Während der gemeinsamen Tour von Tom Thaler & Basil und Konvoy hatten wir nicht nur das Vergnügen, uns mit ersteren zu unterhalten, sondern nutzten den späten Nachmittag auch dazu, um gleich im Anschluss an das Gespräch mit Tom Thaler & Basil die Jungs aus Konvoy zum gemütlichen Plausch im Backstage des Molotow zu treffen, um uns bei Kaffee und Bier ein bisschen über die Tour, die Single „Weit weg“, Konvoys Musik an sich, die weiteren Pläne und vieles mehr zu unterhalten. Hier das Interview.

Zu Beginn für die paar Leser, die Euch noch nicht kennen, gefragt: Wer seid Ihr? Was macht Ihr für Musik?

Wir sind Konvoy und machen eine Mischung aus HipHop, da liegen die Wurzeln, Rap, Dubstep, elektronischen Einflüssen und Live-Drums. „Raps, Hooks & Loops“ sagen wir immer.

Es ist der letzte Tag der Tour. Wie war die Tour, wie habt Ihr sie empfunden?

Mega! Das war ein gutes Auf und Ab, einige richtig geile Dates dabei, wo wir das Publikum gekriegt haben und es richtig Spaß gemacht hat. Natürlich gab es auch ein paar Downer, aber das war eigentlich immer geil. Die ganze Crew hat gerockt, die Tom Thaler-Jungs sind geil, unser Manager ist geil, unser Tonmann ist geil. Krasse Tour, wir sind ein bisschen traurig, dass es vorbei ist, aber auch ein bisschen froh.

War anstrengend?

Auf jeden Fall war es auch anstrengend, aber auch deshalb, weil wir nach den Konzerten meist ein bisschen was getrunken haben. Da ist das Aufstehen dann immer etwas schwierig. Ansonsten macht es in erster Linie Bock.

Was würdet Ihr denn sagen, zeichnet Eure Shows aus? Warum soll man unbedingt vorbeikommen und Euch anschauen?

Zum einen, weil Joe einfach ein heftiger Drummer ist, weil wir immer sehr viel Wert auf den Look legen mit Bühnenelementen, die eine tolle Show machen. Das kann man sich auf jeden Fall mal angucken, wenn man jetzt Interesse hat.

Wenn man das mal andersrum dreht: Wie muss eine Show laufen, damit Ihr selbst von der Bühne geht und sagt „ja wow, das war ein richtig geiler Abend heute“?

Das ist ja immer so ein Zwischenspiel von Künstler und Publikum. Wenn diese Kommunikation funktioniert, dann macht es Spaß. Manchmal weiß man nicht, warum es funktioniert und warum es nicht funktioniert, aber das ist eigentlich so das Wichtigste, dass die Chemie vorhanden ist. Das ist dann auch egal, wie viele Leute da sind. Wir waren zum Beispiel mit Cro auf Tour, vor 5.000 oder gar vor 11.000 Leuten, das hat uns total geflasht, weil wir noch nie so viele Leute bei uns vor der Bühne hatten. Die haben auch super mitgemacht. Witzig war dann aber auch Fulda im Kulturkeller, der zwar nicht ausverkauft war, aber unser erster Auftritt in Fulda war. Die Chemie hat einfach gestimmt, die Leute hatten Spaß, wir hatten Spaß – es sind zwar auch einige Sachen schiefgegangen, aber es hat einfach Spaß gemacht. Klingt etwas flach, aber eigentlich muss nur der Vibe stimmen. Es muss nicht ein komplettes Ausrasten sein, nicht ausverkauft sein, keine wilde Extase. Es kann auch mal eine ruhigere Show sein.
Bei den Shows mit Cro war es teilweise leichter, das Publikum zu kriegen als bei 100 Leuten in einem Club, weil die bei Cro schon seit Stunden da stehen und einfach nur Bock haben. Die sind teilweise leichter zu kriegen.

Wie kam das denn zustande, dass Ihr Cro supportet habt?

Wir sind beide bei der gleichen Booking-Agentur, bei „Chimperator live“ und kennen die ganzen Jungs schon eine Weile. Die kommen aus der gleichen Stadt wie unser Management, da waren die eh schon in Kontakt. Gerade, weil wir da auch im Booking sind, hat das Sinn ergeben und war naheliegend.

Würdet Ihr sagen, dass die Support-Tour mit Cro auch positive Auswirkungen auf die aktuelle Tour hatte?

Auf jeden Fall. Es waren immer wieder Leute da, die uns durch Cro kennengelernt haben. In Köln war das natürlich cool, weil wir vorher vor 11.000 Leuten in Oberhausen gespielt haben, da hat man das schon gemerkt. Da haben uns auch viele hinterher gesagt, dass sie uns durch Cro kennengelernt haben.

Jetzt seid Ihr mit Tom Thaler & Basil auf Tour. Wie kam es dazu?

Das sind Kumpels von uns und die Jungs kamen mit der Idee. Ich hab da vor einer Weile auch einmal mit Tom bei einem Bier drüber gesprochen. Jetzt haben wir es tatsächlich umgesetzt und zack, hatten wir die „Losziehen“-Tour, bei der zwei befreunde Bands unterwegs sind.

Würdet Ihr die Bands auch als gleichwertig betrachten?

Genau, wir sind zwei Headliner. Wir losen auch vor jeder Show aus, wer zuerst spielt. Das ist immer sehr ausgewogen. Heute hat Tom gewonnen, obwohl wir ihm auch den Vortritt gelassen hätten, weil das ja die Heimatstadt von Tom ist.

Pünktlich zur Tour kam die Single „Weit weg“. Könnt Ihr etwas über die Geschichte hinter dem Stück erzählen?

Als erstes ist das Stück schon sehr sehr alt. Die meisten kennen den Song schon von Live-Shows von vor anderthalb Jahren. An der Studio-Version haben wir immer weiter gebastelt und es war ein mega spannender Weg. Am Anfang hatten wir eine Skizze von dem Song, dann kam noch die Idee mit dem Video, der Dreh in Berlin war auch unglaublich geil. Dann entstand dieser komplette Song plus Video. Der Kameramann hat mit uns auch schon „Schatten“ gedreht. Er war ein Jahr vorher auf Asien-Reise mit ein paar Kumpels und hat dort die ganzen Bilder eingefangen, die man in dem Clip sehen kann und eigentlich sind wir über diese Bilder auch zur Idee des Videos gekommen und haben ihn gefragt, ob er Bock hat, das mit uns zu drehen. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

In der Info über Euch habe ich gelesen, dass Ihr aus dem Süden Deutschlands kommt, aber eigentlich lieber unterwegs seid. Sind Reisen und Fernweh Thematiken, die Euch am Herzen liegen?

Auf jeden Fall. Wir sind natürlich auch gerne zuhause. Wenn man unterwegs ist, ist man auch immer wieder gerne daheim. Aber ich finde es total wichtig, dass man seinen Horizont erweitert, etwas anderes sieht. Wir waren in den letzten Jahren echt viel auf Reisen und das hat uns auch geprägt.

Wie wurde die Single so angenommen, von den Reaktionen und auch vom Verkauf her?

Alles voll zufriedenstellend. Ist auch geil, dass das jetzt ein paar Mal im Radio lief. Das wollte ich schon immer, dass mir das jemand auf die Pinnwand schreibt: „Wir haben gerade Euern Song im Radio gehört!“ Das ist jetzt zum ersten Mal mit unserer Musik passiert. Wir sind komplett zufrieden mit den ganzen Klicks und dem Feedback auf den Song.

Wenn Ihr jetzt die Single mit Eurer ersten EP vergleicht: Wie würdet Ihr die Unterschiede und Neuerungen im Sound sehen?

Die Single ist tatsächlich in der gleichen Anfangsrutsche vom Bauen her entstanden. Wir waren in Sulzberg in Österreich in einem Haus und haben da angefangen, Songs für Konvoy zu schreiben. „Weit weg“ ist auch bereits damals mit als Skizze entstanden. Der Sound hat diesen roten Konvoy-Faden „Synthies meet Live-Drums meet Pop, Hooks, Rap“…

Gibt es denn so etwas wie einen typischen Prozess, in dem ein Konvoy-Song entsteht?

Gar nicht so. Das ist sehr verschieden. Wir haben uns mal drei Wochen eingeschlossen und den Grund-Sound von Konvoy zusammengebastelt. Jetzt wissen wir in etwa, wie wir wollen, wie das klingt, wobei sich das auch mal ändert, weil man ja verschiedene Einflüsse hat. Teilweise ist es so, dass wir Skizzen gebastelt haben und uns das gegenseitig auf die Dropbox schieben. Wir sind ja nicht alle in einer Stadt, daher läuft auch viel über das Internet. Das ist immer komplett unterschiedlich, aber irgendwie findet alles seinen Weg. Das ist anders als bei einer Rockband, wo man im Proberaum sitzt, einen Song baut und der wird dann live gespielt. Wir sind im Studio und fangen an, einen Song zu bauen, spielen den live, gucken, wie er beim Publikum ankommt, nehmen ihn dann wieder mit und bauen weiter. Deswegen gibt es auch noch nicht so viele Songs von uns, weil wir so superpingelige Kretzenberger sind, die die ganze Zeit an dem Zeug rumnörgeln. Irgendwann sagen wir dann „so, jetzt ist das geil“. Im Moment läuft es gut, aber manchmal bastelt man auch zu lange rum. Das ist ein Prozess, den wir erst lernen mussten, dass man irgendwann sagt „fertig, ist gut, es wird nicht krasser, wenn man nochmal dran rumschraubt“. Dieses Loslassen mussten wir auch erstmal lernen.

Ihr sagtet gerade, dass Ihr nicht alle in derselben Stadt sitzt. Wie macht Ihr das dann mit dem Proben?

Das machen wir in einer Stadt. Wir haben in Stuttgart einen Proberaum, das ist in etwa in der Mitte. Wir schließen uns dann da meist einen Tag ein, proben und haben eine gute Zeit. Manchmal ist es auch anstrengend und hart, aber das muss sein.

In der Info habe ich noch den Satz gelesen von einem „Leben zwischen Exzess und Anstand“. Wie würdet Ihr sagen, spiegelt sich das in der Musik wider?

Einerseits schaffen wir viel und gehen diszipliniert an die Sachen ran, weil wir auch vorankommen wollen, andererseits drehen wir dann live auch durch und feiern eine Nacht. Das sind die Stationen, die im Musikerdasein stattfinden. Es ist nicht purer Rock’n’Roll, dafür sind wir dann doch zu pingelig an den Stücken. Es ist die Synergie aus diesen beiden Lebensstilen, die wir führen.

2013 kam die EP, jetzt die Single, wie steht es denn um die Albumpläne?

Es kommt auf jeden Fall etwas, wir waren heute auch noch mit einem Video zugange, kurz vor dem Soundcheck. Die Pläne sind gemacht, die Infos sind leider noch nicht zusammen und können noch nicht rausgegeben werden. Aber die Pläne sind gut und stehen auch bis ins letzte Detail. Wir melden uns dann, auf jeden Fall.

Das ist nett. Zum Schluss würde ich gerne noch wissen, wie die weiteren Pläne sind für die nahe Zukunft sind. Gibt es da schon was? Tourdaten, neue Single?

Es gibt noch ein paar Tourdaten im Sommer, die weiß ich jetzt nicht auswendig, die findet man aber bald auf Facebook. Und als nächstes kommt am 05.06 unsere nächste Single und am 26.06. unsere zweite EP. Und sonst schreiben wir auf jeden Fall immer weiter.

Homepage: shop.konvoymusik.de
Facebook: www.facebook.com/konvoymusik

Interview: Marius Meyer
Bilder: Lennart Ritscher (1, 4), Pressefreigabe (3), Valentin Marquadt (2, 5)