Ihr aktuelles Album The Human Contradiction ist zwar schon seit einer Weile auf dem Markt, dennoch ließen die Niederländer um Martijn Westerholt und die charismatische Frontfrau Charlotte Wessels es sich nicht nehmen, auf Tour zu kommen und dabei auch München mit ihrer Anwesenheit zu beehren. Dass man nicht immer ein brandaktuelles Album dabei haben muss, wurde dabei eindrucksvoll bewiesen, denn so konnten Delain ganz unbeschwert aufspielen und sich durch ihr Repertoire spielen.

Zunächst aber gab es ein doppeltes Vorprogramm zu bestaunen. An dessen Anfang standen Amberian Dawn, die einen Abend ganz im Zeichen des Female Fronted Symphonic Metal gekonnt eröffneten. Druckvolle Klänge spielten die Finnen und boten diese sympathisch dar, sodass das Publikum der Band interessiert zuschaute, was bei einer ersten Vorband ja nicht immer so selbstverständlich ist. Abgelöst wurden sie dann durch The Gentle Storm, bei denen direkt eine Genre-Größe auf der Bühne stand, handelt es sich doch hierbei um die neue Band von Anneke van Giersbergen, die eindrucksvoll bewies, dass es auch ein Laben nach The Gathering gibt.

Bald war es dann aber an der Zeit für Delain. Nach dem kurzweiligen Vorprogramm gingen Delain direkt in die vollen und präsentierten mit Go Away aus ihrem Zweitling April Rain die geballte Ladung Bass- und Drum-Salven. Ganz klar: Hier sollte heute gerockt werden – was man mit Get the Devil Out of Me direkt unterstrich. So spielte die Band sich durch ihre Alben und zeigte dabei immer wieder, wie sie von Album zu Album besser wurden und auch, wieviel Herz in dem steckt, was sie da spielen. Sei es in April Rain mit seinen druckvollen Riffs, bei Sleepwalkers Dream mit seiner emotionskräftigen Aussage „a tear is only water, a sigh is only air“ oder auch The Gathering: Hier passt alles zusammen, hier greift alles ineinander, auch das Zusammenspiel auf der Bühne.

Not Enough war natürlich ein klug gewählter Abschluss der Show, denn dass das Publikum noch nicht genug hatte, lag auf der Hand. Also nix da mit Show beenden, sondern fix noch einmal auf die Bühne rauf. Die drei Stücke Zugabe hatten es folglich auch nochmal in sich. Eröffnet mit Mother Machine folgte Stay Forever, das wuchtige Schwermut bot. Den Wunsch, für immer zu bleiben, konnte man zwar leider nicht erfüllen, aber den Wunsch nach We Are The Others, den sicher so einige Anwesende hatten, konnten Delain erfüllen. Eine Mitsing-Hymne, ein Gänsehaut-Stück und ein guter Abschluss eines gelungenen Montagabend-Konzerts! Ein Auftritt, der neugierig macht, auch mal wieder mehr neues Material zu hören.

Setlist: Go Away, Get the Devil Out of Me, Army of Dolls, Lullaby, Stardust, Electricity, Here Come the Vultures, April Rain, Sleepwalkers Dream, Don’t Let Go, Turn the Lights Out, Silhouette of a Dancer, The Gathering, Not Enough
Zugabe: Mother Machine, Stay Forever, We Are The Others

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Text: Marius Meyer
Bild: Pressefreigabe