Die spanische Ausnahmekünstlerin mit der unverwechselbaren Stimme gab am 28.03.2015 ein beeindruckendes Konzert in der ausverkauften Philharmonie in Köln. Die Spanierin ist eine der beeindruckendsten Sängerin unserer Zeit im Flamenco, Jazz oder Chanson und muss auch Vergleiche mit Billie Holiday sicherlich nicht scheuen. Begleitet wurde sie von Daniel Lopez Vicente (git), Ramón Suárez Escobar (perc) und José Manuel Posada Oviendo (bass), die mit ihrer Virtuosität und Feinfühligkeit ein großartiges Fundament legten. Entsprechend der Instrumentierung waren die Lieder im Flamenco arrangiert.

Die beeindruckende Intensität mit der Buika ihre Lieder lebt, zu beschreiben, kann immer nur in einem untauglichen Versuch enden. Sie lebt jede Note auf der Bühne, sie leidet, sie lebt, sie lacht. Man hat den Eindruck, dass sie nicht nur mit ihrer Stimme, sondern mit jeder Faser ihres Körpers singt. Eine schöne Stimme, die melancholische Lieder darbietet ist das Eine. Buika ist das Andere. Man vergisst zu atmen, so fesselnd ist ihre Darbietung. Das Zusammenspiel mit ihren Musikern ist geprägt von Intuition und Aufmerksamkeit und Sensibilität für den Anderen. Buika gibt ihrer Band Zeit und Raum zur Entfaltung. Herausragend ist Gitarrist Vicente, der nicht nur technisch hochklassig spielt, sondern die Melancholie der spanischen Gitarre zelebriert.

Buika erhält den Raum, die Lieder so darzubieten, wie sie es gerade fühlt. Und gerne nimmt sie mitten in einem begonnenen Song die Kommunikation mit dem Publikum, um ihre Gefühle mitzuteilen und das Publikum einen Stück mitzunehmen auf ihrem Weg. Und so passiert es, dass sie völlig unvermittelt einen Growl produziert, den man einem bärtigen 1,95 m großen, 100 kg Hünen zutraut, nicht aber einer grazilen Sängerin. Und sodann erzählt sie die Geschichte davon, wie sie als kleines Mädchen in einer Chorprobe auch so tief gesungen habe, weil sie meinte dass der Ton dort hingehörte. Die Chorleiterin schloss sie von der Probe aus. Und Buika stellte sichtlich amüsiert die Frage ans Publikum, was diese Dame wohl sagen würde, dass jetzt sogar Leute dafür Geld ausgeben, sie singen zu hören.

Liegt der Schwerpunkt des Konzertes auf neuen Songs, so werden aus den beiden großartigen Alben il ultima trago und nina de fuego jeweils ein Lied gespielt. Nach ca 90 gleichermaßen mitreißenden wie beeindruckenden Minuten und drei Zugaben, verlässt Buika zum letzten Mal die Bühne. Zurück bleibt ein restlos begeistertes und verzaubertes Publikum, dass sicherlich eines der besten Konzerte des Jahres 2015 gesehen hat.

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Text: Thorsten Lühl
Bild: Javi Rojo