25 Jahre… Für eine Band eine beachtliche Leistung, so lange durchzuhalten. Ebenso respektabel dabei, wenn die Konzerte sich auch nach all diesen Jahren sich beständig großer Beliebtheit erfreuen. Nachdem man nach dem 20-jährigen Jubiläum „back to the roots“ ging und die Shows rein elektronisch in Duo-Besetzung spielte, ist inzwischen seit einer Weile live noch ein Drummer dabei, um den Songs mehr Druck zu verleihen. Ein Rezept, das sehr gut aufgeht, wie man auch bei der Show in der Markthalle sehen konnte.

Zunächst aber pünktlich um 20:30 Uhr der Support-Act Tenek, bei dem ein alter Bekannter begegnete: Bei Tenek handelt es sich um die Band von Geoff Pinckney, der einst auch als Live-Keyboarder bei Mesh aushalf. Diesmal also gemeinsam mit Peter Steer unter dem Namen Tenek, die einen würdigen Auftakt des Konzertabends gaben. Insgesamt neun Stücke spielten sie und begeisterten das Publikum mit eingängigem Synthie-Pop, der dennoch hier und da seine Kanten aufwies. Titel wie Submission konnten das gut zeigen, das in den Strophen Beat-lastig agiert und im Chorus Eingängigkeit und Tanzbarkeit präsentiert. Stücke wie Another Day hingegen zelebrierten durch und durch das Eingängige, mit Blinded By You wurde zum Schluss ein druckvoller Schlusspunkt gesetzt. Ein sehr gelungener Auftakt!

Setlist: Losing Something, Higher Ground, If I Should Fall, Synchronise, A New Foundation, Submission, Elusive, Another Day, Blinded By You

Anschließend dann De/Vision, die ihre 25 Jahre schon beim Blick auf die Setlist augenscheinlich amtlich zelebrieren wollten. 25 Jahre, 25 Stücke, schien hier die Devise zu lauten. Dass man dabei mit Hits nicht hinterm Berg halten wollte, wurde ebenso schnell deutlich: Blue moon an dritter Stelle, direkt gefolgt von Strange affection, zeigten im Publikum gute Wirkung und sorgten für viele glücklich mitgehende Zuschauer. Auch Sänger Steffen Keth sah man an, dass er das genießt, was er da macht, während er auch auf der Bühne mit Tanzbewegungen glänzte. Der Ausflug ging dabei durch die gesamte Karriere der Band und machte auch vor dem Ausflug in Major-Label-Gefilde keinen Halt. Gute Wahl, denn Foreigner kam sehr gut an.

Dass man im Hause De/Vision gerne mal etwas Neues ausprobiert, sieht man dann bei Kamikaze, dem ersten und bisher einzigen Stück, bei dem Keyboarder Thomas Adam singt (zu finden auf der Limited Edition von Rockets + Swords), das sehr bejubelt wird. Dies Stück stand an achter Stelle in der Setlist, es sollte noch über zweimal so viel folgen. Mit Nummern wie Binary Soldier uns Rage zeigten die Berliner, dass sie auch mit ihren jüngeren Nummern längst die Kraft nicht verloren haben, Klassiker wie Try to forget und I regret waren, wenig verwunderlich, Selbstläufer.

Kein Wunder, dass Zugaben gefordert wurden. Die gab es auch und mit Songs wie Endlose Träume wurde hier noch einmal alles gegeben, bevor der Flavour of the week am Ende einen guten Schlusspunkt setzte. Ein Blick auf die Uhr: Über zwei Stunden waren es, die De/Vision hier gespielt haben. Und das in einer beachtlich guten Form mit einer beachtlich guten Laune. So darf es gerne weitergehen mit der Band. In diesem Sinne: Auf die nächsten 25 Jahre!

Setlist: The day before yesterday, Dinner without grace, Blue moon, Strange affection, Foreigner, Miss you more, Love will find a way, Kamikaze, Aimee, I’m not dreaming of you, Unputdownable, Binary Soldier, Brothers in Arms, Addict, Bipolar, Try to forget, I regret, Rage, Time to be alive, Still unknown, What’s love all about, Endlose Träume, Your hands on my skin, Uncaring machine, Flavour of the week

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Text und Bilder: Marius Meyer