführen. Das ist das einzige. Wie erfolgreich oder wie wenig erfolgreich es wird, das lass ich einfach mal auf mich zukommen.

Verstehe. Das wäre auch eigentlich jetzt die nächste Frage gewesen, ob es weitergehen soll.

(lacht) Ja, das kann ich bejahen.

Ich würde dann gerne mal über Live-Auftritte reden. Du hattest ja am vierten Januar den ersten Auftritt mit dem Projekt in der Moritzbastei gehabt. Wie hast du den Auftritt empfunden?

Ich muss sagen: Es war sehr ungewohnt, das war natürlich auch alles noch etwas unsicher, weil es für mich eine komplett neue Situation war, für meinen Keyboarder genauso. Der hat vorher auch noch nie auf einer Bühne gestanden, schon gar nicht vor 200 Leuten oder so. Sehr ungewohnt, aber es hat trotzdem ziemlichen Spaß gemacht. Wir haben vielleicht nicht ganz so ins Line-Up gepasst, aber es war trotzdem toll. Es hat extrem Spaß gemacht, dass es sich mal ein bisschen eingespielt hat. Das wird jetzt sehr cool werden glaub ich. Aber man ist halt vor dem ersten Gig, den mit so einem Projekt überhaupt macht, generell sehr nervös. Zumindest war ich so unfassbar nervös und aufgeregt… Ich war sogar danach noch aufgeregt, das war schon sehr sehr schwierig. Aber das ging mir beim ersten Gig mit Zeraphine genau so. Der war übrigens auch in der Moritzbastei. Das war wahnsinnig schlimm. Deswegen ist das echt gut, dass wir das schon mal hatten, so vor dem ersten komplett eigenen Konzert, das wir dann zur Veröffentlichung haben. Mal gucken, wie es so wird.

Du hast ja an zweiter Stelle (von fünf) gespielt, das war ja eine relativ frühe Position an dem Abend. War das ungewohnt, mal wieder so früh zu spielen?

Nee, also die Uhrzeit war ja trotzdem okay. Klar, die Stimmung wird natürlich meist noch etwas besser, je später es wird und je mehr die Leute getrunken haben, aber das war völlig okay. Ich mein, das ist ein völlig unbekanntes Projekt. Keiner konnte die Musik überhaupt schon irgendwie kennen. Das ist halt immer so ein bisschen schwierig, da kann man auch nicht die Mega-Stimmung erwarten, weil die Leute erstmal zuhören müssen. Ich hab das halt auch so gesehen. Die haben sich dann schön die Filmchen im Hintergrund angeschaut und so. Das war überhaupt kein Problem. Wir spielen ja auch ein paar Festivals, wo die Positionen auch keine Headliner-Positionen sein werden. Das ist ja normal. Das ist ein neues Projekt, da fängt man immer ein paar Stufen unter dem an, wo man schon mal war. Das war mit Zeraphine damals auch so und mit Solar Fake ist es jetzt genau dasselbe.

Und wie war es für dich in diesem musikalischen Umfeld? Das war ja doch relativ ungewohnt, mit Gruppen wie Painbastard und Haujobb auf einmal den Abend zu gestalten.

Ja, auf jeden Fall. Das meint ich vorhin: Wir haben musikalisch nicht ganz ins Konzept gepasst, aber das war alles total nett. Die Musiker waren sehr freundlich und sehr angenehm. Ich kannte die auch größtenteils alle nicht persönlich. Klar, von der Musik her Haujobb, kein Frage – das gehört ja irgendwie dazu. Aber das war alles sehr angenehm.

Du meintest ja gerade selber, dass ihr eventuell musikalisch nicht ganz reingepasst habt. Wie stehst du da zu so Stimmen, wenn jetzt manche schon im Vorfeld sagen, dass das Projekt zu seicht sei oder – in Anführungsstrichen – zu „lieb“?

Das ist mir wirklich relativ egal. Das ist genau das Ding: Ich mache keine Musik für eine bestimmte Zielgruppe. Das habe ich mir schon ganz früh abgeschminkt. Das ist Unsinn – finde ich zumindest. Das würde mich halt auch überhaupt nicht erfüllen, Musik für Leute zu machen, die eigentlich nur Geräusch hören wollen. Das ist nicht meins. Oder welche, die nur von vorne bis hinten „aggro“ bei einem Konzert brauchen. Das ist nicht meine Welt. Dafür ist mir die Musik an sich auch einfach zu wichtig. Ich hab zwar jetzt da solche Momente auf dem Album drauf, aber eben auch andere. Das macht so ein Album dann ja auch interessant irgendwie, als wenn es von A bis Z gleichförmig durchgeht.

Wie steht es um die weiteren Live-Planungen mit dem Projekt?

Naja, also es gibt das Konzert zur Record-Release-Party in Berlin am ersten Februar, dann spielen wir beim WGT und beim Blackfield Festival, wo sicherlich auch noch einige Festivals dazukommen, denk ich mal. Vielleicht ein paar eigene, kleinere Konzerte oder Shows, das wissen wir noch nicht so genau. Ich glaub, eine eigene große Tour werden wir noch nicht machen können, weil das mit 12 Songs wirklich schwierig ist, einen ganzen Konzertabend zu gestalten. Wir werden das also lieber etwas streuen. Möglicherweise klappt auch irgendeine Support-Geschichte. Da müssen wir mal gucken, das ist ja auch immer ganz angenehm, da muss man dann auch nicht ganz so lange spielen.

Neben dem neuen Projekt betreibst du ja nach wie vor auch Zeraphine. Wie ist das für dich, an zwei Projekten parallel zu arbeiten? Und wie unterscheiden die sich in der Arbeitsweise?

In der Arbeitsweise unterscheidet sich das komplett. Schon alleine beim Songwriting: Selbst wenn ich die Songs für Zeraphine schreibe, habe ich immer im Kopf, dass es von den anderen an den Instrumenten umgesetzt wird. Das bezieh ich schon in die Komposition mit ein. Man hat innerhalb der Band fünf Köpfe, oft genug auch mit fünf unterschiedlichen Ansichten oder Meinungen und du musst da zu einem Punkt kommen, der alle zufrieden stellt. Das ist mit dem Soloprojekt etwas anderes, weil ich da nur mir selbst gegenüber verantwortlich und Rechenschaft schuldig bin. Das ist auf der einen Seite ganz angenehm, auf der anderen Seite fehlt natürlich auch ein bisschen die Interaktion, die man in einer Band hat. Wenn man an einem Punkt nicht weiterkommt, gibt man sonst so ein Songfragment dem andern und der setzt sich dran und hat dann die zündende Idee. So was fehlt dann, wenn man das alles alleine macht. Es hat beides Vor- und Nachteile.
Die parallele Arbeit ist an sich aber gar nicht so tragisch, denn die Songwritings liegen relativ weit auseinander. Mit den Songs für Solar Fake hatte ich direkt nach dem Erscheinen von „Still“ (dem Zeraphine-Album) angefangen und mit den Zeraphine-Songs dann deutlich später. Da sind wir auch jetzt immer noch in der Songwriting-Phase. Vom kreativen Prozess her überschneidet sich das nicht. Ansonsten ist das eigentlich überhaupt kein Problem. Ich glaub, ich könnte nicht gleichzeitig für beide Bands Songs schreiben, aber ich glaub alles andere kriegt man hin. Es ist eine Organisationsfähigkeit notwendig, um sich nicht überschneiden zu lassen. Das wäre dann sehr blöd, wenn man dann mit beiden Bands an unterschiedlichen Orten auf einmal Konzerte hat. Aber das kann man ja alles planen.

Du hast ja jetzt gerade gesagt, ihr wäret wieder in der Songwriting-Phase. Gibt es da schon irgendwelche konkreten Pläne wieder für Zeraphine?

Also wir schreiben derweil an Material für ein neues Album. Und dann gucken wir mal, was wir damit machen. Sozusagen.

Voraussichtliche Daten oder so gibt es also noch nicht?

Nein, da gibt es noch nichts. Das ist immer schwierig. Wir arbeiten lieber so, dass wir erstmal ein tolles Album zusammen haben und dann gucken, was wir damit machen. Wir haben ja unser eigenes Label gegründet und da muss man dann immer mal schauen. Jetzt arbeiten wir erstmal an der Musik weiter.

Zusätzlich waren ja Ende des vergangenen Jahres auch noch die paar Dreadful Shadows-Konzerte. Wenn du da noch einmal zurückblickst: Wie hast du beziehungsweise wie habt ihr die Auftritte empfunden?

Das war einfach ein Riesenspaß! Das hat extrem viel Spaß gemacht, sich mit den alten Kollegen wieder zu treffen, im Proberaum zu stehen, diese alten Songs wieder mal zu spielen und dann auf den Konzerten auch viele von den alten Fans wieder zu treffen, die man ewig nicht gesehen hat, die teilweise auch überhaupt nicht mehr auf Konzerte gehen, die sich dann doch noch mal dazu durchgerungen haben, zu einem Konzert zu gehen. Das war sehr lustig, das war eine schöne Zeit. Das hat richtig Spaß gemacht, diese Songs mal wieder zu spielen. Ich glaub, den Leuten hat es auch riesigen Spaß gemacht.

Und wie gehst du mit den immer wieder laut werdenden Re-Union-Wünschen um?

Ich kann die immer nur irgendwie abschmettern, das wird nicht passieren. Wir sind inzwischen zwar wieder fähig, miteinander Konzerte zu spielen, ohne dass da komische Stimmung aufkommt, wir verstehen uns auch gut, aber wir sind alle so unterschiedlich geworden, was die musikalischen Entwicklungen anbelangt und ich muss ganz ehrlich sagen, da ist mir Zeraphine viel viel wichtiger, weil es einfach seit 2001 meine Familie ist, wenn man so will. Noch was schaff ich auch einfach nicht. Ich glaub, das würde auch nichts werden. Wir würden nicht mehr ein Album schaffen, das an „The Cycle“ anschließt. So oder so nicht. Das passt einfach nicht, da liegt soviel Zeit dazwischen und es gibt so viele unterschiedliche Entwicklungen, musikalisch und auch teilweise familiär. Das ist so gut wie – sagen wir mal zu 99,9% – ausgeschlossen.

Was mir dabei halt auffiel, war: Es hieß ja, es seien die letzten Auftritte gewesen, und nun ist für Ende Mai in Berlin doch noch einmal ein Auftritt angesetzt. Wie kam es dazu?

Das hab ich auch irgendwie dann erst später erfahren, dass da irgendwelche Sachen gebucht wurden, ohne das so richtig abzusprechen. Das ist mehr oder weniger ein Abspracheproblem gewesen. Kann man keinem die Schuld für geben, aber das werden wir auf jeden Fall noch spielen. Wir werden uns unter Umständen auch nicht mehr mit Händen und Füßen dagegen wehren, noch mal zu spielen, weil es eben wirklich Spaß gemacht hat. Es war eine schöne Zeit und insofern gucken wir mal. Vielleicht machen wir da auch mal ein paar Konzerte mehr, aber eben sehr sehr sporadisch. Im Prinzip ist die größte Prämisse, dass kein anderes Projekt von einem der Musiker in irgendeiner Form tangiert wird. Insofern ist das dann sowieso schon immer ein bisschen schwierig, da einen Termin zu finden.

Das war es auch fast mit Fragen von mir. Als letztes habe ich noch so eine Standard-Frage, die sich bei mir bei der Vielseitigkeit von dir und deinen Projekten so aufgeworfen hat: Was dreht sich denn so privat bei dir im CD-Spieler, so im Moment und auch allgemein?

Also im Moment auf jeden Fall das Editors-Album aus dem vergangenen Jahr, das höre ich im Moment rauf und runter. Das find ich so großartig! Ansonsten ganz viel… Ich hör fast nur noch im Auto Musik, weil ich zuhause gar nicht mehr dazu komme. Ich hab auch das letzte VNV Nation-Album drin, das letzte Depeche Mode-Album, das find ich echt großartig und Interpol. Ja, in den letzten Jahren sind wirklich schöne Alben rausgekommen. Das Diary of Dreams-Album liegt dort auch noch drin, auch vom letzten Jahr… Ja, so was alles.

Gut, das war die letzte Frage. Ich bedanke mich für das Interview!

Ich danke Dir!

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Homepage von Solar Fake: www.solarfake.de
Solar Fake bei MySpace: www.myspace.com/solarfake
Homepage von Zeraphine: www.zeraphine.de
Zeraphine bei MySpace: www.myspace.com/zeraphine

Interview: Marius Meyer
Bilder: Marius Meyer (1, 3, 5), PR (2, 4, 6, 7, 8)