„So richtig Black Metal waren wir nie; vielleicht auf dem ersten Demo, aber das war ja kein Album.“ So sagte es Alcest-Schlagzeuger Winterhalter vor anderthalb Jahren im Interview zum nach wie vor aktuellen Album Shelter, was bereits das vierte Album der Band darstellte. Das Publikum aber, so zumindest der oberflächlich-optische Eindruck, ist den Weg stets mitgegangen und erfreut sich auch heute an den Klängen der Band, die immer mehr in Richtung eines Shoegazings gingen, das den Namen auch verdient hat. Mit von der Partie als Opener waren die Label-Kollegen von Lântlos.

Diese legten dann auch nahezu pünktlich los und eröffneten mit Bliss sehr metallisch, bevor es mit den Stücken aus dem Album Melting Sun etwas verhangener weiterging und man näher am Sound des Headliners war. Dass dem Sänger und Gitarristen direkt im ersten Stück eine Saite riss, sorgte zwar für Nervosität, diese aber wurde gleichermaßen sympathisch gemanaged. In der Folge ging es weiter mit Dreampop-Einflüssen, psychedelischen Anleihen und eingängigen Klängen, bei denen es nicht von ungefähr kam, dass der Sänger ein T-Shirt von My Bloody Valentine trug. Und da gibt es ja weitaus schlechtere Einflüsse. Auch zu den verhangeneren Klängen wurden bereits zahlreich die Haare geschüttelt, der Auftakt war gelungen.

Setlist: Bliss, Melting Sun 1, Melting Sun 2, Melting Sun 4, Pulse/Surreal, Coma

In Vierer-Besetzung betraten in der Folge Alcest die Bühne und eröffneten den Reigen mit Opale aus ihrem aktuellen Album Shelter, das eine Reise durch alle vier bisherigen Alben der Band eröffnete. Wie auch auf CD luden die Klänge der Band rund um Frontmann Neige dazu ein, sich in ihnen zu verlieren. Klassische Songstrukturen wurden aufgebrochen, sphärische Klänge waren zu hören und die Stücke nahmen mitunter eine ausufernde Länge an. Der Gesang war meist klar und die musikalischen Gefilde waren vor allem Shoegazing, aber auch hier wurde munter das Haar geschüttelt. Ein schöner Beweis, wie man sich über die Jahre musikalisch entwickeln kann, ohne dass das Publikum einen auf dem Weg verlässt.

So trug einen die musikalische Reise bis zu Percées de lumière vom Zweitling Ecailles de Lune, mit Autre Temps und Délivrance aber war auch für einen angenehmen Zugabenblock gesorgt. So endete die Show so, wie es auch auf dem aktuellen Album Shelter der Fall ist und ein starker musikalischer Abend wurde abgerundet. Ein Besuch, der sich gelohnt hat!

Setlist: Opale, Sulpher, Ecailles de lune, Les Iris, Souvenirs d’un autre monde, L’éveil Des Muses, Là Où Naissent Les Couleurs Nouvelles, Sur l’ccéan couleur de fer, Percées de lumière
Zugabe: Autre Temps, Délivrance

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Text und Bilder: Marius Meyer