Alternativmusik.de traf den Franco-Italiener Charles Pasi unmittelbar nach dem großartigen Support-Auftritt für die französische Sängerin ZAZ auf dem Kunst!Rasen-Gelände in Bonn im gleißenden Sonnenschein. Auf einer gemütlichen Bank unterhielten wir uns über seine Einflüsse, das typische Schubladendenken, das vor allen Dingen in der Musik noch vorherrscht und natürlich über sein neues Album Uncaged, wie er seine Songs schreibt und wie sehr er sich freut, dass ein Jazz-Urgestein wie der Saxofonist Archie Shepp ihm bei den Aufnahmen zur Seite stand.

Herzlichen Glückwunsch, das war ein starker Auftritt!

Vielen Dank, wir hatten zwar einige technische Probleme, aber das Publikum hat uns mit seinem Applaus gehölfen.

Bist du immer noch ein bisschen nervös vor einem Konzert oder hat sich das mittlerweile gelegt?

Heute ging es, aber sonst immer. Aber wenn man dann mal das erste Lied gespielt hat und das Publikum es einem mit Applaus dankt, dann ist es der beste Beruf, den man haben kann.

Du bist ein Virtuose auf der Mundharmonika, wie viele hast du mit auf Tour dabei?

Ich besitze einige, aber auf Tour habe ich nur 12 dabei.

Und welche Tonlage auf der Harmonika bevorzugst du?

Das kann man so pauschal gar nicht beantworten, es muss zum Song passen. Wobei man sagen muss, dass man als Mundharmonika-Spieler schnell in der Bluesschublade landet, aber das ist nur ein Teil meines Repertoires.

Deshalb auch der Album-Titel „Uncaged“?

Genau, ich habe mich „befreit“ von den ganzen Schubladen, die immer noch vorherrschen und habe ein Album aufgenommen, das aus Blues, Jazz, Rock und Weltmusik besteht.

Was ist denn dein Lieblingssong auf „Uncaged“?

Das variiert und könnte morgen ein anderer sein, aber heute ist es „Better with butter“, wo mich der bekannte Saxofonist Artie Shepp unterstützt.

Einer der bekanntesten Saxofonisten der Welt… Wo wir gerade beim Thema Lieblingslied sind: Welchen Song hättest du gerne selbst geschrieben?

Wieder eine Frage, die man gar nicht so leicht beantworten kann, aber heute ist es wohl „Shine on you crazy diamond“ von Pink Floyd.

Du bist gerade auf Deutschlandtour, welche drei Sachen sind die wichtigsten in deinem Gepäck?

Hmmh, Zahnbürste, ein Bühnenshirt und natürlich eine Mundharmonika!

Apropos. Welcher Harpspieler ist dein Vorbild?

Das ist auch schwer, da es ja verschiedene Epochen gibt, aber Little Walter, wenn man die frühen Werke des Blues nimmt und ja Stevie Wonder, denn dass der ein hervorragender Mundharmonika-Spieler ist, wissen die wenigsten. Hör dir mal das Solo auf der Eurythmics-Nummer „There must be an Angel“ an, das ist von Stevie Wonder.

Zum Schluss gefragt: Wie entstehen denn die Charles Pasi-Songs?

Ich habe eine Idee und auch schon einige Textfragmente und die werden dann von der Band und mir ausgearbeitet.

Vielen Dank für das Gespräch!

Weitere Artikel
Konzertbericht: ZAZ + Charles Pasi – 22.07.2012, Bonn Kunst!Rasen
Rezension: Charles Pasi – Uncaged

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Interview: Dennis Kresse
Bilder: Pressefreigabe