Es ist der Vorabend zum Heiligen Abend, ganz Hamburg gibt sich bereits der Ruhe und der Besinnlichkeit hin an diesem Sonntag und freut sich auf die nahenden Tage mit seinen Liebsten. Ganz Hamburg? Nein, in einem kleinen Club in der Nähe vom Bahnhof Altona verweigerte man sich der Besinnlichkeit. Aesthetic Perfection aus Kalifornien luden zum Tanz und haben sich als Verstärkung an diesem Abend Blitzmaschine und BhamBhamHara dazu geholt, um am Abend vor Heiligabend noch einmal kräftig zu feiern.

Pünktlich um 21:00 Uhr ging auch zum ersten Mal das Licht aus. BhamBhamHara, bestehend aus Jan Bicker und Axel Ermes, betraten die Bühne und enterten jeder ihr Equipment bestehend aus MacBook sowie vielen Knöpfen und Reglern. Mit den Worten „Wir sind BhamBhamHara und machen langweilige Technoscheiße“ zeigte man sich selbstironisch, denn was die beiden boten, war alles andere als langweilig. Zwar kann man bei Acts dieser Art nicht unbedingt viel Bühnenshow erwarten, aber musikalisch gab es gelungenen dunklen Elektro mit Anleihen aus Techno und Trance, der teilweise eine hypnotische Note mit sich trug. Etwa 25 Minuten lang boten sie ein kurzweiliges Set, das gespannt machte auf das, was noch folgen sollte.

Eine kurze Umbaupause später standen dann auch schon Blitzmaschine auf der Bühne, um ein kurzweiliges Set zu bieten, bei dem Stillstand schwer möglich war. Sänger Holger fegte über die Bühne und ging mit gutem Beispiel voran, während druckvolle Elektro-Songs geboten wurden. Im Mittelpunkt standen dabei mit Nummern wie Useless Pain Stücke des Albums Faustrecht, die allesamt mit viel Energie daherkamen und genau das boten, wofür man Blitzmaschine mag: EBM-Einflüsse kombiniert mit tanzbarem Elektro und einer Menge Wucht dahinter. Das kam gut an und machte gute Laune, sodass sich auch die Weltpremiere des neuen Stückes Money hier gut einreihen konnte. Ein Stück in bester Blitzmaschine-Tradition, der dabei dennoch eine positive Weiterentwicklung der Band nicht verleugnen kann. Ein gelungener zweiter Auftritt an diesem Abend!

Um 22:45 Uhr war es dann aber soweit: Der Headliner Aesthetic Perfection stand an. Daniel Graves und seine Mannen enterten die Bühne und zeigten gleich, was Sache ist. Harter Elektro zwischen Aggrotech und EBM im hohen Tempo, dazu ein Sänger, der sich hier gut austobte – ein erfolgreiches Rezept für einen gelungenen Auftritt. Stücke wie A Nice Place To Visit oder Devil’s In The Details sorgten für viel Bewegung im inzwischen gut gefüllten Kir, Daniel Graves suchte den Kontakt zum Publikum und präsentierte nebenher immer mal wieder seine Deutschkenntnisse, die er sich über die Jahre so angesammelt hat. The Ones, wohl hierzulande einer der bekanntesten Songs der Kalifornier, war bei diesem Auftritt schon als Ruhepunkt zu bezeichnen. Ansonsten war das Tempo durchweg sehr hoch.

Ein sehr kurzweiliger Auftritt, dem man einzig und allein anhängen kann, dass er nicht nur kurzweilig, sondern auch tatsächlich recht kurz war – keine ganze Stunde dauerte er an. Betrachtet man aber das Gesamtpaket dieses Abends, so war es ein definitiv lohnenswerter Besuch im Kir, denn alle drei Bands waren gut drauf und spielten ein gelungenes Programm. Ein toller Vorweihnachtsabend.

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Text und Bilder: Marius Meyer