Pete Doherty birgt immer ein Risiko. Kommt er wirklich? Ist er halbwegs pünktlich? Wird er auf offener Bühne sich einen Schuss setzen oder sonst für was Unrühmliches sorgen? Also: Gegen 21:12 kommt Doherty auf die Bühne und sieht schon reichlich angeschlagen aus, was das Publikum mit erfreutem Gejohle beantwortet. Es folgt als Opener Delivery und es klingt überraschend gut. Das hat man auch schon anders gehört und es scheint, als ob der Engländer doch noch die Kurve bekommt, aber diese Gefühl kann dieser Auftritt der Babyshambles nicht ganz bestätigen. Zuviel liegt im Argen und auch wenn die Band sich bemüht, ihren Frontmann doch durch das Konzert zu bugsieren, aber auch die formidable Arbeit von Bassist Drew McConnell, Gitarrist Mick Whitnall und Danny Goffey, die zumindest vermieden haben, dass Pete vollends versagt, kann ihrem Frontmann nicht ganz helfen.

Man kann jetzt natürlich sagen, dass die Leute solche Eskapaden sehen wollen und dass Konzerte mit einem nüchternden Pete Doherty doch langweilig wären, aber die Frage ist, wie lange das noch gut geht. Er kommt zwar nicht mehr in den „Club 27“ wie seine gute Freundin Amy Winehouse, aber es wäre schade, wenn dieser hochtalentierte Mann nicht den Absprung schafft, wie etwa Shane MacGowan, der legendäre Sänger der Pogues, der mittlerweile mitunter von einem Roadie gestützt hinter die Bühne geführt werden muss, um dort „nachzutanken“.

Ein Konzert, das zwar nur 70 Minuten gedauert hat, was bei der körperlichen Verfassung von Doherty ein kleines Wunder ist und mit dem Song Fuck Forever als letztem Lied vielleicht hellseherische Fähigkeiten besitzt.

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Text: Dennis Kresse
Bilder: Pressefreigabe