Manche Interviews sind besonders und andersartig gegenüber denen, wo man getrieben von einem nervösen Manager nach einem mit Stoppuhr haarklein ausgearbeiteten minutiös aufgestellten Zeitplan, seine Fragen stellen muss. Wie schön ist es da, sich mit zwei ausgesprochen sympathischen und freundlichen Künstlern in einem Café in Köln zu treffen und ohne Zeitdruck mal auf einen Sprung vorbeizukommen. Mrs. Greenbird, also Sarah Nücken und Steffen Brückner, schafften dieses Kunststück – und das, obwohl sie am Abend noch im Arkadas Theater in Köln-Ehrenfeld ihr neues – in Nashville produziertes – zweites Album live präsentiert haben und erst in den frühen Morgenstunden ins Bett gekommen sind.

Wie habt ihr das gestrige Konzert erlebt?

Steffen: Es war toll, wir freuen uns immer, wenn wir spielen können. Aber wir freuen uns auch, dass wir gestern mal im kleinen Kreis spielen konnten, vor Freunden und Verwandten, so haben wir es ja früher immer gemacht. Wir haben, bevor es richtig losging, viel in Restaurants und Kneipen gespielt. Deswegen wollten wir jetzt auch vier Shows in einem kleineren Rahmen machen, wir wollten dahin zurück, wo wir angefangen haben und unseren Fans, die von Anfang an dabei waren, die Möglichkeit geben, dabei zu sein. Deshalb haben wir die Tickets nur bei Facebook verlost, um damit die Leute, die sich für Mrs, Greenbird interessieren, in einem kleinen, intimen Rahmen begrüßen zu können. Uns ist der Kontakt zu unseren Fans sehr wichtig, da entstanden schon Bekanntschaften mit Leuten, die mehr als auf einem Konzert mit dabei waren. Man erkennt die dann und beim nächsten Auftritt sind sie wieder da und man unterhält sich mit denen. In Köln ist da ja eh was anderes, wir sind ja hier zu Hause.

Das erste Album kam Anfang 2013, das neue Album erscheint nun Ende 2014. Was ist in der Zwischenzeit bei Euch passiert?

Sarah: Naja, wir waren zwar immer mal wieder zu Hause, aber eigentlich waren wir auch zehn Monate lang nicht zu Hause. Wir haben eine große Radio- und Fernseh-Tour gemacht und dieses Jahr waren wir nun auch wenig zu Hause. Wir haben uns von Januar bis März zwei Monate genommen, um Songs zu schreiben, was nicht so viel ist. Wir haben uns zu Hause richtig eingeschlossen und haben uns von allem abgeschottet, anschließend sind wir Ende April nach Nashville geflogen, um das Album aufzunehmen. Die Arbeiten da haben dann zweieinhalb Monate gedauert. Als wir zurückkamen, war es Anfang Juni und jetzt im Oktober/November ging es wieder los mit dem Unterwegs-Sein.

Das erste Album hatte einen ziemlichen Hype ausgelöst. Wie der Lauf der Dinge so ist, lässt so ein Hype irgendwann nach. Hat Euch das ein Stück weit „geerdet“?

Steffen: Ich glaube, auf dieser Wolke waren wir gar nicht. Wir haben natürlich mitbekommen, dass wir nach der Show „X-Factor“ einen unheimlichen Schub hatten. Wir waren extrem überrascht, wie erfolgreich das letzten Endes gewesen ist und dass unser Album zweimal auf die 1 kam, damit hätten wir überhaupt nicht gerechnet. Aber wir kennen uns auch gut in der Szene aus und wissen ganz genau, dass sowas nicht mehr ohne weiteres reproduzierbar ist. Deshalb war das für uns kein Anlass zum Höhenflug so von wegen „Wir sind jetzt die Megastars und das wird von jetzt an für immer so bleiben“. Wir haben schon früher gesagt, wenn der erste Hype vorbei ist, dann fängt die Arbeit erst richtig an und genauso ist es auch gewesen. Wir haben also sehr viel Mühe und Arbeit ins neue Album gesteckt, da wir ja auch ein bisschen Zeitdruck hatten. Der Erwartungsdruck, vor allen Dingen von uns an uns selbst, ist sehr hoch. Wir wollten nichts Halbherziges abliefern, was wir aber eh nie tun und auch wir müssen uns motivieren.

Sarah: Für mich war das eher unwirklich, wenn du auf Promo-Tour bist und dann in fünf Städten täglich bist, dann schneidet man das gar nicht so mit, man funktioniert nur noch und das fühlt sich nicht nach Ruhm an. Das ist anstrengend und für uns kam das erst, als es auf Weihnachten zuging, dass wir beide es zu Hause Revue passieren lassen konnten. Ich hatte dann ein kleines Tief, ich hatte ein Jahr auf dieses Tief mehr oder weniger gewartet. Das holt dich ein, irgendwann sind die Menschen, die immer da sind, sei es im Tourbus, Fans, Journalisten nicht mehr da und es kommt dir so vor, als wäre das wie ein Traum gewesen, mit den Aufnahmen in Nashville war es ganz genauso. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, dass wir da waren, das ist alles so irreal.

Beim ersten Album gab es viele Coverversionen, nun seid Ihr auf Eigenkompositionen umgestiegen. Wie hat sich das auf Euren Schreibprozess ausgewirkt?

Sarah: Wir haben sogar ursprünglich eine Coverversion geplant, „How much is the Fish“ von Scooter. Ja, wirklich – und das in einer Blue Grass-Version. Aber wir hatten uns für 12 Songs entscheiden müssen, dass die auf eine Vinyl Platte passen und der war Song war eben zuviel. Wir haben uns auch überlegt, dass man eher auf ein Cover verzichten kann als auf einen eigenen Song. Also kommt „How much is the fish“ auf Album Nr. 3 und wird auf Tour zu hören sein.

Steffen: Es waren ja auch auf dem ersten Album gar nicht mal so viele Cover, wie man vielleicht denken mag. Nur zwei, wir haben halt bei „X-Factor“ enorm viele Stücke von anderen Menschen. Wir covern auch gerne und nehmen die Songs auseinander und setzen sie neu zusammen, das macht auch riesig Spaß. Es ist ja auch eine respektvolle Verneigung vor dem Originalinterpreten. Wir würden ja nie Songs spielen, die uns nicht irgendwie gefallen, die müssen wir selber auch cool finden. Aber es war uns auf „Postcards“ auch wichtig, uns auch wegen des Erwartungsdrucks ein wenig freizuschwimmen und mal nur Stücke von uns zu präsentieren, die wir selbst geschrieben haben und die wir auch selbst spielen wollen und ein Album machen, das die Frage beantworten soll, wo wir stehen. Völlig losgelöst von all dem anderen und ich glaube, das ist uns auch gelungen.

Das Album heißt „Postcards“. Wieso fiel die Wahl auf diesen Titel? Warum nicht „E-Mail“ oder „SMS“?

Sarah: Weil ein Titel auf dem Album auch „Postcards“ heißt und weil wir für alle unsere Fans in Nashville einen Gruß in Form von 12 kleinen Postkarten als Songs geschickt haben. Eine Postkarte ist etwas sehr verbindliches und wir als Menschen auch.

Wenn mal vom Begriff aus ein wenig abstrahiert: Welche Bedeutung haben Postkarten für Euch generell, gerade in Zeiten der E-Mail?

Sarah: Auf jeden Fall eine erheblich wichtigere als eine Mail.

Steffen: Eine Postkarte ist individuell, man muss dafür Geld ausgeben, es macht Mühe, man muss eine aussuchen und sie lässt sich nicht beliebig reproduzieren, wie eine E-Mail. Du musst jede Postkarte einzeln schreiben, du kannst nicht einen Mailverteiler gehen und irgendwas anklicken.

Sarah: Wir sind auch nicht so Leute, die jeden Tag ihr Essen fotografieren und bei Facebook veröffentlichen. Wir versuchen es, im Urlaub komplett offline zu bleiben und wir schreiben dann lieber Postkarten an die Daheimgebliebenen.

Wieder näher zum Album. An zweiter Stelle kommt „Everyone’s The Same“. Eine gewagte These, oder?

Sarah: Jeder Mensch ist ein Individuum und die Unterschiedlichkeit ist die erste Gemeinsamkeit. Eigentlich vergessen wir über diese Unterschiedlichkeit der Menschen, dass wir alle gleich sind. Jeder will geliebt und akzeptiert werden. Jeder braucht etwas zu Essen und was zu trinken. Wir alle leben auf dem gleichen Planeten und das ist eine große Gemeinsamkeit, die viele viel zu leicht vergessen.

Steffen: Es ist einfach so, dass die vermeintlichen Unterschiede immer die Ursache für Streit oder Kriege sind. Sei es in der Familie, in der Politik oder in der Religion. Wir haben einen Freund in Nashville, der ein musikalisches Projekt mit Musikern aus Israel und Palästina betreibt und da sind tiefe Freundschaften entstanden untereinander. Der konnte natürlich aus erster Hand von den anfänglichen Spannungen und den Vorurteilen berichten, die dann natürlich zu Problemen untereinander führen. Wir finden es total wichtig, dass man sich annähern kann und dass man die Unterschiedlichkeiten in Herkunft, Glauben oder was auch immer nicht als Hindernis begreift, sondern als Chance, sich positiv miteinander zu beschäftigen.

Das Stück ist dabei auch die Single. Wieso würdet Ihr sagen, ist es die ideale Wahl als Single?

Sarah: Wir mögen den total, sonst wäre er nicht auf dem Album, denn da sind natürlich nur Stücke, die uns sehr am Herzen liegen drauf. Die Entscheidung für den Song als erste Single fiel ganz bewusst wegen der zahlreichen Unruhen in der Welt.

Ein weiteres interessantes Stück ist „Planets“. Um was für Planeten geht es hier?

Sarah: Ich muss es ja zugeben, ich kenne mich in der Astronomie nicht so gut aus, aber ich habe eine sehr große Phantasie und alle Songs von uns sind sehr autobiographisch. Bis auf „Planets“, den wir uns komplett aus dem Ärmel geschüttelt haben. Wir haben uns vorgestellt, dass wir zwei Planeten, die für zwei Menschen stehen, sind, die eine Fernbeziehung führen und sich halt immer freuen, wenn ihr Zug einfährt und man die Person, die man liebt, endlich wieder sieht. Und dass man, wenn die Zeit vorüber ist, auch wieder auseinander driften muss. Also wie zwei Planeten, die sich immer umkreisen.

Steffen: Wenn man ehrlich ist, wurde uns da auch viel Nonsens vorgeworfen. „Planeten machen sowas nicht“ – und dann haben einige uns irgendwelche Berechnungen zukommen lassen, wie oft die sich in ihren Umlaufbahnen treffen. Aber im Vertrauen, das ist uns total egal, es geht uns um den Vergleich und nicht, ob Planeten so etwas können.

Dann begegnet auch „Mr. Werewolf“. Wer ist das, was zeichnet ihn aus?

Sarah: Oh, das ist eine sehr lange Geschichte, die habe ich beim Konzert in Hamburg erzählt und gestern nicht, aber das kann ich ja jetzt nachholen. Ich suche oft Plätze, wo ich ganz für mich alleine bin. Meistens im Wald. Und dann sitze ich da und klimpere auf der Gitarre. Ich bezeichne mich als introvertiert und wollte ein wenig Zeit für mich haben und hab dann da auf einer Bank an einem Teich, auf dem zwei Enten saßen, ein wenig gesungen und irgendwann hab ich dann halt gemerkt, dass alle Tiere mit mir mitgesungen haben. Vögel, Frösche, Enten saßen um mich herum, ich habe dann aufgehört und schon war alles ganz leise. Es war wie ein Waldkonzert und dann hab ich Steffen angerufen, weil ich das so toll fand und daraufhin entstand das Stück. So klingt das natürlich sehr esoterisch, aber dann kam eine Werbung mit einem sprechenden Drachen mit frischen Atem und dann sollte es erst ein Lied über einen Drachen werden, aber das hat nicht gepasst und so wurde aus dem Drachen der „Mr. Werewolf“. Jetzt ist es halt ein Lied über eine Art „Jekill & Hyde“-Geschichte von jemanden, der von jetzt auf gleich cholerisch wird, bis ihm dann einer was vorsingt – dann verwandelt sich der Werwolf in einen Schmetterling.

Auch wenn du die Geschichte von „Good ole Ricky“ gestern Abend schon erzählt hast, bitte nochmal für unsere Leser. Wer ist Ricky?

Steffen: Na sicher, also an einem wunderbaren Herbstsommertag saß Sarah bei offener Terrassentür, als auf einmal ein Eichhörnchen ins Wohnzimmer lief, da eine Runde drehte und wieder herauslief. Sarah fand das so süß, dass sie auf Facebook schrieb „Oh happy day. Uns hat gerade ein Eichhörnchen besucht“ Sie hat sich dann keine weiteren Gedanken drüber gemacht, bis sie dann im weiteren Lauf des Tages etliche Nachrichten von Facebook-Freundinnen bekam, dass sie sich bei einer Frau melden sollte, die behauptete, das sei Ihr Eichhörnchen und das sei darüber hinaus auch noch Diabetiker, würde Ricky heißen und würde sich in akuter Lebensgefahr befinden. Sarah hat ihr dann geschrieben, dass es dem Tier gut gehen würde und es sich offensichtlich nicht um Ricky handeln würde. Daraufhin antwortete die Dame leicht pikiert, was sich Sarah erlauben würde, sie so öffentlich bloß zustellen. Es müsste ja nicht jeder wissen, dass sie Ricky wiederhaben will, wobei sie aber vorher 20 anderen Leuten Bescheid gesagt hatte und nach unserer Adresse gefragt hatte. Wir haben das dann zu den Akten gelegt, bis uns dann unser Management informiert hat, dass eine Frau unsere Adresse gerne hätte, um ihr Eichhörnchen wiederzukriegen. Und so kam es, als wir noch einen Song schreiben wollten, dass wieder dieses Eichhörnchen am Fenster vorbeihuschte und wir sagten: „Ok, dann schreiben wir einen Song über Ricky.“

Wenn wir das Album wieder als Gesamtes betrachten… Wie sind da Eure Erwartungshaltungen? Wieder auf die Nummer 1 in den Charts?

Sarah: Ich bin ja eher der Pessimist von uns beiden und ich tippe auf einen Platz 70 oder 80. Steffen sieht das ein paar Plätze höher, aber eines ist entscheidend: Wir sind von dem, was wir auf dem Album aufgenommen haben, total überzeugt und sehr glücklich mit jedem Titel sind. Wir waren jetzt ja längere Zeit weg von der Bildfläche und viele haben noch gar nicht mitbekommen, dass wir ein neues Album aufgenommen haben und es braucht halt seine Zeit, bis es sich herumgesprochen hat. Dazu kommen noch die Streaming-Dienste, die dazu führen, dass sich der Verkauf auch im Rahmen hält. Es wird halt immer schwieriger, viele Einheiten zu verkaufen.

Wie steht Mrs. Greenbird zu Streaming-Diensten?

Steffen: Also aus technologischer Sicht ist das total super. Der Komfort ist beachtlich, wenn man sich als Konsument zu jeder Zeit, egal ob Tag oder Nacht, einen Titel seiner Wahl anhören kann. Davon habe ich als Kind mit meinem C64 geträumt: ein Computer, der alle Musik der Welt beherbergt. Ich finde die Entwicklung, dass du mit einem Knopfdruck alles hören kannst, was du willst, großartig. Weil ich die Chance habe, Stücke zu hören, an die ich sonst nicht drankäme, wie alte Bluesnummern, die in Deutschland nie veröffentlicht worden sind oder nur schwer erhältlich sind. Ich bin ein großer Pink Floyd-Fan und es macht mir viel Freude, eine Biographie von Nick Mason, dem Schlagzeuger der Band zu lesen und nebenbei alle Platten hören zu können. Technologisch ganz toll, als Künstler hoffe ich, dass bezüglich der Lizenzierung noch erheblich nachgebessert wird. Die Streaming-Dienste sind, soweit ich das recherchiert habe, noch nicht lukrativ. Die Plattenfirmen, die da mit drin sind, schreiben auch keine schwarzen Zahlen und wir als Musiker erst Recht nicht. Eine sehr komplexe Geschichte, aber es gibt ja Verbände, die sich um die Interessen der Künstler kümmern.

Sarah: Ich stöber da gerne rum und entdecke auch neue Künstler, aber mir ist es halt wichtig, dass ich eine Beziehung zum Musiker aufbaue und das gelingt mir bei einem Streaming-Dienst nicht. Ich muss mir ein Booklet angucken können, ich muss wissen, ob die die Songs selbst geschrieben haben, selbst produziert haben, wie sehen die auf Fotos aus etc. Ich supporte auch gerne andere Musiker und gebe mein Geld lieber in CDs aus, als wenn ich mir beispielsweise einen Cocktail kaufe, der 10 € kostet, der ist dann ausgetrunken und weg, Musik bleibt.

Steffen: Es ist ein ganz schwieriges Thema. Das Musik Konsumieren ist ein anderes, aber wenn man sich ansieht, dass die Vinylplatte bei Fans wieder stark im Kommen ist, weswegen wir unsere Alben immer auch auf Platte veröffentlichen. Es hat was viel intimeres wenn man sich einem Album anders nähern kann.

Mal wieder zurück zu Euch. Die eigentliche Tour folgt erst deutlich später. Wie kommt es, dass Ihr zwischen Album-Veröffentlichung und Tour so eine große Lücke lasst?

Steffen: Wir machen ja alles selbst und so eine Tournee ist eine große logistische Herausforderung. Du musst gucken, wie sich das Album verkauft, du brauchst einen gewissen Vorlauf. Man darf den Käufer auch nicht überfordern, in dem man Album und Tour dicht hintereinander legt.

Sarah: Der entscheidende Grund ist, dass wir nicht bei Wind und Wetter unterwegs sein wollten. Im letzten Jahr gab’s ja vereinzelt noch bis in den April Schnee, was dazu geführt hat, dass viele Leute, vor allem in Bayern, nicht zu den Konzerten kommen konnten. Also gehen wir dieses Mal auf Nummer sicher und sehen zu, dass auch jeder, der will, zu unseren Auftritten kommen kann.

Ein kurzer Ausblick… Könnt Ihr schon sagen, wie es nach dem Album und der Tour mit Mrs. Greenbird weitergeht? Gibt es schon Pläne für die nahe und ferne Zukunft?

Sarah: Wir haben uns schon zwei Songs für das dritte Album überlegt und haben einige ganz tolle Ideen, aber jetzt gilt unser Augenmerk erstmal den „Postcards“.

Steffen: Wir wollen nochmal nach Nashville, denn die Zeit während der Aufnahmen war unglaublich. Das ganze Arbeiten mit dem Produzenten, den Musikern, das war so harmonisch. Wir wollten da gar nicht mehr weg, das war so eine Verbundenheit. Unser Auftritt in Nashville war auch ganz toll, vor einem Publikum, das uns natürlich nicht kannte, aber es hat trotzdem hervorragend funktioniert. Als dann der Cowboy im tiefsten Tennessee auf uns zu kam und sagte „My name is Rick and friends call me Ricky“, das hatte was Surreales. Es war ja eine Feuertaufe: wir als Deutsche mit amerikanischer Musik. Aber das hat super geklappt.

Ist das zweite Album immer das schwerste?

Steffen: Ein bisschen Druck war natürlich schon da. Nicht der negative Druck, aber wir waren uns einig, dass wir im Jahr 2014 noch ein neues Album veröffentlichen wollten.

Sarah: Es sollte ursprünglich im August erscheinen und jetzt ist es halt Anfang November geworden.

Steffen: Was sich positiv auswirkt, ist die Tatsache, dass unsere Plattenfirma total hinter uns steht und auch genau weiß, dass wir beim ersten Album innerhalb von zehn Tagen ein Album aufnehmen mussten. Diesmal hat sie uns alle Zeit der Welt gegeben. Wir haben im Vorfeld auch gedacht, dass das zweite Album sehr schwierig wird, wegen des sagenumwobenen „Fluch des zweiten Albums“, aber das war dann gar nicht der Fall. Im Gegenteil: Wir bekamen ungeheuer gutes Feedback auf das Songmaterial von Freunden. Es gibt ein paar Menschen in unserem Umfeld, deren Meinung uns wichtig ist. Auch unser Produzent fand die Songs auf Anhieb auch richtig gut. Und da war keine Ausschussware mit dabei.

Sarah: Ich glaube den meisten Druck haben wir uns selbst gemacht. Beim ersten Album, das ja viele Menschen berührt hat, gingen wir viele Kompromisse ein, das brauchten wir jetzt nicht zu tun.

Vielen Dank für das sehr nette Gespräch.

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Rezension: Mrs. Greenbird – Mrs. Greenbird

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Interview: Dennis Kresse
Bilder: Markus Schulze