Wie schon in den Vorjahren haben wir es uns auch in diesem Jahr nicht nehmen lassen, das M’era Luna Festival bereits im Vorfeld von verschiedenen Seiten aus zu beleuchten. Wichtig dabei war es uns, auch die Verantwortlichen dahinter einmal zu Wort kommen zu lassen, die dafür sorgen, dass alles reibungslos geplant wird und anschließend auch funktioniert. Aus diesem Grund haben wir dem Veranstalter FKP Scorpio auch in diesem Jahr wieder einen Stapel Fragen gestellt, den Stephan Thanscheidt (Festivalbooking) und Jasper Barendregt (Festivalproduktion) uns beantworteten.

Es sind noch rund drei Wochen bis zum Festival. Das Line-Up ist nun bereits seit über einem halben Jahr komplett. Wie würdet Ihr das Alleinstellungsmerkmal des diesjährigen Line-Ups bewerten? Die Konkurrenz ist ja groß.

Beim Mera Luna kommt es auf die richtige Mischung aus den verschieden musikalischen Bereichen der dunklen Szene an. Hier sollen sich alle mit ihrem persönlichen Geschmack wiederfinden und keiner darf zu kurz kommen. Es gibt eine breite Musikpalette aus deutschen und internationalen Künstlern, raren Größen und hoffnungsvollen Newcomern.
Dass es uns in diesem Jahr gelungen ist, Einstürzende Neubauten, Rob Zombie, ASP und Nightwish neben all den anderen großartigen Künstlern zu verpflichten, ist eine Besonderheit des Mera Luna´s, die so sonst kein anderes Festival bietet.

Wenn man mal die Entwicklung der Festivallandschaft sieht, so stand das Line-Up in Gänze schon fest, als früher noch nicht einmal erste Bands bekannt waren. Wie bewertet Ihr diesen Trend?

Die Tatsache, dass (auch aufgrund des Konkurrenzdrucks) alle Veranstalter immer früher mit dem Booking anfangen, ist die Tendenz der letzten Jahre, welche sich weiter gesteigert hat.
Für uns bedeutet dies etwas mehr Stress, für die Besucher ist es aber eine tolle Sache, weil sie sehr früh wissen, was ihnen geboten wird und entsprechend planen können.

Kommen wir wieder näher zum Festival: Ich erinnere mich an die Anfangsjahre, in denen in Hildesheim große Skepsis ob der „dunklen Gestalten“ herrschte, inzwischen macht man Ausflüge, um sich das Treiben anzusehen. Wie habt Ihr die Akzeptanz des Festivals über die Jahre erlebt?

Hildesheim hat das Festival schon vor langer Zeit ins Herz geschlossen. Durch das Festival ist Hildesheim sicherlich auf der Szenelandkarte nicht mehr weg zu denken und das spiegelt sich im Stadtbild wider. Unsere Festivalgäste sind gerne gesehen. Wirtschaftlich gibt es auch Positives zu berichten: Es gibt detaillierte Berechnungen der Stadt, die belegen wie die örtliche Wirtschaft vom Festival profitiert. Aus unserer Sicht eine gute Sache für beide Seiten.

Ein Novum im Vorjahr war die Begleitung durch den NDR und die damit verbundene deutlich größere Aufmerksamkeit. Wie habt Ihr insgesamt die Reaktionen auf die Übertragung empfunden?

Die Reaktionen waren durchweg positiv und die Sendungen des NDR wurden auch in der Mediathek unzählige Male aufgerufen. Das M’era Luna hat sicherlich dadurch weiter an Interesse im In- und Ausland gewonnen.

Ist auch in diesem Jahr wieder geplant, dass vom Festival übertragen wird?

Nach etlichen Gespräche und vielen Versuchen wurden die notwendigen Gelder für eine Wiederholung der Übertragung nicht gefunden. Eine derartige Produktion selber zu stemmen ohne Fernsehpartner ist leider in diesem Jahr nicht machbar gewesen, weshalb wir unsere Hoffnung auf 2016 verschieben mussten.

Vom Fernsehen abgesehen: Welche weiteren Neuerungen gibt es in diesem Jahr?

So viele Neuerungen werden wir in diesem Jahr nicht verkünden. Wir können aber sagen, dass wir vor allem gastronomisch noch Sprünge nach vorne machen werden und dass auch die Optik dieses Jahr noch an Reiz gewinnen wird. Alle weiteren Neuerungen sind für den Gast eher weniger sichtbar, für die Mitarbeiter aber merkbar und führen zu verbesserten Abläufen.

Eine Neuerung in diesem Jahr sind die neuen Unterkünfte „Phobos“ und „Ganymed“. Wie kam die Idee dazu?

Immer mehr internationale Gäste finden den Weg ins niedersächsische Hildesheim. Aus der Ecke gab es vermehrt Nachfragen nach Unterkünften vor Ort – mitten im Geschehen, aber ohne Schlepperei vor Ort. Mit einem relativ kleinen Angebot wollen wir für diese Gruppe und für weitere Interessenten ein Angebot schaffen. Die Unterkünfte Ganymed sind mittlerweile ausverkauft und nur noch wenige Phobos sind zu haben. Es hat schon was: Parken auf dem nahegelegensten Parkplatz, Strom, Wifi, und das in unmittelbarer Nähe zum Veranstaltungsgelände…

Wenn man z.B. bei Facebook gelesen hat, wurden oft die Preise kritisiert. Etwas ketzerisch gefragt: Warum würdet Ihr sagen, ist der – zunächst hoch anmutende – Preis für diese Arten der Unterkunft gerechtfertigt?

Klar, die Preise sind schon happig. Es wird aber oft vergessen was alles dazu gehört ein solches Angebot auf der grünen Wiese anbieten zu können: es gibt auf dem Flugplatz keine Steckdose an jeder Ecke, Internet muss per Funkstrecke aus dem Tower gebeamt werden, die Wege müssen händisch verlegt werden und Zelte, Matratzen, Bettwäsche und Co natürlich vorher und hinterher gereinigt werden. Alles in allem ein fairer Preis für die Leistung aber eben nicht für jedermann – weswegen die Gesamtzahl an Unterkünfte relativ gering gehalten wurde.

Vom Thema der Unterkunft abgesehen, ist allgemein zu sehen, dass das Festival nun zwei Jahre am Stück ausverkauft war. Kann man schon absehen, wie in diesem Jahr die Tendenz ist?

Wir steuern wieder auf ausverkauft zu. Wie letztes Jahr werden wir den Verkauf bei 25.000 Besuchern stoppen, um den Komfort auf dem Campinggelände und vor den Bühnen beizubehalten.

Damit einher geht auch jedes Jahr wieder die Frage nach eventuellen Tagestickets. Sind dieses Jahr welche geplant?

Klar doch. Wie in den vergangenen Jahren gibt es wieder unsere Tagestickets für 49,- Pro Karte.

Wo wir das Thema schon hatten: Es war nun zweimal am Stück ausverkauft. Gibt es Planungen, evtl. die Kapazitäten des Festivals zu vergrößern? Bestünden hier überhaupt Möglichkeiten?

Nein. Wir setzen auf Komfort und tolle Atmosphäre und diese würden beide womöglich leiden wenn man die Kapazität ohne größere Änderungen der Flächen erhöhen würde. Eine derartige Änderung ist derzeit nicht geplant, auch nicht für 2016.

Bei den Kapazitäten fällt auch auf, dass die Schlangen am Uncle Emma-Laden auf dem Campingplatz oft sehr lang sind. Ist hier geplant, evtl. einmal einen zweiten Laden aufzubauen?

Wir haben dieses Jahr einen neuen Supermarktanbieter. Es wird ein erweitertes Angebot geben, welches weit über das Sortiment des ehemaligen Uncle Emmas hinausgehen wird. Ob die Schlangen damit nicht geradezu länger werden können wir nicht vorhersagen, aber Fakt ist, dass es ausreichend Kassen geben wird um die Geschwindigkeit für die Größe des Zeltes optimal zu gestalten.

Eine Frage noch zum Lotsen-Projekt… Warum sollte man sich als Lotse bewerben? Was zeichnet den Lotsen aus?

Weil man in eine der besten Gemeinschaften auf einem Festival gerät – alle unterstützen sich gegenseitig.
Weil man Einblicke Hinter die Kulissen einer Festivalproduktion erhält.
Weil man viele neue Erfahrungen sammelt.
Weil man dabei Hilft, die Ackerflächen am Ende wieder nutzbar zu machen und nebenbei noch gutes für Viva con Agua tut.
Weil man neben neuen Bands auf dem Festival ungefähr 700 neue Freunde kennenlernt.

Zum Schluss würde ich nun noch gerne wissen… Für die Checkliste beim Tasche-Packen: Was sollte unbedingt ins Festivalgepäck? Was kann man getrost zuhause lassen?

Unbedingt rein: Sonnenkreme, Pflaster, Sonnenhut (oder sonstige Kopfkreationen gegen Regen und Sonne), Gute Laune und natürlich das Festivalticket.
Getrost rauslassen: Vuvuzela, Laserpointer, Faxgerät und den Reißwolf.

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Homepage: www.meraluna.de
Facebook: www.facebook.com/meralunafestival
Twitter: www.twitter.com/meralunafstvl

Text: Marius Meyer
Bilder: FKP Scorpio (Logo + Plakat), Titus Eisenmenger (Fotos)