Eine Band, die in diesem Jahr sprichwörtlich „durch die Decke“ gegangen ist, findet man bei den Broilers. Nach 20 Jahren harter Arbeit kann man aber auch sagen: Die hohen Platzierungen und die großen Hallen sind hart erarbeitet. Das Album Noir ging in diesem Jahr auf die Nr. 1 der Charts, blieb 22 Wochen in den Charts vertreten und führte dazu, dass die Band regelmäßig Hallen mit mehreren tausend Besuchern füllt und gut unterhält. So auch in Chemnitz am Vorabend des Heiligabend in der Arena bei der Messe Chemnitz.

Mit im Gepäck hatten die Broilers im Laufe der Tour wechselnde Support-Acts, dieses Mal waren Feine Sahne Fischfilet. Eine gute Wahl, was offenbar auch manch Zuschauer so sah, waren doch so einige Band-Shirts gegenwärtig an diesem Abend. Um Punkt 20 Uhr eröffneten Feine Sahne Fischfilet und hatten es mit ihrem wütenden Punk leicht, das Publikum für sich einzunehmen. Dabei scheuten sie sich auch nicht vor klaren Ansagen und machten unter anderem ihre ablehnende Haltung gegenüber der PEGIDA-Bewegung dabei deutlich. Die politischen Botschaften der Band fanden im Publikum anklang, sodass sich die Band nicht nur mit ihrer Musik, sondern auch mit ihren Ansichten an diesem Abend neue Fans erspielten. Dabei gaben sie auch bereits Einblicke in das bald erscheinende neue Album, bis sie mit dem umjubelten Komplett im Arsch ihre Show beendeten.

Um 21 Uhr dann aber der Hauptact, der unter großem Jubel die Bühne betrat. Die Broilers sorgten schon mit ihrem Erscheinen an sich für Euphorie, der Opener Zurück zum Beton vom Album Vanitas tat dann das seinige zur Stimmung. Mit Heute schon gelebt blieb man zunächst bei diesem Album, bevor Wo es hingeht den Bogen zu Noir schlug. Ein Album, mit dem die Fans bereits bestens vertraut sind, sodass viele mitsingen und sich auch der eine oder andere Pit vor der Bühne bildet. Trotz der langen Bandgeschichte lassen die Musiker es sich nicht nehmen, in ihr Set viele Stücke vom neuen Album und vom Vorgänger Santa Muerte zu integrieren.

Die vorigen Werke kommen dabei aber trotzdem nicht zu kurz, wie schon die beiden ersten Stücke zeigten, auch Nummern wie Lofi vom gleichnamigen 2004er-Album überzeugten. Doch es ist nicht nur die Musik, die überzeugt, auch ist es die Bühnenpräsenz dieser eingespielten Live-Band, die stets ihren Spaß auf der Bühne hat ohne auch nur den Anscheinen eines Hauchs von Routine ausstrahlen. Dazu kommen die Ansagen von Sänger Sammy Amara, der dabei stets sympathisch wirkt und immer wieder den Kontakt zum Publikum sucht, das ihm dabei an den Lippen hängt. Kein Wunder, dass die Band nach den 19 Stücken des regulären Sets nicht einfach gehen gelassen wird.

Zwei Zugabenblöcke hatte die Band noch mit, bei denen unter anderem das Slime-Cover Zusammen großen Anklang fand. Insgesamt sieben Stücke Zugabe waren es, als Blume am Ende des zweiten Zugabenblocks endgültig das Ende markiert. 26 Stücke, über zwei Stunden Spielzeit – was will man da mehr? Es war zwar der Abend vor Heiligabend, aber für die meisten Besucher war dies wohl ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, wie ihre strahlenden Gesichter verrieten.

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Text: Marius Meyer
Bilder: Robert Eikelpoth (Broilers), owieole / owieole.de (Feine Sahne Fischfilet)