Es ist heiß im Zelt des wunderbar gelegenen Kunst!Rasen-Geländes, das bis Mitte August Kunst!Palast heisst. Aber das ist auch der passende Ort für ein Konzert mit der amerikanischen Bluesröhre aus Los Angeles, Beth Hart, denn ihr Sound kommt derartig knochentrocken daher, dass es eine echte Pracht ist, der Frau zuzusehen. Auch wenn sich an diesem wunderbaren Sommerabend nur knapp 800 Zuschauer für sie begeistern können, haben die Schwimmbad-Besucher und Biergarten-Gänger einiges verpasst, vor allem eine Frau, die durch alle Höhen und Tiefen des Showgeschäfts gegangen ist und da auch so manches Lied drüber singen kann, was sie dann natürlich auch in den folgenden 100 Minuten tut.

Beth Hart braucht keine Vorlaufzeit, sondern gibt direkt von der ersten Minute an Vollgas. Mit dem Opener, der Ray Charles-Nummer Sinner‘s Prayer kommt sie auf die Bühne und rockt, als gäbe es kein Morgen mehr. Sie wirbelt über die Bretter, die die Welt bedeuten und nimmt sie auseinander. Wenn sie sich ans Klavier setzt und mit Sister Heroine an ihre verstorbene Schwester erinnert, dann wird der Kunst!Palast zu einem Ort, auf dem man die berühmte Stecknadel fallen hören kann.

Mit einem tollen Mix aus eigenen Songs, wie dem Titelsong ihres aktuellen Albums Bang Bang Boom Boom und Coverversionen von Al Green und weiteren Größen, beweist Beth Hart, dass sie eine tolle Interpretin ist, die nicht nur in großen Stadien und Hallen überzeugen kann, sondern auch vor einer überschaubareren Zahl immer alles gibt.

Ein gutes Konzert in einer wunderbaren Location im Herzen der ehemaligen Bundeshauptstadt.

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Text: Dennis Kresse
Bild: Pressefreigabe