Sie sieht immer so aus wie das Mädchen, das besser auf Bäume klettern konnte, besser Fußball spielen konnte als Jungs und in das man heimlich verknallt war. Courtney Barnett ist genauso und dann singt sie noch und spielt Gitarre. Mit ihrem unglaublich guten Debütalbum Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit ist die Australierin jetzt auch endlich in Deutschland zu Gast gewesen, um die Songs auch mit einer ungeahnten Power zu performen. Pünktlich zu den Shows in München, Berlin und Köln kam noch mal das Debütalbum um eine zweite CD erweitert mit sechs bislang unveröffentlichten Tracks und einigen Livenummern heraus und sollte die Fans auf das einstimmen, was sie heute erwarten sollte.

Gegen 21 Uhr wurde die Bühne in Lila getaucht und die Party konnte beginnen. Was an Courtney auffällt, das sind die Texte, die von einem wunderbaren lakonischen Humor geprägt sind und die Lebenseinstellung dieser jungen Frau erahnen lassen, die sich so in gar kein Schema pressen lässt. Von der Rotzigkeit einer Patti Smith, an die sie stimmlich erinnert, über die der Hole-Frontfrau Courtney Love, was ja bei dem Vornamen eh keine allzu große Überraschung ist, das alles hat die Frau drauf und lässt das Publikum entsprechend sich verausgaben.

Ihre Lyrics sind staubtrocken und mit ironischen Seitenhieben auf allerlei, wie etwa in Dead Foxes, wo Courtney mit der ihr eigenen Logik zur Erkenntnis kommt, dass wenn mehr Menschen auf den Straßen sterben als im Meer, warum man dann nicht Autos in Käfige sperre, anstatt Haifische. Man wird zugeben müssen, die Logik hat was für sich.

Mit einem furiosen Pedestrian at Best mit der überragenden Zeile „Give me all your money and I’ll make some origami honey“ ist der offizielle Teil des Konzerts zu Ende, aber dass die Kölner die Australierin nicht ohne Zugabe gehen lassen, das ist klar und so kommt Barnett wieder, um nach zwei Zugaben endgültig begeistert zu haben.

Setlist: Avant Gardener, Dead Fox, Small Poppies, Out of the Woodwork, An illustration of Loneliness (Sleepless in New York), Lance jr., Depreston, Canned tomatoes, Elevator Operator, Boxing day blues (Revisited), Are you looking after yourself, Debbie Downer, Kim´s Caravan, Nobody cares if you don´t go to Party, Pedestrian at Best
Zugaben: Know your product (The Saints Cover), History eraser

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Text: Dennis Kresse (soundchecker.koeln)