Eigentlich ist es gar nicht weiter wichtig, Darkhaus einen gewissen Exoten-Bonus zuzuschreiben, aber interessant ist es schon, dass die Band-Mitglieder aus Schottland, den USA, Österreich und Deutschland kommen und zudem Musiker dabei haben, die ansonsten unter anderem bei Pro-Pain, Eisbrecher und weiteren Bands spielen. Um dieser Tatsache eine große Wichtigkeit zuzuschreiben, merkt man es einfach zu wenig im Gesamtsound, der vor allem gut gemachten Gothic Rock darstellt. Nach dem Debüt-Album „Shelter“ erschien nun kürzlich die EP „Providence“, die wir im Interview mit Sänger Ken Hanlon vor der Show im Hamburger Logo mit thematisierten.

Es ist der letzte Tag Eurer vier Shows in Deutschland. Wie war es bisher?

Das war super! Unsere erste Headliner-Tour bisher und die Leute haben uns super unterstützt. Ich wünschte, es wären mehr Termine gewesen, aber es war hervorragend. Ein guter Anfang!

Heute spielt Ihr live. Was ist der Unterschied zwischen Darkhaus live und Darkhaus auf Platte?

Ich denke, die Musik spricht für sich. Aber live wird es immer besser, weil wir häufiger zusammen spielen. Wir sind ja drei Typen von außerhalb und zwei aus Deutschland, da ist das immer interessant, wenn wir zusammenkommen. Das Zusammenspiel funktioniert immer besser und das macht live noch mehr Spaß.

Der Besucher sieht Euch nur auf der Bühne. Wie sieht Euer Leben auf Tour sonst aus? Was passiert zwischen den Shows?

Nicht viel. (lacht) Es wird viel gewartet. Warten auf dies, Warten auf das… Zudem schreiben wir unterwegs, da wir jetzt nur eine EP haben und genug Stücke haben wollen, um damit ein Album zu füllen. Tut mir leid, wenn ich Dich da jetzt enttäuschen muss, aber so viel passiert nicht. (lacht noch einmal)

Ihr seid jetzt mit One I Cinema auf Tour. Wie kam es dazu?

Da bin ich mir gar nicht ganz sicher, aber das lief übers Label. Es ging dabei nicht nur darum, mit wem wir touren wollen, sondern auch damit, wer verfügbar war. Aber ich denke, das passt sehr gut. Sie sind eine tolle Band, haben eine gute Energie und sind sehr talentierte Musiker.

Wo siehst Du die Verbindung zwischen den beiden Bands?

Es ist einfach gute und ehrliche Musik!

Ihr seid gerade auf Tour, um Eure neue EP „Providence“ zu präsentieren. Der erste Blick geht oft auf den Titel. Warum habt Ihr Euch entschieden, die EP „Providence“ zu nennen?

Der erste Ansprechpartner wäre jetzt Gary, aber der ist gerade nicht hier. „Providence“ hat die Definition, dass es sich um Vorbereitungen für die Zukunft handelt. Der EP ist ein erster Blick in die Zukunft, was bei dem neuen Album zu erwarten ist. Da wird so einiges kommen.

Ein Stück darauf heißt „Side Effect Of Love“. Wie würdest Du diese Nebenwirkungen beschreiben?

Ich denke, diese Erfahrung hat jeder gemacht, der mal in einer Beziehung war. Das kann eine tolle Sache sein, aber aus verschiedenen Gründen auch eine schreckliche Angelegenheit. Für mich geht es um den Punkt, an dem man entdeckt, dass einer von beiden zu viel will und dass es eine Weile dauert, bis man das realisiert, um Schluss zu machen. Es gibt positive und negative Nebenwirkungen.

Ich hab gesehen, dass Ihr auch ein Video zu dem Stück gemacht habt. Kannst Du ein bisschen was über die Geschichte dahinter erzählen?

Klar. Das ist ein kurzer Opus. Wir sind für zwei Wochen in den Urlaub geflogen und hatten eine Woche, um Ideen zu sammeln und eine Location zu finden und so. Die Geschichte reflektiert den Text, aber in einer mehr generalisierten Form. Ich mag es, Stücke zu hören und sie für mich selbst zu interpretieren. Für den hat ein Stück eine Bedeutung, für den anderen eine andere. Daher möchte ich da nicht zu spezifisch werden.

Aber warum habt Ihr Euch entschieden, zu genau diesem Stück ein Video zu machen und nicht zum Titelsong?

Das sind alles großartige Stücke. Es war nicht unmittelbar meine Entscheidung, aber ich denke, es hat damit zu tun, dass das Stück ein Thema hat, zu dem jeder eine Verbindung hat. Daher ist es eine gute Wahl.

Das vierte Stücke ist „Throwing Away“. Was ist es, was dort weggeworfen wird?

Das ist auch von Gary, er hat da seine eigene Interpretation. Für mich ist die generelle Botschaft, Dinge nicht als selbstverständlich anzusehen. Das machen viele von uns, das liegt in der menschlichen Natur.

Außerdem ist eine Live-Version von „Drive“ auf der EP. Warum habt Ihr Euch für „Drive“ und die Aufnahme in Köln entschieden?

Ich liebe den Song, es ist einer meiner Lieblingssongs von Darkhaus und hat live eine großartige Energie. In Köln kam das am besten zur Geltung.

Zudem ist eine Akustik-Version von „Life Worth Living“ enthalten. Ich habe gesehen, dass es die dritte Version des Stücks auf der zweiten CD. Ist das für Euch ein besonderes Stück?

Für mich definitiv. Das Stück habe ich geschrieben, als ich für anderthalb Jahre nach London gegangen bin, nach einer gescheiterten Beziehung. Ich habe nach einem neuen Anfang gesucht und endete ohne Geld und hatte Nichts. Da nahm ich mir Stift und Papier und habe aufgeschrieben, was mir in den Kopf kam und so entstand der Text. Ich habe der Band dann mitgeteilt, dass ich fertig bin und eine Demo-Version aufnehmen werde. Von der Original-Version aus haben wir das Stück weiterentwickelt, auch für Gary war das Stück sehr sinnvoll. Daher haben wir den Text beibehalten und die Akustik-Gitarre geholt. Das Stück ist fünf Jahre alt und es immer noch die Original-Version.

Die Stücke auf der EP wurden auf Tour geschrieben. Wie hat das den Sound beeinflusst?

Auf dem ersten Album haben wir nicht wirklich als Band agiert, aber zusammen live gespielt. So waren wir dann zur selben Zeit am selben Ort. Das hat gepasst und wir haben gemerkt, dass wir ein paar härtere Stücke benötigen. So kam eins zum anderen.

Würdest Du sagen, dass diese „Heaviness“ der Hauptunterschied zum ersten Album ist?

Es ist nach wie vor unverkennbar Darkhaus, aber auch eine Entwicklung von Darkhaus. Der logische nächste Schritt. Ich würde nicht sagen, dass es nur die „Heaviness“ ist. Es gibt weitere härtere Stücke auf dem kommenden Album, aber nicht nur.

Ihr spielt alle auch in anderen Bands. Wie beeinflussen diese verschiedenen musikalischen Hintergründe den Darkhaus-Sound?

Das ist ein Teil von Darkhaus, da wir nicht nur aus verschiedenen Ländern kommen, sondern auch verschiedene musikalische Backgrounds haben, verschiedene Kulturen, verschiedene Altersgruppen – daher sind da verschiedene Dinge im Mix und irgendwie funktioniert das. Manchmal ist das hart, da wir alle recht beschäftigt sind, aber irgendwie funktioniert das und die Teile fügen sich zu einem Ganzen.

Gibt es so etwas wie einen typischen Prozess, in dem ein Darkhaus-Song entsteht?

Eher nicht. Das kann mit einer Melodie losgehen, es kann auch eine Idee kommen, wenn ich Gitarre spiele, manchmal kommt die initiale Idee auch vom Schlagzeug. Da gibt es keine Formel. Wir haben Ideen, präsentieren sie uns gegenseitig und gucken ob es funktioniert und ob man etwas daraus machen kann.

Am Ende würde ich gerne wissen: Die EP ist inzwischen draußen, gibt es schon Pläne, wann das Album kommen soll?

Da ist noch nichts in Stein gemeißelt. Wir wollen alle so schnell wie möglich ein Album machen, hoffentlich im Herbst irgendwann. Aber das hängt auch davon ab, wie beschäftigt wir mit anderen Dingen sind. Wir haben definitiv so einige Ideen. Das wird spannend!

Homepage: www.darkhausmusic.com
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Twitter: www.twitter.com/darkhaus

Interview, Bilder und Übersetzung: Marius Meyer