Aktuell befinden sich Ain’t No Before auf ihrer „Did Anyone Say”-Tour, die wir mit Alternativmusik.de präsentieren und der wir auch selbst in Hamburg beiwohnen werden. Anlass genug, einmal ausführlich mit Ulf und Jonathan zu sprechen, um die Band vorzustellen, über die aktuelle Besetzung zu sprechen, das aktuelle Album „Sparks“ ein wenig zu hinterfragen, aber vor allem auch: uns ausführlich der Live-Präsenz von Ain’t No Before zu informieren. Wie man sich Ain’t No Before live vorzustellen hat, warum man ein Konzert besuchen sollte und viele weitere interessante Dinge gibt es im vorliegenden Interview zu lesen.

Obgleich wir zu den Präsentatoren der Tour von Ain’t No Before gehören, mögen Euch einige unserer Leser womöglich noch nicht kennen. Daher zunächst die Bitte: Stellt Euch und Eure Musik doch einmal kurz vor…

Jonathan: Ja hallo erstmal liebe Leser von alternativmusik.de. Wir sind Ain’t No Before aus Osnabrück und machen ruhige, melancholische Singer-Songwriter-Mukke. Wir, das heißt Ulf Ronnsiek (auch als Joseph Myers bekannt) und Jonathan Scharrenberg. Zum Großteil ist die Musik geprägt von unserem beider Gitarrenspiel und Ulfs Gesang.

Wenn man sich Eure Bandgeschichte so ansieht, merkt man, dass in der personellen Besetzung stets Bewegung war. Wie ist Eure derzeitige Besetzung? Und seid Ihr zufrieden mit dem aktuellen Status Quo?

Jonathan: Derzeit sind Ulf und ich als Duo unterwegs und sind sehr zufrieden damit. Mit unseren beiden Gitarren und neuerdings einer Mandoline sind wir finde ich gut aufgestellt.

Ulf: Ich kann Jonathan da nur zustimmen. Wir machen seit 6 Jahren zusammen Musik und das merkt man auch. Man stellt sich sehr gut auf den Anderen ein.

Eure Tour heißt „Did Anyone Say“-Tour. Was steckt hinter diesem Namen für die Tour?

Jonathan: Ja, da muss ich vielleicht ein bisschen weiter ausholen. Ende letzten Jahres habe ich mir eine Mandoline gekauft, um das einfach mal auszuprobieren. Nachdem ich dann die ersten drei Akkorde konnte haben wir einfach daraus einen Song gemacht. Der hat uns dann so gut gefallen, dass wir ihn aufgenommen haben. Eigentlich wollten wir Ihn jetzt schon als Single zum Download veröffentlicht haben, aber das hat noch nicht ganz so schnell geklappt. Deshalb wird dies am 10. August geschehen. Und was hat das jetzt alles mit der Tour zu tun? Genau! Dieser Song war Namensgeber für die Tour.

Warum, würdest Du sagen, sollte man unbedingt eines Eurer Konzerte auf dieser Tour besuchen?

Jonathan: Weil wir unwahrscheinlich Bock haben auf die Tour. Wir beide freuen uns tierisch auf diesen Roadtrip, auf die Konzerte und auf viele nette Menschen die wir kennenlernen werden. Wir wollen den Zuschauern ein schönes Konzert bieten und sie auch bei melancholischer Musik an unserem Spaß teilhaben lassen.

Was sind denn allgemein die großen Unterschiede zwischen Ain’t No Before auf CD und Ain’t No Before auf der Bühne?

Jonathan: Im Moment ist der größte Unterschied die fehlende Stimme von Kate. Das Fehlen gleicht Ulf aber sehr gut aus, so dass man es nicht merken würde, wenn man die CD nicht kennt.
Außerdem haben wir mittlerweile bei einigen Songs das Tempo ein bisschen angezogen.
Ach und natürlich können wir leider die Streicher, die in ein paar Songs auf unserer Platte auftauchen, live nicht umsetzen.

Ulf: Das stimmt. Kate’s großartige Stimme ist nicht mehr dabei. Dafür geben Jonathan und ich alles, das durch unsere „Livepräsenz“ wieder wett zu machen. Wir machen wohl hauptsächlich melancholische Musik. Dennoch sind wir gut gelaunte junge Kerle, die Bock haben, euch unsere Musik zu zeigen, die mit möglichst viel Charme und Humor die Bühne betreten und mit den Zuschauern einfach einen entspannten Abend bestreiten wollen. Die Tour ist gestern in Bonn angefangen und lief dort schon mal sehr sehr gut an. Wir freuen uns schon auf die nächsten Tage und natürlich auf das Treffen mit alternativmusik.de in Hamburg!

Auch wenn die Tour naht und Euer Album auch schon eine Weile draußen ist, würde ich dennoch gerne mal über die CD „Sparks“ sprechen… „Sparks“ heißt übersetzt „Funken“. Warum sind Euch Funken wichtig? Der Opener heißt ja auch „Unforgotten Sparks“…

Ulf: Der „Funke“, von dem des öfteren die Rede ist, ist die Inspiration, die uns zum Komponieren verhilft. Jeder Song erzählt eine Geschichte, egal ob eben diese aus meinem Leben, oder aus dem eines Anderen erzählt. Der Funke ist also folglich die Inspiration, das Erlebte, die gesammelte Erfahrung. Für unsere Bandgeschichte ein weiterer Schritt nach vorn. Andere würden den Funken vielleicht als das „Licht, dass einem aufgeht“, bezeichnen.

Um mal auf einige ausgewählte Stücke zu sprechen zu kommen… Worum geht es denn in „A Memorable Day“? Welcher erinnernswerte Tag ist es?

Ulf: Der Song behandelt keinen speziellen Tag. Jeder verbindet mit einem denkwürdigen Tag etwas anderes. Für uns waren die denk würdigsten Tage wohl die Woche im Tonstudio im April letzten Jahres, sowie sicherlich die Tage nun auf unserer DID ANYONE SAY Tour. Der Song ist recht allgemein für jedermann zugeschnitten. Mit welchem Tag der Zuhörer den Song verbindet, kann er selbst entscheiden.

Ebenfalls auffällig ist „Between The Lines“. Zwischen welchen Linien steht Ihr?

Ulf: Schwierige Frage. Wenn man „Between The Lines“ nun mit „zwischen zwei Stühlen stehen“ übersetzen würde, wäre es bei uns vielleicht die Gradwanderung in der Musik zwischen Leidenschaft, Hobby und dem geschäftlichen Aspekt. Ein etwas bitterer Beigeschmack, obwohl die Musik für uns natürlich weiterhin in erster Linie ein großes Erlebnis, sowie eine Leidenschaft ist.
Auf den Song bezogen bezieht sich das „Between The Lines“ auf eine Liebeserklärung an jemanden, ohne die drei bekannten Worte zu sagen. Nach dem Motto: „Merkst du denn nicht, wie verschossen ich in dich bin? Achte auf meine Gesten, auf meine Mimik. Du bedeutest mir was. Lies meine Gefühle aus meinem Verhalten!“

Ein sehr angenehmer Song ist auch „Josephine“. Wer ist Josephine, was zeichnet Sie aus?

Ulf: Die Entstehungsgeschichte von Josephine ist eine sehr lustige. Eine gute Freundin von mir bat mich vor vielen Jahren im ICQ, einen Song für sie zu schreiben. Einfach so. Ihr ursprünglicher Name ist Helena. Da sich in englischer Lyrik allerdings der Name Helena nicht sonderlich gut macht, hab ich sie für den Song auf „Josephine“ getauft. Ihr ICQ Name.

Wenn wir das Album wieder als ein Ganzes betrachten… Da es ja schon eine Weile draußen ist: Wie habt Ihr die Reaktionen und Resonanzen auf das Album empfunden?

Jonathan: Die Reaktionen und Resonanzen, die wir bekommen haben, waren durchweg positiv, sodass wir fast schon etwas enttäuscht waren, keine Kritik zu bekommen. Aber es tat natürlich gut und war Bestätigung für uns, dass „Sparks“ den Menschen gefällt.
Wenn Ihr auf das Album zurückblickt: Gibt es Dinge, wo Ihr aus heutiger Sicht sagt, dass Ihr sie anders gemacht hättet?

Jonathan: Natürlich gibt es jetzt vielleicht Dinge, die wir jetzt anders machen würden, aber mir fallen gerade keine ein. Wahrscheinlich, weil ich sie mir auch gar nicht mehr selbst anhöre. Ich finde sie sehr gut.

Ulf: Sicher würde man was anderes machen. Die Songs haben sich vor der Tonstudioaufnahme stets verändert. Wir haben beinah alle Songs der Platte immer wieder überarbeitet. Zu den Studioaufnahmen im April letzten Jahres haben wir uns für die endgültigen Versionen entschieden, die in der Zwischenzeit sich dennoch zum Teil wieder verändert haben. Wie Jonathan bereits sagte, sind wir temporeicher geworden. Dennoch ist jeder Song gegenüber den Studioversionen nur minimal verändert.

Gibt es denn auch schon Pläne für neues Material? Gibt es auf der Tour gar etwas davon zu hören?

Jonathan: Ganz klar: Ja! Ich habe oben ja schon beschrieben welche Rolle der Song „Did anyone say“ für die Tour hat. Dieser wir im August als digital Release kommen und zusammen mit „What can I do“ und „A memorable day“ als Single im Internet bei den einschlägig bekannt Plattformen erhältlich sein.

Ulf: Außerdem spielen wir auf unseren Konzerten nicht nur die Songs aus unserem Album oder die bald erscheinende Single. Wir haben für das Album über 30 Songs komponiert. Am Ende mussten wir uns für 12 entscheiden. Dennoch sind die anderen Songs unserer Meinung nach zu gut, um sie komplett in Vergessenheit geraten zu lassen. Somit spielen wir auch bereits mehrere Jahre alte Stücke, die wir zu unserer Anfangszeit komponiert haben und die es somit nur auf unseren Konzerten zu hören gibt.

Was würdet Ihr denn sagen, sind Eure Ziele mit der Tour?

Jonathan: Wir wollen auf der Tour Spaß haben. Wir wollen unsere Musik mehr Menschen zeigen auch bis nach Süddeutschland, wo wir es so noch nicht hingeschafft haben.
Generell kann man sagen; wir wollen uns und unsere Musik den Zuschauern vorstellen und würden uns dann natürlich auch freuen, wenn den Zuhörern das Konzert gefallen hat und sie dann eine CD mitnehmen oder online sich die Single kaufen.

Ulf: Genau. Unser Ziel in erster Linie ist es, im Gedächtnis der Zuschauer hängen zu bleiben. Dass alle zufrieden nach Hause gehen und wir einen schönen Abend hatten. Wenn dazu noch einige unsere Platte bzw. Single kaufen, ist es natürlich umso schöner.

Gibt es so etwas wie einen typischen „Ain’t No Before“-Zuschauer? Wie würdet Ihr Eure Zielgruppe sehen?

Jonathan: Nein, die Konzerte bis jetzt haben gezeigt, dass Querbeet aus allen Alterstufen, egal ob Männlein oder Weiblein, egal ob deutsch, russisch, englisch oder was weiß ich, immer irgendwer dabei ist, dem unsere Musik gefällt.

Was sind die Kriterien für Euch für eine gute Show? Was muss passieren, damit Ihr von der Bühne geht und sagt: „Ja, das war eine tolle Show!“?

Jonathan: Eine gute Show war es für mich, wenn ich gemerkt habe, dass die Zuschauer bei uns waren und unsere Musik verfolgt haben und wir nicht nur die Hintergrundmusik für den Klatsch mit der Freundin oder dem Freund waren. Wenn das so ist, dann rege ich mich auch nicht darüber auf, wenn ich mich in einem Song mal verhauen habe.

Zum Schluss noch ein beliebter Standard… Wo seht Ihr denn Euch und Eure Musik in 10 Jahren?

Jonathan: In 10 Jahren sehe ich uns weiterhin regelmäßig Konzerte spielen.

Ulf: Da sehe ich uns auch. Vielleicht nur mit 2 – 3 mehr Platten im Gepäck.

Weitere Artikel
Vorbericht: Alternativmusik.de präsentiert Ain’t No Before auf Tour
Interview mit Joseph Myers (April 2012)
Rezension: Joseph Myers – An Impulse From Within
Rezension: Ain’t No Before – Sparks

Homepage: www.aintnobefore.de
Facebook: www.facebook.com/aintnobefore

Text: Marius Meyer
Bilder: Pressefreigabe