Insgesamt fünf Städte standen in Deutschland auf dem Tourplan für die In Dream-Tour, am 12.11. war es soweit, dass auch die Zuschauer in München auf ihre Kosten kamen. Nachdem ab 19:50 Uhr bereits The Twilight Sad mit ihren britischen von Prog und Shoegazing inspirierten Klängen ein gelungenes Aufwärmprogramm für den Abend boten, war es um Punkte 21:00 Uhr an der Zeit für die Editors, die es von Anfang ihrer Show an gut verstanden, hier Atmosphäre zu verbreiten.

Das begann schon beim Opener No Harm, der den Abend so eröffnete wie das aktuelle Album. Zwar ein verhaltener Beginn, aber eine, der atmosphärisch wirkte und dabei bereits gut die Stimme von Sänger Tom Smith in den Mittelpunkt rückte. Zwar ist auf dem neuen Album zu erkennen, dass die Band wieder vom Sound des Vorgängers abrückt, ein Stück wie Sugar mit seinem verschachtelt anmutenden Bass-Lauf und den filigranen Gitarrenläufen sich gut zum neuen Material ergänzt. Zudem ist mit den beiden Stücken ein guter Startschuss gefallen zu einem gut zusammengestellten Konzertabend, wie man in der Folge immer wieder feststellen konnte.

Da kann man es sich auch erlauben, mit Life is a Fear den Hit des aktuellen Albums bereits an dritter Stelle rauszuhauen. Es folgte eine Reise durch die Diskographie der Band, immer wieder durchwoben mit Stücken von In Dream, aber auch den bereits bekannteren Stücken der Band. Eat Raw Meat = Blood Drool beispielsweise stand gut zusammen mit neuen Titeln im Stile von Salvation, dessen Dramatik trotz langsamem Tempo auch auf der Bühne gut funktioniert, oder auch All The Kings, das relativ weit zum Ende hin folgte und mit seinem melancholisch-optimistischem Klang punkten konnte.

Dass natürlich die Klassiker am allerbesten funktionieren, ist kein großes Geheimnis. So verwunderte auch nicht, dass die Stimmung beim Finale (des regulären Teils) mit Munich riesig war, vor allem natürlich in der titelgebenden Stadt. Aber natürlich hatte man sich auch noch ein bisschen was für die Zugabe aufgehoben. Umrahmt von Ocean of Night und dem Abschluss mit Marching Orders war ein furioses Papillon in der Zugabe zu hören, das eines der definitiven Highlights des Abends markierte. Ein sehr gelungener Konzertabend.

Setlist: No Harm, Sugar, Life is a Fear, Blood, An End has a Start, Forgiveness, All Sparks, Eat Raw Meat = Blood Drool, The Racing Rats, Formaldehyde, Salvation, Fingers in the Factories, A Ton of Love, Smokers outside the Hospital Doors (acoustic solo), Bricks and Mortar, All the Kings, Nothing, Munich
Zugabe: Ocean of Night, Papillon, Marching Orders

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Text: Marius Meyer
Bild: Rahi Rezvani