Manchmal ist es offenbar einfach so, dass sich Künstler rumsprechen. Dotan beispielsweise. In den Niederlanden längst ein großes Ding, dauerte es in Deutschland eine Weile, bis die Kunde des in Jerusalem geborenen Singer-Songwriters aus den Niederlanden sich herumsprach. Dies aber offenbar erfolgreich. Waren die Shows im Frühjahr noch etwas gelichtet in den Reihen, so war die Nachfrage diesmal deutlich größer – einen großen Anteil dürfte der Erfolg des Albums 7 Layers haben, das im Laufe des Jahres auch in Deutschland erschien. Die Pole Position wurde hier zwar bei weitem nicht erreicht, aber ein Platz 21 ist respektabel, zumal die Genre-Konkurrenz auch nicht kleiner wird. Umso erfreulicher für den sympathischen Sänger, dass sich das Ampere an diesem Abend sehr gut füllte.

Auch wenn er sich in Interviews gerne mal als schüchtern darstellt, auf der Bühne war davon wenig zu spüren. Klar, er macht das schließlich auch nicht zum ersten Mal und wer solche Erfolge feiern kann, entwickelt auch so etwas wie Selbstbewusstsein. Dennoch war erfreulich, hier einen Musiker zu sehen, der das alles nicht aus Routine abspult, sondern mit Herzblut das macht, was er da präsentiert. Mitsamt seiner Band hüllt er Stücke wie Let The River In in ein ansprechendes Live-Gewand, das einen mitnimmt und zugleich den Gänsehaut-Charakter der Stücke beibehält. Das merkt man immer wieder – ob nun bei den Stücken des Albums oder bei Stücken wie Diamonds In Our Bones, die nicht auf dem aktuellen Album zu finden sind.

Fest steht: Wenn er singt „I was a stranger in my own skin”, so ist die Vergangenheitsform hier wohl richtig, denn auf der Bühne wirkt er keineswegs so, als würde er sich selbstentfremdet fühlen. Hier ist er eins mit sich und seiner Musik und kann dies auch sehr gut nach außen tragen. Ein sehr gelungener Konzertabend!

Setlist: Sound Of Love, Home 2, Let The River In, Black Storms, Tonight, Shadow Wind, 7 Layers, Dark Of The Morning, Hungry, Diamonds In Our Bones, Swim To You, Fall, Home

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Text: Marius Meyer
Bilder: Marc Haers / Universal