Zugegeben, man nimmt als „Schreibender“, der für Online-Musik-Magazine arbeitet, dann doch mehr Konzerte als der „Normalbürger“ wahr und man bemüht sich immer eine gewisse Sachlichkeit an den Tag zu legen, aber manchmal gibt’s Bands, bei der man die Sachlichkeit über Bord wirft und zum Fan wird. Element of Crime sind so ein Fall. Seit 1985 auf den Bühnen unterwegs, schafften es die Musiker spätestens mit dem Wechsel von Englisch auf Deutsch und dem Album Damals hinterm Mond zu beweisen, dass Deutschland doch das Land der Dichter und Denker ist und beweisen seit über 20 Jahren, dass der typische Element of Crime-Sound und brillante Texte miteinander verknüpft und dabei die ganze Palette der Emotionen immer befriedigen kann.

Mit dem neuen Album Lieblingsfarben und Tiere im Gepäck spielten Leadsänger Sven Regener und seine Mitstreiter im restlos ausverkauften Palladium in Köln und boten auf zwei Stunden ein grandioses Konzert. Nach einem guten Support, der Apples in Space, einem in Berlin beheimateten Folk-Duo, das aus der Norwegerin Julie Mehlum und Phil Haussmann besteht, war es dann gegen kurz nach halb neun soweit für das Quartett, das seinen unkopierbaren Stil seit Jahren perfektioniert hat.

Es beginnt mit Damals hinterm Mond, aus dem gleichnamigen Album aus dem Jahr 1991 und man ist immer wieder erstaunt, wie sich die neuen Songs ins Live-Repertoire einfügen, als stünden sie bereits jahrelang auf der Setlist. Immer so weiter oder Am Morgen danach stehen gleichberechtigt neben bekannten Nummern wie Mehr als sie erlaubt oder Straßenbahn des Todes.

Mit seinem norddeutschen Witz rennt Regener, der auch als Autor mit der Trilogie über Herrn Lehmann große Erfolge feiern konnte, offene Türen ein und sorgt mit seinen legendären Ansagen für Erheiterung. Element of Crime, die neben Sven Regener im Jahr 2015 noch aus Jakob Illja, David Young und Richard Papik bestehen, sind eine von Deutschlands besten Live-Bands, das ist nach diesen zwei Stunden wieder offensichtlich.

Mit großen Songs wie Weißes Papier oder Vier Stunden vor Elbe 1 beeindrucken Element of Crime und vereinzelt sieht man auch Tränen der Rührung im Palladium, muss auch mal sein. Mit Dieselben Sterne geht ein denkwürdiges Konzert zu Ende. Und wie ruft Regener immer gerne? „Herrlich, Romantik!“ Und er hat natürlich Recht.

Setlist: Damals hinterm Mond, Immer so weiter, Am Morgen danach, Rette mich (vor mir selber), Mehr als sie erlaubt, Gelohnt hat es sich nicht, Dunkle Wolke, Liebe ist kälter als der Tod, Nightmare, Schwert Schild und Fahrrad, Am Ende denk ich immer nur an dich, Schade dass ich das nicht war, Love and Happiness (mit Apples in Space), Immer nur geliebt (mit Apples in Space), Wenn der Wolf schläft müssen alle Schafe ruhen, Kaffee und Karin, Immer da wo du bist bin ich nie, Straßenbahn des Todes, Lieblingsfarben und Tiere
Zugabe 1: Weißes Papier, Delmenhorst
Zugabe 2: Vier Stunden vor Elbe 1, Draußen hinterm Fenster
Zugabe 3: Alten Resten eine Chance, Dieselben Sterne

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Homepage: www.element-of-crime.de
Facebook: www.facebook.com/ElementOfCrime

Text: Dennis Kresse
Bilder: Charlotte Goltermann