Am 08. Mai veröffentlicht NESSI mit „Brush You Off“ bereits ihre zweite Single. Als B-Seiten werden zwei Akustik-Versionen von „Brush You Off“ und „Rolling With The Punches“ sowie zwei Remixe veröffentlicht. Mit dieser zweiten Single lenkt sie somit natürlich auch automatisch noch einmal die Aufmerksamkeit auf ihr aktuelles Album „Rolling With The Punches“, das nach wie vor sehr empfehlenswert ist. Wir haben uns die Single und das Album als willkommenen Anlass dazu auserkoren, der jungen Dame einen Schwung Interviewfragen per Mail zu schicken, die sie uns beinah unmittelbar beantwortete.

Einige unserer Leser kennen Dich vielleicht noch nicht. Daher als Einstieg gefragt: Wer ist NESSI? Wie klingt sie?

NESSI ist mal laut und mal leise, mal Pop, mal Indie. Und ich bin eigentlich ganz nett.

Als neue Single ist nun „Brush You Off“ kurz vor dem Erscheinen. Warum fiel die Wahl hierauf als Single? Würdest Du sagen, es ist ein guter Repräsentant für das Album?

Nach „Rolling With The Punches“ war für mich sofort klar, dass „Brush You Off“ die zweite Single wird. Es ist ein tanzbarer Song, der im Ohr bleibt.

Außerdem ist dazu ein Video veröffentlicht worden. Kannst Du ein bisschen zur Geschichte dahinter erzählen?

Das Video hat ganz bewusst keine Story – ich musste leider einsehen, dass ich kein schauspielerisches Talent habe. Ich wollte mich aber mal nicht in ganz schwarz gekleidet präsentieren und dann hat eine Freundin von mir das Konzept entwickelt und mein bester Freund hat mich was den Look angeht in Szene gesetzt – ich fands ehrlich gesagt mal schön einfach zu experimentieren und vor allem zu sehen, wie die Leute darauf reagieren, dass ich mal nicht das Mädchen mit den schwarzen Klamotten bin.

Zudem sind noch zwei Remixe auf der Single enthalten. Wonach hast Du die Remixer ausgewählt? Und wie haben Sie Deiner Meinung nach die Stücke verändert?

Die beiden Remixe sind von zwei sehr talentierten Jungs gemacht worden, deren Arbeit ich auch persönlich schätze und beide hatten wirklich Lust auf den Song, das merkt man auch am „Endprodukt“. Ich bin sehr froh, dass sich Yannick Labbé und Jack Tennis dazu entschlossen haben jeweils einen fantastischen Remix beizusteuern – es ist eine wirkliche Bereicherung und macht die EP zu „Brush You Off“ rund.

Ich würde gerne ein bisschen näher auf das dazugehörige Album eingehen… „Rolling With The Punches“ ist das Debüt-Album. Wie würdest Du den Weg beschreiben, der zu diesem Album geführt hat?

Den Titel habe ich schlussendlich sehr bewusst ausgewählt, weil meine musikalische Laufbahn ein stetiges Hinfallen und Aufstehen war und weiterhin ist. Die kleine Reise hat ja eigentlich erst mit dem Album richtig begonnen. Wenn ich zurückblicke habe ich aber in den letzten Jahren ganz schön viel gemacht und viel geschafft – ich bin sehr sehr stolz, dass ich ein tolles Team aus Freunden um mich herum habe, dass mich in allem was ich tue unterstützt. Es gab etliche Momente in denen ich alles hinschmeißen wollte und die Menschen um mich rum mich immer wieder dazu ermutigt haben, nicht aufzugeben. Und darum geht’s eben – wenn man hinfällt, ich sage es immer wieder: aufstehen, Knie abklopfen und weiter geht’s.

Für das erste Album hat man ja immer eine Menge Zeit, die Stücke können über Jahre entstehen. Aus was für einem Zeitraum stammen die Stücke auf Deinem Debüt?

Normale und organisierte Menschen haben sicherlich immer eine Menge Zeit um Stücke entstehen zu lassen, bei mir war das ein wenig anders. Ich hatte viele Ideen und Skizzen und habe die mit meiner Band ausgearbeitet und viele Texte erst im Studio fertig geschrieben. Ich habe nebenher noch 2 Jobs und wir hatten für die ganze Produktion des Albums inklusive Aufnahmen nur 2 ½ Wochen Zeit. Ich bin quasi von der Arbeit ins Studio und habe geschrieben oder aufgenommen. Oder eben im Studio gearbeitet. Das war aber auch ganz gut so – ich kann gut unter Druck arbeiten. Einige Textideen waren schon ein wenig älter aber das meiste sprudelte dann einfach aus mir raus.

Vor dem Album lag noch die EP „twentythreeyears“. Was würdest Du sagen sind Unterschiede zwischen der EP und dem Album?

„twentythreeyears“ war der erste Schritt in die Richtung, in die ich gehen wollte. Ich habe damals Andy grade kennengelernt und mit ihm jemanden, der meine Vision verstanden hat und dies eben auch technisch umsetzen konnte. „twentythreeyears“ ist im Vergleich noch relativ balladig und ruhig, während bei „Rolling With The Punches“ meine Liebe zur Popmusik schon eher durchschimmert.

Wenn man über Dich liest, ist immer vom „Überlebenskampf im Musikbusiness“ die Rede. Kannst Du das ein bisschen beschreiben? Ist es so hart, wie es sich anhört?

Ich hatte anfangs eine sehr romantische Vorstellung vom Musik machen und je mehr man sich mit der Materie befasst und selbst drinsteckt merkt man, dass es eben oftmals nicht um den Künstler selbst geht sondern um „Wie verdiene ich am Besten schnell Geld mit Künstler XY“ . Das war ich nie und das wollte ich nie werden. Ich musste mir viele Dinge anhören von „Sing doch mal auf Deutsch“ oder „Die Musik ist ganz gut aber der Name ist scheiße“ über noch etliche andere. Und es ist dazu eben noch so unglaublich schwer sich gegen die durchdachten „Produkte“ der Labels zu beweisen und zu behaupten, wenn man eben nicht Teil der Maschinerie ist – ich habe kein Label, ich mache alles mit meinen Freunden und meiner Band alleine und mittlerweile werden meine Songs im Radio gespielt und ich habe Fernsehauftritte, Leute kaufen Tickets für meine Konzerte. Das ist schon sehr verrückt aber ich glaube man schätzt das alles auch viel mehr, wenn man sich eben nicht in ein gemachtes Nest setzt.

Kommen wir mal inhaltlich zum Album und werfen zunächst einmal einen Blick auf den Titel. Warum „Rolling With The Punches“?

Grob gesagt bedeutet der Titel eben, dass wenn man hinfällt wieder aufsteht, Dinge nehmen wie sie kommen und weitermachen. Es war irgendwie ein ganz blöder Tag als mir die Idee zu dem Song kam und ich wollte eben wie so oft alles hinschmeißen und dann hab ich mir aber gedacht „Nee, jetzt erst recht nicht!“. Das ganze hat sich irgendwie auch als mein Lebensmotto herausgestellt, ha!

Du eröffnest das Album mit „And I Fall“. Inwiefern fällst Du? Worum geht es in dem Stück?

Der ganze Track hat so einen leichten, sommerlichen Vibe und ich falle in love! Natürlich! Ich wollte einfach auch mal einen nicht-traurigen Lovesong schreiben und stelle mir immer vor, dass irgendwann zwei Menschen, die sich eigentlich gerne mögen, aber noch nicht wissen, wie Sie das dem anderen sagen sollen, in Miami am Strand in einem Cabrio fahren und den Song hören (Und sich dann ganz doll ineinander verknallen!)

Dann ist da auch „Never Enough“. Was ist es, wovon es niemals genug geben kann?

„Never Enough“ ist eine ganz klassische NESSI Ballade! Manchmal ist man, oder fühlt sich, als Person in einer Beziehung eben nicht genug, so sehr man sich auch bemüht. Darum geht es.

Du beendest das Album mit „Run“. Wo rennst Du zum Ende hin?

In die Zukunft!

Wenn wir das Album wieder als Ganzes betrachten: Es ist nun inzwischen seit einer Weile draußen. Wie hast Du die bisherigen Reaktionen darauf empfunden?

Ich habe wirklich sehr viele tolle Reaktionen bekommen, am schönsten ist es natürlich, wenn ich Nachrichten von Menschen bekomme, die ich nicht kenne, die mir dann schreiben, dass Ihnen die Musik gute Laune macht und Ihnen vielleicht sogar in einigen Situationen hilft. Und meine Mama liebt die Platte!

Wenn man Deine Stücke generell sieht: Wie autobiographisch ist Deine Musik insgesamt?

Ich schreibe eigentlich nur über Dinge die mir selbst, oder Menschen die mir nahe stehen passiert sind.

Zum Jahresbeginn warst Du auch für einige Shows unterwegs. Sind weitere Shows in Planung? Auf Deiner Homepage habe ich bisher nur zwei Festival-Termine gesehen.

Ja! Auf jeden Fall, da kommt noch was!

Warum würdest Du sagen, sollte man unbedingt zu Deinen Shows kommen? Was macht sie besonders?

Ich habe eine wirklich wunderschöne Band, die sind auch der Grund warum ich überhaupt Konzerte spiele! Und außerdem spielen wir schöne Musik zusammen und haben eine gute Zeit, das ist für mich das Wichtigste.

Nach all den Aufs und Abs auf dem Weg zum Release des Albums: Was würdest Du jungen Musikern mit auf den Weg geben, die selbst ihr Debüt-Album anstreben?

Ich bin ja selbst noch eine junge Musikerin aber was ich gelernt habe ist, dass man so viel wie möglich versuchen sollte alleine zu schaffen. Und viel viel viel spielen! Ich glaube, hätte ich anfangs nicht so viele Akustikkonzerte allein mit meiner Gitarre bestritten wäre es jetzt nicht das, was es jetzt ist. Außerdem sollte man sich auf jeden Fall mit guten Menschen umgeben, die an dich glauben – klingt cheesy, ist aber echt so.

Zum Schluss die Frage nach einem kurzen Ausblick… Kannst Du schon sagen, wie es weitergeht? Gibt es Pläne für die nahe und ferne Zukunft, die Du schon nennen kannst?

Damit ich auf das nächste Album besser vorbereitet bin, bin ich bereits dabei neue Songs zu schreiben. Ich will und werde noch einiges dieses Jahr spielen und möchte auch so schnell es geht wieder ins Studio und neue Sachen aufnehmen. Wir werden sehen, wann genau das passiert :)

Weitere Artikel
Rezension: Nessi – Rolling With The Punches

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Interview: Marius Meyer
Bilder: Pressefreigabe