Wenn man es mal ganz offen zugibt: Amy Macdonald ist ja auch schon eine sehr angenehme Erscheinung, wenn sie einfach nur da steht. Eine zierliche Erscheinung mit sympathischen schottischen Akzent, der man zunächst gar nicht so abnehmen mag, dass sie derartig aus sich rausgeht, wenn sie dann mal loslegt. Zumindest, wenn es nicht vorher schon besser wusste. Und von denen gab es so einige, sodass für die Show im Hamburger Stadtpark bereits Wochen vorher alle 4.000 Tickets verkauft waren. Über geringen Zuschauerzuspruch konnte sie sich schon einmal nicht beklagen.

Dementsprechend groß auch der Jubel, als sie die Bühne betrat und mit 4th of July das Konzert so eröffnete wie auch ihr Album. Langsam aufbauend wurde es schnell zur gewohnten Amy Macdonald-Nummer: Treibende Pop-Songs mit Sympathie, viel Gefühl, Eingängigkeit, die natürlich wirkt wie selten – gerade in Gefilden, die auch höchstgerne von Formatradio-Hörern sehr gerne besucht werden. Und genau hier sind wir dann auch an einer Stelle angelangt, die kennzeichnend für das Phänomen Amy Macdonald ist: Es gibt nur wenige Künstler, die es wie sie schaffen, derart viele verschiedene Zielgruppen zu vereinen und für ihre Werke zu begeistern.

Sie schafft es mit ihrer Authentizität und ihrer Natürlichkeit, die so natürlich wirkt, dass man sie kaum spielen kann. Ihr Best Of-Set an diesem Abend tut dann das Übrige, um einen schönen Hamburger Spätsommerabend zu einem ganz besonderen Abend zu machen. Ein Set, in dem man erst einmal merkt, mit wie vielen Stücken die Schottin bereits auf sich aufmerksam machen konnte. Mr. Rock & Roll beispielsweise begegnet schon sehr früh, die aktuelle Single Slow It Down begegnet auch schon erstaunlich früh und dennoch folgen eine ganze Reihe bekannter Nummern. Das dröhnende Don’t Tell Me That It’s Over begegnet da genauso wie der – man kann es inzwischen so nennen –Klassiker This Is The Life, euphorisch mitgesungen, bevor Beautiful Light das vermeintliche Ende einleitet.

Vermeintlich, klar. Für vier Nummern kommt sie noch einmal zurück. Darunter eine gelungene Cover-Version von Bruce Springsteens Dancing In The Dark. Mit Let’s Start A Band folgt zum Schluss hin dann noch der hymnische Abschluss eines schönen Konzerts. Wenn man es nicht vorher schon gewusst hätte: Spätestens hier hätte man gemerkt, dass es kein Wunder war, wie schnell dieses Konzert ausverkauft war. Vielmehr hätte es verwundert, wenn es an diesem Abend noch einer Abendkasse bedurft hätte… Komm gerne wieder, Amy!

Setlist: 4th of July, Poison Prince, L.A., Spark, The Game, Mr. Rock & Roll, Slow It Down, Give It All Up (acoustic), This Pretty Face, (Your Love Keeps Lifting Me) Higher and Higher (Jackie Wilson), Don’t Tell Me That It’s Over, No Roots, Pride, Run, This Is the Life, Life in a Beautiful Light
Zugabe: Dancing in the Dark (Bruce Springsteen), The Furthest Star, Barrowland Ballroom, Let’s Start a Band

Weitere Artikel
Rezension: Amy Macdonald – A Curious Thing (Special Orchestral Version)
Konzertbericht: Amy Macdonald – 07.11.2010, Hamburg o2world

Homepage: www.amymacdonald.co.uk
Facebook: www.facebook.com/amymacdonaldmusic
Twitter: www.twitter.com/Amy__Macdonald

Text: Marius Meyer
Bild: Pressefreigabe