Es war gerade erst 11:40 Uhr, als Versengold mit „Zeitlos“, ihrem bereits siebten Album, im Gepäck als zweite Band die Hauptbühne des diesjährigen M’era Luna Festivals betraten. Aber der mittelalterliche Folk-Sound der Band hatte auch zu derartig früher Stunde bereits keinerlei Probleme, eine große Menge vor der Bühne in sehr gute Stimmung zu bringen und mitzureißen. Wir haben das Festival genutzt, um nach dem Auftritt mit der Band ein ausführliches Gespräch über die Show, das neue Album, die Entwicklung der Band und viele weitere Themen zu führen.

Ihr habt vor gut zwei Stunden gespielt. Wie habt Ihr die Show empfunden?

Das war eine ziemlich coole Show für uns. Eine krasse Erfahrung, weil wir sehr früh gespielt haben auf dem Festival, was wir gar nicht mehr gewohnt sind mittlerweile. Wir haben nicht damit gerechnet, dass schon so viel Alarm da vor der Bühne ist. Geile Stimmung, coole Leute, ein sehr intensives Erlebnis für uns. Eine der größeren Shows, die wir bisher so gespielt haben, muss ich schon sagen. Das hat echt Spaß gemacht. Schade für uns war, dass wir nur eine halbe Stunde hatten. Wir hätten sehr gerne länger gespielt, aber so ist das nun mal.

Wie bereitet Ihr das denn dann vor, wenn Ihr wisst, dass Ihr um 11:40 Uhr spielt und nur eine halbe Stunde habt?

Man trinkt ganz viel Kaffee. Dann streitet man sich ungefähr zwei Stunden um die Setlist. So bereitet man das vor. (lachen)

Und wie kommt die Setlist dann am Ende zustande?

Wenn mehrere Leute aufgeben und einer sie bestimmt. (lachen) Nein, wir haben tatsächlich eine Struktur, dass wir das in Abstimmung regeln können und am Ende doch alle glücklich werden können.

Welche Bedeutung hat das allgemein für Euch, hier auf dem M’era Luna spielen zu können? Das ist ja schon eins der größeren Festivals…

Der Blick von der Bühne war der Wahnsinn. Die Anzahl der Leute vor der Bühne ist schon was Besonderes, aber es war auch nicht das erste Mal. Man gewöhnt sich dran. Aber von der Stimmung her war es hammer, von der Stimmung der Leute her auch. Natürlich ist das was Besonderes für uns. Es ist auch das erste Mal, dass wir beim M’era Luna spielen, was es zusätzlich cool macht. Das ist noch einmal eine besondere Festival-Atmosphäre, das ist auch noch einmal eine etwas andere Szene. Da waren wir natürlich schon neugierig, wie wir so wirken und wie wir bei den Leuten hier ankommen. Wir sind sehr froh, dass das so gut gelaufen ist. Das können wir an dieser Stelle relativ selbstsicher sagen.

Ihr meintet gerade, dass es relativ ungewohnt sei, dieses Festival. Ihr seid ja auf vielen Baustellen unterwegs. Festivals, Mittelaltershows, Support-Touren… Wie ist da die Herangehensweise? Worin unterscheidet sich das?

Wir machen im Jahr über 100 Auftritte und denken immer nur vom einen Wochenende zum nächste und bereitet sich auf den Auftritt vor, der gerade vor einem liegt. Im Grunde genommen unterscheidet sich da nicht so viel von der Vorbereitung. Außer dass wir uns bei einer kurzen Spielzeit dann um die Setliste balgen. Klar haben wir uns als Band auch langfristig vorgenommen, uns breit aufzustellen, also verschiedene Events zu spielen, nicht nur Mittelaltermärkte, sondern auch Festivals, Club-Shows, Support… Diese Mischung ist es auch, die uns ermöglicht, größer zu werden und zu wachsen, damit Erfolg zu haben.
Was wir auch auf jeden Fall machen, ist zum Event zu fahren und erst einmal die Atmosphäre ein bisschen zu schnuppern. Zu gucken, welche Art von Song hier gut passt. Das ist eine Sache, die uns auszeichnet, weil wir auch gucken, was am besten auf der jeweiligen Veranstaltung funktioniert.

Wann ist denn dann die Setlist für den Auftritt am Ende wirklich fertig?

Das ist interessant. Wir machen das tatsächlich gerne kurzfristig und stehen auch dazu, weil wir spontan dann vor der Show gucken, was jetzt passt. Wie sind die Leute drauf? Ist Balladen-Stimmung? Welche Uhrzeit ist es? Wie sind die Lichtverhältnisse? Wie ist das Wetter? Wir versuchen, das da alles ein bisschen einzubinden, um dann eine wirklich gute Show zu machen. Wobei oft auch während des Sets noch was umschmeißen. Ab und zu merkt man, dass man spontan noch einmal was einfließen lassen sollte. Heute bei so einem kurzen Auftritt zwar nicht, aber wir haben ein großes Repertoire, das wir auch spontan abrufen können. Und wenn wir merken, dass da jetzt spontan etwas anders sein muss, dann brauchen wir uns quasi nur schräg anzugucken und es wissen alle Bescheid. Das zeichnet uns auch aus: Die Fähigkeit, sich der Show anzupassen, wenn es sein muss.

Ihr habt jetzt auch ein neues Album im Gepäck. Wie weit berücksichtigt Ihr das denn bei der Planung?

Natürlich wird ein Hauptteil des neuen Albums bei der dazugehörigen Tour gespielt, die im Oktober stattfindet. Wir haben uns entschieden, auch fünf Songs vorab in diesem Jahr zu spielen, um die Leute daran zu gewöhnen, den Sound des Albums zu präsentieren, die Stimmung zu präsentieren. Mit „Spaß bei Saite“ – mit A – hatten wir heute schon eins dabei. Ansonsten mischen wir das gerne durch. Nur einen Block mit einer Stunde nur neuen Liedern zu spielen, das ist für uns auch nicht richtig. Alte Songs, neue Songs – wir mischen das gut durch. Es gibt da auch ein paar Evergreens, die immer gut funktionieren. Die bringen auch eine Routine zurück auf die Bühne. Wir haben „Paules Beichtgang“ zum Beispiel schon sehr oft gespielt und jeder von uns weiß, wann er was zu tun hat und auch das Publikum weiß, wann es was zu tun hat. Das sind Mechanismen, die funktionieren und die geil sind. Da stützen wir uns auch gerne drauf, wenn wir neue Sachen machen. Das ist dann aufregend, es passiert vielleicht auch mal der eine oder andere Fehler, dafür hat man dann so Eckpunkte in der Setlist, bei denen man weiß: Ganz ruhig, wir wissen, da kommt gleich ein Song, der steht wie eine Eins. Dann kann man sich auf der Bühne auch eine Menge trauen, wenn man diese Sicherheit zwischendurch hat.

Wie habt Ihr jetzt heute die Reaktionen empfunden auf das neue Material?

Es war ja nur ein neuer Song in diesen 30 Minuten, aber die Reaktionen waren sehr positiv. Dadurch, dass es sehr früh war, dachte man erstmal, dass die Leute noch nicht so ganz erwacht sind, aber spätestens nach dem zweiten Song hatten wir das dann eingetütet und es ist gut gelaufen. Die allgemeine Reaktion auf die neuen Songs ist auf jeden Fall sehr gut. Die Leute freuen sich, dass der Sound sich weiter entwickelt und dass die Themen sich ändern… Bisher haben wir zu einem sehr sehr großen Teil positive Rückmeldungen bekommen.

Bleiben wir doch gleich mal bei dem neuen Album: Was würdet Ihr sagen, was ist neu und anders? Was ist das Alleinstellungsmerkmal gegenüber den vorigen Alben?

Musikalisch ist es so, dass wir eine erweiterte Besetzung haben und mit Schlagzeug und Bass am Start sind. Das ist vom Sound her eine klare Veränderung in Richtung „mehr Druck“. Das ist vielleicht ein etwas modernerer Folksound. Klar kommen wir aus der Mittelalter-Szene, aber bei „Zeitlos“ liegt der Fokus dann doch mehr auf der Folk-Musik, Folk-Rock fast schon. Es ist treibender, es ist ein bisschen eingängiger. Es setzt sich musikalisch schon stark von den Vorgänger-Alben ab. Eine deutliche Weiterentwicklung, wobei man darüber natürlich auch immer diskutieren kann. Es wurde auch versucht, den einzelnen Instrumenten mehr Raum zu geben. Es gibt Songs, die sind sehr auf die Gitarre fokussiert, da sind auch Akkorde dabei, wo die Gitarre schön schwingt und Klang entwickelt, wo es dem Song auch angemessen ist. Bei anderen Songs trifft es dann auf die Geige mehr zu. Wir haben darauf geachtet, dass auch der Ambitus in seinen besten Tonlagen erklingt und haben uns ein bisschen mehr Gedanken gemacht, wie wir das auch schön umsetzen können. Das hört man auch. Dann ist da auch das Piano, das eine wichtige Erweiterung ist, da wir damit die ganzen nachdenklichen Lieder noch ein bisschen gefühlvoller untermalen konnten und noch eine größere Dynamik haben in der Musik.
Textlich ist es ein bisschen direkter geworden. Wir verlieren uns ja gerne mal in Metaphern mit Märchenhaftigkeit. Bei dieser CD gibt es auch sehr direkte Lieder, die sehr persönlich sind, bei denen wir sehr aus uns heraussprechen.

Ich habe mal ein paar Stücke herausgepickt. Eines ist „Ihr seid Musik“. Mal ganz platt gefragt: Warum sind wir Musik?

Wir haben genau dieses Lied extra für unsere Fans und Hörer geschrieben. Im Grunde genommen kann man das so verstehen, dass wir als Band nicht da wären, wo wir sind und vermutlich auch längst nicht mehr existieren würden, wenn wir nicht unsere Hörer und Fans hätten, die Leute, die unsere Alben kaufen und zu unseren Konzerten kommen, die uns den ganzen Support geben, den wir brauchen. Das haben wir in dieser Metapher verpackt, dass die Musik ohne diese Leute nicht möglich ist. Ergo: Ihr seid Musik! Für uns sind die Hörer die Leute, die uns ermöglichen, überhaupt Musiker zu sein. Das war schon immer so, wir dachten, wir vertonen das jetzt auch.
Wenn man so ein Live-Konzert bei Versengold erlebt, merkt man schnell, dass wir auch viel vom Publikum abverlangen. Wir machen auch viel mit dem Publikum in Sachen Interaktion bei „Wem? Uns!“, „Im Namen des Volkes“, dann setzen sich alle hin, springen auf – solche Sachen. Wir regen an, dass die Leute Teil eines Gesamterlebnisses werden und nicht nur kommen als Konsumenten, die da stehen, sich etwas anhören und dann nach Hause gehen.

Auf der CD ist zum einen „Kein Trinklied“, zum anderen aber auch „Hoch die Krüge“. Ist das ein bewusst gewählter Gegensatz?

Nein. (lachen) Tatsächlich nicht. „Kein Trinklied“ heißt „Kein Trinklied“, weil es sich vordergründig gar nicht um ein Sauflied handelt. Eigentlich ist die Flasche, um die es da geht, ein Symbol für das Vergnügen, das man im Leben empfinden kann und für das Ausnutzen des Moments, den man irgendwie immer wieder versäumt. Dementsprechend dachten wir, wir machen das besonders deutlich, wenn wir es auch „Kein Trinklied“ nennen, denn man kann es natürlich auch als ein Trinklied verstehen, wenn man will. „Hoch die Krüge“ ist ja auch so ein Ding, das schon eher einen etwas tiefsinnigeren Gedanken hat, zumindest eine tiefsinnigere Meta-Botschaft. Es geht ja eigentlich auch darum, dass man gucken soll, dass man seine eigenen Freiheiten und Lüste auslebt und darauf Acht gibt. Dass man sich das Leben eben nicht bestimmen lässt von irgendwelchen Umständen, sondern dass man selbst das Beste draus macht.

„Hoch die Krüge“ war auch die erste Single. Würdet Ihr sagen, es ist der beste Repräsentant für das Album oder warum fiel die Wahl darauf?

Wir haben diesen Song bewusst gewählt, weil wir ein sehr sehr großes Publikum haben in der Mittelalter-Szene. Da kommen wir ursprünglich her und wir wollten auch ein Zeichen setzen: Wenn wir uns schon verändern, wenn wir schon Bass und Schlagzeug dazu nehmen, wollen wir als erstes Lied auch eins nehmen, wo wir wissen, dass unsere ganzen alten Fans sehen, dass es immer noch das Versengold ist, das sie kennen, dass es thematisch etwas ist, womit sie sich weiterhin identifizieren können. Mit den anderen hoffentlich auch, aber das war eine sichere Nummer. Abgesehen davon finden wir den Song natürlich auch stark! Das war jetzt nicht rein pragmatisch, wir haben auch geguckt, welche Songs wir am liebsten mögen. Da war der auch mit drunter und das war letztendlich entscheidend.

Über „Spaß bei Saite“ haben wir ja schon gesprochen. Würdet Ihr sagen, dass die Musikwelt tatsächlich so schlimm ist, wie es sich in dem Stück darstellt?

Was heißt „die Musikwelt“? Der Text ist ja schon recht real. (lachen) Seit zehn Jahren sind wir schon da. In diesen zehn Jahren haben wir finanziell große Entbehrungen erlitten, das ist extra und bewusst geschehen. Wir hatten auch unseren Spaß dabei. Aber das wurde mal thematisiert. Ich hatte zum Beispiel bis vor kurzem noch in einer 20-Quadratmeter-Wohnung gelebt und hab eben geguckt, dass ich am Wochenende meine Musik machen kann und das Geld, das ich dadurch verdiene, habe ich für das ausgegeben, was ich zum Leben brauche. Das sollte mal so dargestellt werden. Wir sind nun mal nicht Teil der großen Musikindustrie, wir haben kein Major-Label oder irgendwas anderes, wir sind keine Firma, die sich aus sich selbst heraus entwickelt hat und sich verwaltet. Wir haben uns selbst in die Position gebracht, in der wir gerade sind und das schließt eben auch ein, dass wir einen harten Weg hinter uns gebracht haben. Darum geht es. Es ist einfach Fakt und real. Wenn man in unserem Metier von Musik leben will, dann muss man eben auf einiges verzichten. Wir sind nicht reich und schön bisher. Schön wird auch nichts mehr. (lachen)
Es fordert eine Menge Enthusiasmus, diesen Weg zu gehen, wenn man Berufsmusiker sein will. Die meisten Leute sehen einen nur, wenn man auf der Bühne steht, abgeht und sich freut, klatscht, lacht… Da denken dann alle „ja, will ich auch machen“. Aber es gibt halt noch ein paar Kehrseiten. Wir hängen vor und nach jedem Gig in diesem Bus mit diesen sympathischen Herren hier und es ist jede Menge Entbehrung. Aber das macht man dann wieder gerne, wenn man so einen Moment wie heute hat. M’era Luna hat gerockt!

Ihr habt den harten Weg schon erwähnt, der zu so einem Album führt. Wenn man den harten Weg nun gegangen ist: Wie sind dann die Erwartungen, das Album betreffend? Habt Ihr da welche?

Unsere Erwartungen wurden eigentlich schon übertroffen: Wir sind gestern in den deutschen Album-Charts auf Platz 22 eingestiegen und das war für uns natürlich eine kleine Bombe, die da hochgegangen ist, im positiven Sinne. Dadurch wurden eigentlich alle Erwartungen schon übertroffen. Die Erwartungen sind erfüllt. Die Frage ist aber auch, inwieweit man eigentlich von Erwartungen sprechen kann. Wir waren alle mega überzeugt von dem Album. Wir haben das mit so viel Herzblut und so viel Hingabe aufgenommen, uns so viel Zeit dafür genommen, so viel Aufwand betrieben, dass wir am Ende jetzt auch da stehen und sagen: Das ist jetzt geil! Es ist genau das, was wir machen wollten und jetzt werden wir sehen, was draus wird. Für uns war es genau der Weg, den wir gehen wollten und so sollte es sein. Wir haben alles gegeben. Wir haben vor einem Jahr mit der Vorproduktion angefangen und waren zu jedem Zeitpunkt mit allem, was wir bieten konnten, dabei. Dann kann man sich am Ende auch nichts mehr vorwerfen. Dann hat man musikalisch und künstlerisch alles gegeben, was da eben war. Wenn das Ergebnis dann auch noch so gut ankommt wie bisher, dann freut man sich natürlich gleich doppelt.

Das Album ist ja nun auch schon ein paar Tage draußen. Wie habt Ihr die Reaktionen empfunden? Die Charts-Position ist natürlich das eine, die anderen Reaktionen das andere. Wie habt Ihr das bisher so wahrgenommen?

Die Reaktionen waren größtenteils gut, wenn man beispielsweise die Magazine betrachtet, die Reviews geschrieben haben. Das war größtenteils gut bis sehr gut, was uns natürlich sehr gefreut hat. Es gibt immer Fans, die an den alten mittelalterlichen Sound gewöhnt sind, die erst einmal ein bisschen verschreckt worden sind, aber das hielt sich im Rahmen. Das hat uns gefreut, weil auch viele viele Fans diesen neuen Weg akzeptiert haben und gemerkt haben, dass wir alles andere als Mainstream-Musik machen. Es ist einfach nur ein bisschen runder und komplexer vom Soundbild und ein bisschen direkter von den Texten geworden. Im Grunde sind die Reaktionen sehr gut.
Man kann es, wenn man sich versucht, als Band weiterzuentwickeln, niemals allen recht machen. Je mehr Hörer man hat – und zum Glück können wir wachsende Hörerzahlen verzeichnen –, desto mehr potenzielle Menschen erreicht man auch, die es vielleicht nicht so toll finden, was man gerade tut. Damit müssen wir leben. Das müssen wir auch bis zu einem gewissen Grad an uns abperlen lassen und sagen okay, aber wir tun mit Überzeugung das, was wir tun und wenn das nicht allen gefällt, dann ist das auch okay irgendwie. Damit müssen wir als Künstler arbeiten. Alles, was wir bei Versengold tun, tun wir aus uns heraus, weil wir da Bock drauf haben. Das ist ein ganz großer Kern der Sache.

Heute war es eine Festival-Show, ab Oktober seid Ihr dann auf Headliner-Tour. Was würdet Ihr sagen: Was erwartet den Besucher? Warum sollte man unbedingt vorbeischauen und Euch live ansehen?

Es ist vor allem unserer Tour, es geht um Versengold und wir haben den gesamten Abend für uns. Wir müssen uns nicht wie heute einkürzen und komprimieren, sondern haben die ganze Spielzeit. Wer uns schon mal besucht hat, weiß: Wir spielen zwei Stunden oder länger. Es gibt die volle Packung feinsten Folks auf die Ohren. Es soll jetzt nicht alles vorweggenommen werden, was wir geplant haben und womit wir die Leute überraschen, aber auf jeden Fall kann man schon hören, was auf dem Album an Material ist. Davon wollen wir den Leuten möglichst viel auf die Ohren geben – mehr als die bisherigen fünf bisherigen Auswahl-Stücke. Dazu gibt es die Qualitäten, die man von uns kennt und schätzt. Wir machen wie immer eine sehr intensive Show, eine aktive spielfreudige Show, bei der wie die Leute viel fordern und einbeziehen wollen. Wir freuen uns einfach, mal wieder so richtig zwei Stunden unser Ding machen zu können, damit sich das so richtig entfalten kann. Das ist bei so einer begrenzten Zeit wie heute nie ganz möglich.

Ich habe gesehen, dass sich die Tour vor allem auf die Wochenenden fokussiert. Würdet Ihr sagen, dass die klassische „Am-Stück-Tour“ ein Auslaufmodell ist?

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es bei uns vor allem am Wochenende gut funktioniert. Wir sind halt auch eine Party-Band, das kann man ganz klar so sagen. Wir machen Stimmung, wir bringen die Leute zum Feiern. Unter der Woche war es schon öfter so, dass die Leute sich zurückhalten mussten, weil sie am nächsten Tag zur Arbeit mussten. Das ist eigentlich der Grund. Donnerstag, Freitag, Samstag, das sind so die Haupttage, an denen es funktioniert. Das ist ein Phänomen, das wir auch bei Kollegen beobachten, dass die Tendenz zunehmend dazu besteht, die Shows auf das Wochenende zu legen. Es scheint sich durchzusetzen, das hör ich auch von der Booking-Agentur. Da verlassen wir uns auch auf Leute, die seit Jahrzehnten in dem Geschäft sind und das beobachten und da auch qualifizierte Aussagen treffen können. Ob das nun auf Dauer ein Auslaufmodell ist, ist schwierig zu sagen, aber im Moment ist es tendenziell so zu beobachten.

Das war es nun auch fast mit Fragen von mir. Zum Schluss würde ich gerne noch wissen: Wir haben über das Album und die Tour geredet… Gibt es noch weitere Pläne, die bei Euch in nächster Zeit anstehen, die man bereits nennen kann?

Wir machen auch nächstes Jahr wieder viele Konzerte, werden auf Festivals sein und auch in irgendeiner Form, die wir noch nicht genau nennen, wieder in Clubs sein… Versengold zeichnen sich natürlich dadurch aus, dass sie viel spielen und das wird auch nächstes Jahr wieder der Fall sein. Es wird weitergehen wie bisher. Zudem arbeiten wir an neuen Produktionen und schreiben. Wir machen gerade fast jedes Jahr ein neues Album. In nächstem Jahr vielleicht nicht, aber wir sitzen auf jeden Fall auch hier schon dran und starten die Vorproduktion, dann schauen wir, was geht. Kurzfristig sind wir jetzt erst einmal im Winter mit Subway to Sally auf Tour bei den Eisheiligen Nächten. Das ist erst einmal das nächste, was ansteht. Aber danach wird sicherlich auch einiges kommen. Da muss man sich bei uns keine Sorgen machen. Wir geben Vollgas!

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Festivalbericht: M’era Luna Festival 2015

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Interview: Marius Meyer
Bilder: Daniela Vorndran (Vielen Dank für die freundliche Zurverfügungstellung! Weitere Aufnahmen gibt es unter anderem auf www.black-cat-net.de und www.reflectionsofdarkness.com.)