Der Deutschland-Ableger von Beady Eyes aktueller Europa-Tour gestaltete sich relative überschaubar: 22. Februar 2014 in Köln in der Live Music Hall. Ende. Dass sich so einige auf diesen Tourstopp zwischen Esch an der Alzette und Brüssel gefreut haben, war bereits früh erkennbar: Schon weit vor Einlassbeginn stand die erste Menschentraube vor der Live Music Hall und skandierte lauthals Oasis-Nummern. Dass hier ein Beady Eye-Konzert anstand: geschenkt! Schließlich zeigte das Publikum – mitunter auch aus England angereist – auf gesamter Konzertlänge, dass sie wissen, wie man eine Band feiert.

Nachdem zuvor ein DJ für musikalische Unterhaltung sorgte, während andere die Zeit für Gepräche oder ihr persönliches Aufwärmprogramm an der Bar nutzten, war es um 20:30 Uhr soweit: Das Licht ging aus, das Intro White Smoke ertönte und die Musiker betraten unter dem Jubel der Menge – geschätzte 1.000 Zuschauer dürften es gewesen sein – die Bühne. Als sie dann alle da waren, eröffnete Flick of the Finger den Abend so, wie auch das Album eröffnet und die Stimmung war von vornherein hervorragend! Man sah direkt: Auch wenn die Publikumsresonanz längst nicht so groß ist wie zu Oasis-Zeiten, sind diejenigen, die Liam Gallagher und seinen Mannen treu geblieben sind, auch wirklich mit Herz bei der Sache.

Das ist etwas, das man auch über die Künstler behaupten kann. Beherzt spielte sich die Band durch ihre beiden Alben und scheute auch den Blick zurück dabei nicht. Erfreulich war zu sehen, dass die Band es schafft, auch die atmosphärerischen Stücke wie Soul Love, die eben nicht durch Tempo und Lautstärke brillieren, live gut herüberzubringen. Unterstützend kamen ihnen dabei zwar auch die Video-Leinwände zugute, aber es ist nicht so, dass die Band diese nötig hätte. Richtig gut geht es indes natürlich bei rockenden Nummern wie I’m Just Saying oder auch dem inzwischen fast schon zum Klassiker avancierten The Roller vom Debüt Different Gear, Still Speeding ab.

Und dann war da ja noch der besagte Blick in die Vergangenheit. Diesen kann man an zwei Titeln festmachen: Wonderwall und Cigarettes & Alcohol, die – wenig verwunderlich – für äußerst positive Resonanz sorgten. Gerade letzteres zeigte die Band in Höchstform und konnte mit seinen rauen Rock-Klängen für Begeisterungsstürme sorgen, während Wonderwall („This one’s for the givers, not for the takers“, so Liam Gallagher in der dazugehörigen Ansage) eher für Gänsehäute sorgte. Dass die balladeskeren Klänge seit je her zu den Musikern gehören, bewies auch zum Schluss noch einmal Wigwam.

Danach ging bereits Musik vom Band los, aber so recht glauben wollte hier keiner die Zugabenlosigkeit. Ein Glück! Denn zum Schluss hatten die Musiker noch ein echtes Highlight mit im Gepäck. Stellten sie auf ihrem Debüt-Album noch die berühmte „Beatles oder Stones“-Frage, wenngleich auch mit einem gleichberechtigenden „and“ zwischen den beiden Bands, so entschieden sie sich heute für die Stones. Als Zugabe gab es eine hervorragend dargebotene Cover-Version des Stones-Klassikers Gimme Shelter. Ein kompaktes Set nach dem bewährten „All Killes No Fillers“-Prinzip nahm sein Ende und es war klar: Die Reise nach Köln hat sich gelohnt!

Setlist: White Smoke, Flick of the Finger, Face the Crowd, Four Letter Word, Soul Love, Second Bite of the Apple, Iz Rite, Shine a Light, Wonderwall, The World’s Not Set in Stone, I’m Just Saying, Soon Come Tomorrow, Cigarettes & Alcohol, The Roller, Start Anew, Bring the Light, Wigwam
Zugabe: Gimme Shelter

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Homepage: www.beadyeyemusic.com
Facebook: www.facebook.com/BeadyEyeOfficial
Twitter: www.twitter.com/Beady_Eye

Text: Marius Meyer
Bilder: Nick Griffiths & directed by Trevor Jackson